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Zwölferköpfl (1656 m) über Mineckergrat

Weglose Bergtour

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Die beiden Hauptrouten von Eschenlohe ins Estergebirge führen durchs Archtal und durchs Pustertal. Zwischen den beiden wunderschönen Tälern erstreckt sich ein sehr unzugängliches, stark zerklüftetes Gebiet mit bestenfalls halbscharigen Steigen. Mittendrin steht das Zwölferköpfl, welches den Mineckergrat nach Osten abschließt. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zwölferköpfl via Mineckergrat
    2. Ins Pustertal
    3. Abstieg auf dem Hahnbichlsteig
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Vom Mineckergrat schaut man übers Loisachtal in die Ammergauer.
Die Orientierung am Zwölferköpfl ist nicht einmal für Ortskundige einfach. 2009 kam es wegen eines verirrten Wanderers zwischen Zwölferköpfl und Hoher Kisten sogar zu einem Bergwachteinsatz. Durch diesen Bereich verläuft auch unser Rückweg. Der Mineckergrat gibt beim Aufstieg immerhin die grobe Richtung vor. Die Herausforderung liegt mehr in der kleinräumigen Geländebeurteilung. Dichte Bewaldung, Gestrüpp, Felsstufen sowie Steilgrasschrofen führen dazu, dass man oft keinen rechten Überblick hat, wie es hinter der nächsten Ecke weitergeht. Die vereinzelten Begehungsspuren oder Wildwechsel sind nur eine begrenzte Hilfe. Am Zwölferköpfl gibt es später einen zwar unmarkierten, aber deutlichen Steig. Ansonsten ist die Bergtour bis ins Pustertal über weite Strecken mühsam und weglos. Einzelne kurze Kletterstellen am Mineckergrat erreichen den II. Grad. Der Abstieg ins Pustertal ist etwas einfacher.
Wer Ruhe sucht und die Wildnis liebt, ist am Zwölferköpfl richtig. Eine große Aussicht wird nicht geboten. In diesem Fall wäre die Hohe Kisten das geeignetere Ziel.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1020 m13 km6:00 h

Anspruch■■■■■ T5 II
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zwölferköpfl via Mineckergrat

Auf der Bahnhofstraße ins Dorfzentrum von Eschenlohe und dort über die Loisachbrücke. Drüben geradeaus in die Krottenkopfstraße, wobei man kurz vor Wengen an der Schellenbergstraße rechts abzweigt. Am Waldrand hinten befindet sich neben dem Wanderparkplatz ein großer Holzlagerplatz1. Ab da ohne Weg durch die so genannte Wanne an den Ausläufer des Mineckergrats heran. Auf seinem Rücken findet sich ein unscheinbarer Trampelpfad, dem man problemlos bis zu einem quer verlaufenden Forstweg folgt. Dort nicht nach rechts (Sackgasse), sondern weiter bergauf. Eventuell tangiert man noch einen zweiten, offenbar wild angelegten und nirgends verzeichneten Forstweg. Nun möglichst rechts zum Archtal hin orientieren, um an dem sich stärker abzeichnenden Rücken zu bleiben. Ein erstes Steilstück wird leicht südseitig, das nächste eher etwas nordseitig angegangen. Am besten an die schwachen Spuren halten. Wer bereits dort Probleme hat, sollte aufgeben. Anschließend präsentiert sich der Mineckergrat zunächst von seiner sanften Seite. Doch plötzlich zieht er sich zusammen und wird zusehends luftiger. Das ist die schwierigste und gefährlichste Passage. Zwei kleine Felsstufen (II) müssen abgeklettert werden. Die Erste ist mehrere Meter hoch, die Zweite nur mannshoch. Dann folgt felsdurchsetztes Steilgras.Es gäbe zu dieser Kletterei alternativ einen von Frank Steiner entdeckten Wildwechsel in der Südflanke, der jedoch kaum weniger gefährlich erscheint.Viel Gestrüpp und umherliegende Stämme machen das weitere Vorankommen beschwerlich. An einer idyllischen Lichtung bei der verfallenen Mineckhütte2 weitet sich das Gelände. Von links taucht ein regelmäßig genutzter Steig auf, der bis zum Gipfel führt. Gleich hinter der Lichtung steht ein Felskopf, mit einem Spalt in der Mitte, durch den man nach oben schlüpft. Danach im Krummholz um ein paar Ecken herum zum Gipfel des Zwölferköpfls3.

Ins Pustertal

Ursprünglich wollte ich zurück zur Mineckhütte und den Normalweg zum Hahnbichlsteig nehmen. Doch der Anblick des Pustertals reizte mich stärker. Es gibt am latschenbewachsenen Südgrat einen freigeschnittenen Steig, der in die Scharte zwischen Zwölferköpfl und Hoher Kisten hinableitet. In der Scharte zwingt eine aufschießende Wand aus Hauptdolomit zum Ausweichen nach links in brüchige Schrofen. Das Terrain wird schnell wieder einfacher. Über Gras und Geröll kann man nun zum Hinteren Kopf4 absteigen. Nicht vergessen, vorher nach der besten Route Ausschau zu halten. Ein kleiner Tümpel dient als Orientierungspunkt. Das Latschenfeld rechts unbedingt meiden. Ostwärts geht es im Wald dann zum Pustertal-Jagdhaus5, wo der markierte Wanderweg erreicht wird.

Abstieg auf dem Hahnbichlsteig

Bald nach dem Jagdhaus darf man zwischen dem angeblich nur für Geübte geeigneten Hahnbichlsteig6 und der Forststraße wählen. Der Hahnbichlsteig kann die vielen Forststraßen aber auch nicht komplett vermeiden. Bei Nässe sind einzelnen Stellen unangenehm. Alle Abzweigungen sind zum Glück perfekt beschildert, sonst wäre der ein oder andere Verhauer möglich. Unten links wenden, so dass man beim bekannten Holzlagerplatz herauskommt.