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Zettenkaiser (1968 m) über Normalweg

Einsamer Klettertour im Wilden Kaiser

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Ganz im Westen des Wilden Kaisers liegt mit dem Zettenkaiser ein reizvolles Gipfelziel, zu dem man direkt von Kufstein aus hinaufwandern kann. Der Berg bietet eine einfache Kletterei und eine fantastische Aussicht über das Kufsteiner Land. Trotz der leichten Erreichbarkeit ist es am Zettenkaiser meistens ziemlich einsam. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Duxeralm über Kienberg
    2. Zum Brentenjoch
    3. Aufstiegshilfe Kaiserlift
    4. Zur Kaindlhütte
    5. Großer und Kleiner Friedhof
    6. Normalweg auf den Zettenkaiser
    7. Vorsicht beim Abstieg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Vom Gipfel lässt sich der interessante Aufstieg über den Westgrat schön überblicken.

Der Zettenkaiser steht ganz im Schatten des prominenteren Scheffauers. So hat man den Gipfel mit etwas Glück für sich allein, während drüben am Nachbarberg kräftig was los ist. Das Panorama vom Zettenkaiser kann sich dabei durchaus sehen lassen. Vor allem der Blick hinunter ins Inntal begeistert. Nur im Osten versperrt der höhere Scheffauer den Blick zu den bekannten Gipfeln des Wilden Kaisers.

Der Riegensteig auf den Zettenkaiser wurde mit keinerlei Sicherungen oder Tritthilfen versehen. Das ist fast ein wenig ungewöhnlich für das Kaisergebirge, wo doch sonst an jeder kleinen Kletterstelle Drahtseile drinhängen. Es kann aber auch nicht schaden, wenn man sich mal ganz auf das eigene Können und seine Trittsicherheit verlassen muss.
Wer es darüber hinaus noch etwas alpiner und wilder mag, der könnte auch den kompletten Westgrat (II+) überklettern. Der Riegensteig verläuft nämlich erst am Schluss über den Grat.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1580 m20 km8:00 h

Anspruch■■■■■ T5 II-
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die technischen Probleme beginnen auf dem Normalweg beim so genannten Kleinen Friedhof. Der Anstieg von dort zum Westgrat bietet eine Mischung aus Erde, losem Gestein und brüchigen Felsen. Dies macht aus der an sich leichten Kletterei besonders bei Nässe ein heikles Unterfangen. In dem abschüssigen Gelände besteht Absturzgefahr. Gut, dass man sich bisweilen an den Latschen festhalten kann.
Der darauffolgende, ausgesetzte Westgrat mit seinem griffigen, festen Fels ist deutlich vergnüglicher. Der Warnhinweis in roten Lettern oben am Grat müsste eigentlich weiter unten stehen, wo die unangenehmere Passage noch vor einem liegt.

Wegbeschreibung

Duxeralm über Kienberg

Die Tour startet am Bahnhof Kufstein. Man überquert den Inn und spaziert im Schatten der gewaltigen Festung über den historischen Stadtplatz. Danach geht es geradeaus auf den Stadtberg zu. Am Waldrand hinten beginnt beim Kienbach ein befestigter Fußweg, der teils über Stufen und in Serpentinen den Kienberg emporführt. Wenn es flacher wird, bei der ersten Gelegenheit rechts zum so genannten Elfenhain wenden. Der Steig passiert einige Rastplätze und zieht sich mäßig ansteigend oberhalb der Kienbachklamm Richtung Duxeralm. Kurz vor der Duxeralm1 wird eine Kiesstraße gekreuzt.

Zum Brentenjoch

An der Duxeralm die Wegweiser zum Brentenjoch beachten und nicht der Kiesstraße folgen. Diese wird stattdessen links neben der Alm durch den Wald sowie zum Teil auf einer ehemaligen Skipiste abgeschnitten. Anschließen nur einige Hundert Meter auf der Kiesstraße bleiben, bis rechts eine Abzweigung kommt (Schranke). Dabei handelt es sich wieder um eine alte Skipiste. Auf dieser lässt sich eine lange Schleife abkürzen. Später spaltet sich die Piste auf. Der rechte Ast führt direkt zum Brentenjoch2.

Aufstiegshilfe Kaiserlift

Seit 2015 ist der Kaiserlift zum Brentenjoch nach einer Komplettsanierung wieder in Betrieb. Die Fahrt mit dem Einersessellift dauert etwa eine halbe Stunde. Reist man nicht mit dem Auto an, muss man vom Bahnhof erst eine halbe Stunde zur Talstation laufen. Mit dem Stadtbus ist es auch nicht viel schneller. Doch selbst im ungünstigsten Fall spart der Lift verglichen mit dem Aufstieg über die Duxeralm mindestens zwei Stunden und natürlich 700 Höhenmeter.

Zur Kaindlhütte

Vom Brentenjoch führt ein beliebter Panoramaweg weiter zur Kaindlhütte. Auf der breiten Kiesstraße wird zunächst etwas an Höhe abgegeben. Nach einem guten Kilometer gibt es eine Abkürzung über den Gaisbach zur Steinberghütte. Diese sollte man nicht verpassen. Viele rennen einfach daran vorbei, weil die Stelle nicht beschildert ist. Von der Steinberghütte3 zieht sich anschließend ein ausgewaschener Pfad durchs Gras zurück zur Kiesstraße. Kurz darauf gelangt man auf dieser zur Steinbergalm, zu der auch die Kaindlhütte4 gehört.

Großer und Kleiner Friedhof

Südöstlich der zahlreichen Hütten der Steinbergalm liegen einige große Blöcke herum. Zwischen diesen steuert eine Pfadspur auf den Wald zu. Bei den ersten Bäumen zweigt links der Widauersteig zum Scheffauer ab. Wir halten uns dagegen rechts an den Riegensteig. Nach einem steilen Anstieg öffnet sich der Talkessel des Großen Friedhofs5, der mit Felssturzblöcken gespickt ist. Wildromantisch geht es nun unter einer Felswand entlang und über einen Minisattel zum Kleinen Friedhof.

Normalweg auf den Zettenkaiser

Man folgt im Kleinen Friedhof den deutlichen Markierungen durchs Geröll und gewinnt über felsdurchsetztes, erdiges Steilgelände einen Absatz. Die schwierigste Kletterstelle (II-) kommt gleich am Anfang. Es handelt sich dabei um eine kleine Wand, die mit einem roten Pfeil markiert ist. Rechts oben befindet sich ein hilfreicher Untergriff!
Über der Wand krabbelt man durch eine bei Nässe recht schmierige Rinne sowie über brüchige Schrofen zum Westgrat hinauf. Vorsicht auf Steinschlag, wenn noch andere unterwegs sind. Am Westgrat gibt es dann endlich festen Fels. Das letzte Stück zum Gipfel6 verläuft am Grat entlang in leichter Einserkletterei.

Vorsicht beim Abstieg

Beim Abstieg darf man sich nicht dazu verleiten lassen, den Spuren im Geröll rechts hinunter in die Nordwand des Zettenkaisers zu folgen. Der Normalweg kehrt zum Grat zurück, wo ein großer Block eingeklemmt ist.

Bike & Hike: Die Strecke bis zur Kaindlhütte lässt sich gut mit dem Mountainbike überwinden – am schönsten über das Aschenbrennerhaus. Oder noch bequemer das Rad im Kaiserlift mitnehmen. Es gibt dafür spezielle Haken. Das Personal hilft beim Ein- und Aushängen.