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Hammerstein, Zellerhorn und Laubenstein (1350 m)

Gratkletterei hoch über dem Priental

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Zellerhorn und Laubenstein stehen einander praktisch in Rufweite gegenüber. Das bringt ihren unterschiedlichen Charakter schön zur Geltung. Während das Zellerhorn mit seinen kühnen Steilgrasflanken wie eine Chiemgauer Miniaturausgabe der Höfats wirkt, präsentiert sich der Laubenstein mit einem griabigen Gipfelplateau.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Auf den Hammerstein
    2. Zellerhorn und Zellerwandl
    3. Rückweg über den Laubenstein
    4. Hinweis
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Blick vom Zellerwandl ins Priental und hinaus zum Chiemsee.

Diese Bergtour westlich des Prientals teilt sich, wie bereits angedeutet, in zwei völlig unterschiedliche Abschnitte. Die Überschreitung von der Hofalm über den Hammerstein und das Zellerhorn verläuft auf einem unbezeichneten Steig. Das Gelände ist längere Zeit sehr exponiert. Die Kletterei ist zwar technisch leicht, wegen der grasdurchsetzten Felsen aber dennoch respekteinflößend. Es gab schon schwere Unfälle. Keinesfalls bei Schnee oder Nässe unternehmen. Zwei besonders heikle Stellen sind mit Drahtseil gesichert. Man darf das jedoch nicht mit einem normalen Klettersteig verwechseln. Freies Klettern im II. Grad ist Grundvoraussetzung.
Ganz anders der Laubenstein, der keinerlei Probleme bereitet und wirklich ein urgemütlicher Wanderberg ist.

Erwähnenswert ist noch, dass es sich beim Laubenstein um ein kleines Karstgebiet mit mehreren Höhlen und Dolinen handelt. Besonders auffällig ist die als Eiskeller bezeichnete große Karstwanne beim Laubensteingatterl. In der Senke sammelt sich kalte Luft, was zu einer hochalpinen, baumlosen Flora führt. Wer nebenan ein paar Meter in die Schlüssellochhöhle kriechen möchte, sollte an die Taschenlampe denken.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m14 km4:50 h

Anspruch■■■■■ T5 I B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Auf den Hammerstein

Vom Bahnhof Aschau folgen wir der Kampenwandstraße in Richtung Süden bis zum Ortsende. Dort geht es nach rechts über die Prien und neben dieser flussaufwärts. Kurz hinter der Kneippanlage dann entsprechend der Beschilderung für die Hofalm in den Heurafflerweg biegen. Einige knackige Serpentinen höher tritt man hinaus auf den Boden der Hofalm1. Dahinter ist schon der unspektakuläre Hammerstein zu sehen. Nun bei den Almgebäuden südostwärts quer durch die Weidefläche hinauf zum bewaldeten Rücken. Oben findet sich ein gut erkennbarer Pfad, der problemlos bis unter den felsigen Gipfelaufbau des Hammersteins führt. Dort weicht er zunächst nach rechts aus und peilt dann einen Spalt in der Felswand an. Ein Drahtseil hilft über die feuchten Felsen, wobei kräftiges Zupacken erforderlich ist. Ein paar Meter weiter steht das Kreuz2 mit Blick zum Laubenstein.

Zellerhorn und Zellerwandl

Man steigt in den Einschnitt südlich des Hammersteins hinab und quert von da auf Spuren etwas in die Westflanke hinein. Danach zum Grat empor. Bevor es richtig heikel wird, mahnt das Gedenkkreuz für einen verunglückten, jungen Bergsteiger zur Vorsicht. Es wird sogleich ordentlich luftig. Im Osten brechen durchwegs hohe Felswände ab. Auf der anderen Seite befinden sich schroffe Grasflanken mit lockerem Baumbestand. Vorm Zellerhorn umgeht der schmale Steig einen Felsturm und wagt sich dahinter in einen grasbewachsenen Steilhang mit wenig soliden Griffen. Das ist die schwierigste Stelle und man ist froh, wenn das Drahtseil erreicht ist, das bis zum Gipfel des Zellerhorns3 leitet.
Anschließend wie gehabt meist am Grat entlang oder knapp darunter. Bei Verästelungen links halten. Zuletzt durch eine erdige Rinne (I) und an einigen Felszacken vorbei zum kleinen Kreuz am Zellerwandl4.

Rückweg über den Laubenstein

Man kann vom Zellerwandl entweder direkt zur Laubensteinalm absteigen oder noch vor bis zum höchsten Punkt an der Zellerwand5 und erst da hinab zur Alm. Von der Laubensteinalm sind es nur wenige Minuten zum Laubenstein6 mit seiner riesigen Rastfläche.
Zurück bei der Laubensteinalm wandert man auf einem Fahrweg zum Laubensteingatterl7. Im Süden erstreckt sich die oben beschriebene, baumlose Mulde des Eiskellers. Rechts gibt es einen Trampelpfad zur Schlüssellochhöhle. Ohne Ausrüstung kommt man nicht weit. Hinter dem engen Schlüssellochgang wartet die erste Abseilstelle.
Vom Laubensteingatterl zur Hofalm wechselt man zwischen einem alten Almweg und verschiedenen Forststraßen hin und her. Ein paar Hundert Meter vor der Frasdorfer Hütte kann rechts zur Hofalm abgekürzt werden, womit sich der Kreis wieder schließt.

Hinweis

Für diese Tourrichtung spricht, dass die schwierigsten Passagen alle im Aufstieg zu bewältigen sind. Nur selten zieht jemand die umgekehrte Reihenfolge vor.