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Zettenkaiser (1968 m) über Normalweg

Einsamer Klettertour im Wilden Kaiser

(1)

Der Zettenkaiser steht ganz im Schatten des beliebteren Scheffauers. Daher hat man den Gipfel des Zettenkaisers meistens für sich allein, während drüben am Nachbarberg kräftig was los ist. Die Aussicht ist dabei ebenso großartig. Nur im Osten versperrt eben der höhere Scheffauer den Blick zu den prominenten Gipfeln des Wilden Kaisers.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zum Brentenjoch
    2. Zur Kaindlhütte
    3. Normalweg auf den Zettenkaiser
    4. Hinweis
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Vom Gipfel lässt sich der interessante Aufstieg über den Westgrat schön überblicken. In der Ferne breitet sich das Inntal aus.

Ein einfacher Berg ist der Zettenkaiser nicht. Im Gegensatz zum benachbarten Scheffauer gibt es auch keinerlei Draht­seil­sicherungen.

Auf dem Normalweg beginnen die Probleme beim so genannten Kleinen Friedhof. Der Anstieg von dort zum Westgrat bietet eine Mischung aus Erde, losem Gestein und brüchigen Felsen. Dies macht aus der an sich leichten Kletterei besonders bei Nässe ein gefährliches Unterfangen, welches hohe Konzentration und Vorsicht erfordert. In dem abschüssigen Gelände besteht Absturzgefahr. Gut, dass man sich bisweilen an den Latschen festhalten kann.
Der darauffolgende, ausgesetzte Westgrat mit seinem festen Fels ist deutlich vergnüglicher. Der Warnhinweis in roten Lettern oben am Grat müsste eigentlich weiter unten stehen, wo die unangenehmere Passage noch vor einem liegt.

Wer darüber hinaus Lust auf eine stärker alpine Felskletterei verspürt, dem sei als Ergänzung der vollständige Zettenkaiser Westgrat (III) empfohlen.

Seit 2015 ist der Kaiserlift zum Brentenjoch nach einer Komplettsanierung wieder in Betrieb. Die Fahrt mit dem Einersessellift dauert etwa eine halbe Stunde. Wer nicht zu Fuß aufsteigt, spart sich mehr als zwei Stunden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1580 m20 km8:00 h

Anspruch■■■■■ T5 II-
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Aufstieg zum Brentenjoch

Am Bahnhof Kufstein überquert man den Inn, spaziert im Schatten der gewaltigen Festung über den Stadtplatz und dann geradeaus auf den Stadtberg zu. Am Waldrand beginnt beim Kienbach ein befestigter Fußweg, der teils über Stufen und in Serpentinen den Kienberg emporführt. Wenn es flacher wird, bei der ersten Gelegenheit rechts wenden und mäßig ansteigend oberhalb des Kienbachs zur Duxeralm1. Die Wegweiser an der Duxeralm beachten und die Kiesstraße zum Brentenjoch links durch den Wald, später auf einer ehemaligen Skipiste abschneiden. Anschließen nur einige Hundert Meter auf der Kiesstraße bleiben, bis rechts eine Abzweigung kommt (Schranke). Dort lässt sich eine lange Schleife vermeiden. Knapp unterhalb des Brentenjochs2 wird wieder die Kiesstraße erreicht.

Zur Kaindlhütte

Beim Brentenjoch stoßen die Liftfahrer sowie die Biker vom Aschenbrennerhaus dazu, so dass es nun richtig belebt wird. Alle wollen zur Kaindlhütte. Man verliert zunächst etwas an Höhe. Die Abkürzung über den Gaisbach zur Steinberghütte nicht verpassen! Die meisten rennen einfach daran vorbei, weil es nicht beschildert ist. Von der Steinberghütte3 zieht sich ein ausgewaschener Pfad durch die Weide zurück zur Kiesstraße. Kurz darauf gelangt man auf dieser zur Steinbergalm, zu der auch die Kaindlhütte4 gehört.

Normalweg auf den Zettenkaiser

Südöstlich der zahlreichen Hütten führen Spuren zwischen einigen großen Blöcken hindurch in den Wald. Dort zweigt links der Widauersteig zum Scheffauer ab. Wir halten uns dagegen rechts an den Riegensteig. Vorm Großen Friedhof5, den Resten eines Felssturzes, gäbe es nochmals links eine Gelegenheit zum Scheffauer. Vielleicht ein anderes Mal! Wildromantisch geht es nun unter einer Felswand entlang und über einen Minisattel zum Kleinen Friedhof6.
Man folgt den deutlichen Markierungen durchs Geröll und gewinnt über felsdurchsetztes, erdiges Steilgelände einen Absatz. Die schwierigste Kletterstelle kommt gleich am Anfang. Es ist eine kleine Wand (II-) direkt am Abbruch. Rechts oben ist ein hilfreicher Untergriff! Darüber krabbelt man durch eine bei Nässe recht heikle und schmierige Rinne sowie über brüchige Schrofen zum Westgrat. Dieser bietet endlich festen Fels. Das letzte Stück verläuft am Grat entlang in leichter Kletterei (I) zum Gipfel7.

Hinweis

Beim Abstieg darf man sich nicht dazu verleiten lassen, den Spuren im Geröll rechts hinunter in die Nordwand des Zettenkaisers zu folgen. Der Normalweg kehrt zum Grat zurück, wo ein großer Block eingeklemmt ist.

Bike & Hike: Die Strecke bis zur Kaindlhütte lässt sich auch gut mit dem Mountainbike überwinden – am schönsten über das Aschenbrennerhaus. Oder noch bequemer das Rad im Kaiserlift mitnehmen. Es gibt dafür spezielle Haken. Das Personal hilft beim Ein- und Aushängen.