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Staufen-Überschreitung (1782 m)

Bergtour vom Zwiesel zum Hochstaufen

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Die Überschreitung des Staufens ist eine der gewaltigsten Chiemgauer Touren. Vor allem in der zerklüfteten Felslandschaft zwischen Zwiesel und Mittelstaufen kommt man sich fast wie im tiefsten Hochgebirge vor. Eher untypisch für die Chiemgauer und höchstens noch von der wilden Nordseite des Sonntaghorns oder des Dürrnbachhorns zu toppen.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Auf den Gamsknogel
    2. Überschreitung zum Hochstaufen
    3. Abstieg nach Bad Reichenhall
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Die lange Passage vom Zwiesel zum Hochstaufen.
Spätestens beim Blick vom Zwiesel zum Hochstaufen dämmert einem, auf was man sich da eingelassen hat. Sieht ziemlich weit und anspruchsvoll aus! Und tief hinunter geht es auch. Das wird ein harter Gegenanstieg. Kein Wunder, dass vorne am Zenokopf alle kehrt machen und man plötzlich fast allein unterwegs ist. Ob hier immer so wenig los ist? Ganze drei Menschen begegneten mir auf dem Mittelstaufensteig, was natürlich nicht repräsentativ ist. Und der Steig hat weitere Vorteile. Er ist landschaftlich abwechslungsreich, ausreichend abgesichert und perfekt markiert. Für Konditionsstarke ein echter Genuss.
Die ersten Drahtseile und Eisenklammern hat man bereits am Gamsknogel zwischen den Fingern. Es folgen mehrere klettersteigartige Passagen und kleine Kletterstellen. Mitunter ein bisschen luftig, aber nie wirklich schwierig. Dennoch eine ernsthafte Bergtour, da über mehrere Stunden trittsicheres, konzentriertes Gehen gefordert ist.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1500 m1730 m21 km8:10 h

Anspruch■■■■■■ T4 I B
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Auf den Gamsknogel

Im Ortskern von Inzell bei der Kirche durch die Unterführung und neben der Adlgasser Straße Richtung Osten. Später an einer Linkskurve geradeaus nach Breitmoos und hinter Breitmoos den Feldweg links nach Einsiedl einschlagen. Der wenig erfreuliche Anmarsch wäre damit überstanden. Das kleine Gehöft von Einsiedl mit der gotischen Nikolauskirche1 ist ein ländliches Kleinod.
In Einsiedl wenden wir uns zum Waldrand und folgen der Beschilderung für Gamsknogel und Zwiesel. Es fällt ein gelbblaues Symbol ins Auge, das zu einer so genannten SalzAlpenTour gehört und uns bis zur Kohleralm begleitet. Etwa auf halber Höhe läuft die markierte Strecke eine lange Forststraßenschleife aus, die abgeschnitten werden kann. Danach stehen zwei Steige zur Auswahl, wobei der westliche kürzer ist. Der Wald wird lichter. Zwischen den Felsen wachsen unzählige Himbeersträucher. Dann steht man vor der Kohleralm2 und erblickt den latschenbewachsenen Gamsknogel. Dieser ist Teil des Hinterstaufens, der sich aus mehreren Gipfeln zusammensetzt. Der Gamsknogel3 ist schnell erreicht. Beim felsdurchsetzten Aufstieg gibt es schon einige Sicherungen zum Warmwerden.

Überschreitung zum Hochstaufen

Hinter dem Gamsknogel im Wesentlichen am felsigen Grat entlang. Einmal ist kräftiges Zupacken gefragt. Ansonsten geht es ohne Probleme nur etwas holprig mit kleinem Gegenanstieg zum Zwiesel hinüber. Der Zwiesel4 ist der höchste Punkt in der Staufengruppe und entsprechend gut besucht.
Einige Meter südöstlich beginnt am Zenokopf mit dem Mittelstaufensteig der abenteuerlichste Teil. Über schrofiges Gelände steigt man südseitig zum Roßkar ab. Der Grat wäre zu alpin. Das letzte Stück ins Kar ist sehr steil und mit Drahtseil gesichert. Anschließend quert der Steig im Geröll zu einem Schwachpunkt im Grat hinüber. In ausgesetzter Kletterei wird der letzte Felszacken vor der Roßkarscharte5 überwunden. Das ist der tiefste Punkt.
Der Gegenanstieg zum Mittelstaufen ist anfangs einfach. Doch bald dominieren erneut Fels und Stahl. Das bleibt so, bis wir östlich des Hendelbergskopfs mit dem Touristenweg von der Padinger Alm zusammentreffen. Ab dort wandert es sich sehr bequem zum Hochstaufen6, wo durstige Wanderer am Reichenhaller Haus versorgt werden.

Abstieg nach Bad Reichenhall

Die logische Fortsetzung wären eigentlich die Steinernen Jäger. Ich konnte für weitere Klettereinlagen allerdings keine Motivation mehr aufbringen und wählte den gemütlichen Abstieg über die Padinger Alm7. Der Weg ist mit vielen Stufen befestigt und lässt sich flott hinunterrennen. Von der Padinger Alm am Günstigsten an die Wegweiser nach Osten zur Nonner Kirche8 halten. Dann zur Saalach hinab und nach Bad Reichenhall hinein. Den Bahnhof findet man nördlich des Stadtzentrums, also linker Hand.