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Zellerhorn und Laubenstein (1350 m)

Gratkletterei über dem Priental

(aktualisiert am )

Zellerhorn und Laubenstein sind zwei schnell erreichbare Gipfel bei Aschau im Chiemgau. Sie stehen einander praktisch in Rufweite gegenüber, was ihren unterschiedlichen Charakter schön zur Geltung bringt. Während das felsige Zellerhorn die Kraxler erfreut, ist der Laubenstein ein griabiger Wanderberg.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Von Aschau zur Hofalm
    2. Hammerstein
    3. Zellerhorn und Zellerwandl
    4. Laubenstein
    5. Rückweg über das Laubensteingatterl
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte und Literatur
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Blick vom Zellerwandl ins Priental und hinaus zum Chiemsee.

Das Zellerhorn gehört zu einem schmalen, felsigen Kamm, der sich bogenförmig um die Ost- und Südseite des Laubensteins legt. Obwohl sich der rundliche Laubenstein und das kecke Zellerhorn äußerlich stark voneinander unterscheiden, bestehen sie doch aus demselben fossilienreichen Crinoidenkalk. Auf dem flachen Gipfelplateau des Laubensteins ist dieses Juragestein leicht zugänglich und gilt als bedeutendes Geotop.

Der Crinoidenkalk des Laubenstein­gebiets verkarstet leicht. Dadurch entstand eine spannende Landschaft, die zudem geologisch äußerst interessant ist. Es gibt zahlreiche Höhlen, Ponore und Dolinen.
Besonders eindrucksvoll ist der große Einsturz­trichter des Grubalmkessels, besser bekannt unter dem Namen Eiskeller. Wir kommen auf dem Rückweg daran vorbei. In der Mulde des Grubalmkessels sammelt sich im Sommer kalte Luft, was zu einer hochalpinen, baumlosen Flora führt. Das Wasser läuft aus dem Grubalmkessel unterirdisch über einen Ponor ab. Mehrere Hundert Höhenmeter tiefer kommt es im Priental bei der Hammerbach­quelle wieder zum Vorschein.
Unweit des Eiskellers befindet sich übrigens die bekannte Schlüssellochhöhle. Der Schlüssel­loch­gang liegt gleich hinter dem Eingang. Diese Gangform ist typisch für Karsthöhlen. Sie entsteht, wenn der Wasserdruck in einem zunächst kreisrunden Gang nachlässt. Die Erosionskraft des Höhlenbachs wirk dann nur mehr nach unten, statt wie zuvor gleichmäßig nach allen Seiten. Wer ein Stück in die Höhle hineinkriechen möchte, sollte an den Helm und die Taschenlampe denken.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m14 km5:00 h

Anspruch■■■■■ T5 I B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Route über den Hammerstein und das Zellerhorn verläuft auf einem unbezeichneten Steig. Das Gelände ist längere Zeit sehr exponiert, die Kletterei zwar technisch einfach, wegen der grasdurchsetzten Felsen aber dennoch respekteinflößend. Es gab schon schwere Unfälle! Keinesfalls bei Schnee oder Nässe unternehmen.

Zwei besonders heikle Stellen sind mit Drahtseil gesichert. Man darf das jedoch nicht mit einem normalen Klettersteig verwechseln. Freies Klettern im II. Grad sollte beherrscht werden.

Am besten unternimmt man die Tour in der beschriebenen Richtung. Dann hat man die schwierigsten Passagen alle im Aufstieg. Anders herum ist es eher nicht zu empfehlen.

Wegbeschreibung

Von Aschau zur Hofalm

Vom Bahnhof Aschau folgen wir der Kampenwandstraße in Richtung Süden bis zum Ortsende. Dort geht es nach rechts zur Prien und neben dieser flussaufwärts. Kurz hinter der Kneippanlage dann entsprechend der Beschilderung für die Hofalm in den Heurafflerweg biegen. Einige knackige Serpentinen höher tritt man hinaus auf den Boden der Hofalm1.

Hammerstein

An der Hoflam ist bereits der aus dieser Perspektive reichlich unspektakuläre Hammerstein zu sehen. Bei den Almgebäuden weglos quer durch die Weidefläche linker Hand hinauf zum bewaldeten Rücken. Oben findet sich ein gut erkennbarer Pfad, der problemlos bis unter den felsigen Gipfelaufbau des Hammersteins führt. Dort weicht er zunächst nach rechts aus und peilt dann einen Spalt in der Felswand an. Ein Drahtseil hilft über die feuchten Felsen, wobei kräftiges Zupacken erforderlich ist. Ein paar Meter weiter steht das Kreuz2 mit Blick zum Laubenstein.

Zellerhorn und Zellerwandl

Man steigt in den Einschnitt südlich des Hammersteins hinab und quert von da auf Spuren etwas in die Westflanke hinein. Danach zum Grat empor. Bevor es richtig heikel wird, mahnt das Gedenkkreuz für einen verunglückten, jungen Bergsteiger zur Vorsicht. Es wird sogleich ordentlich luftig. Im Osten brechen durchwegs hohe Felswände ab. Auf der anderen Seite befinden sich schroffe Grasflanken mit lockerem Baumbestand. Vor dem Zellerhorn umgeht der schmale Steig einen Felsturm und wagt sich dahinter in einen grasbewachsenen Steilhang mit wenig soliden Griffen. Das ist die schwierigste Stelle und man ist froh, wenn das Drahtseil erreicht ist, das bis zum Gipfel des Zellerhorns3 leitet.
Anschließend wie gehabt meist am Grat entlang oder knapp darunter. Bei Verästelungen links halten. Zuletzt durch eine erdige Rinne (I) und an einigen Felszacken vorbei zum kleinen Kreuz am Zellerwandl4.

Laubenstein

Vom Zellerwandl kann man entweder noch vor bis zum höchsten Punkt an der Zellerwand5 laufen oder gleich direkt zur Laubensteinalm absteigen. Das Gelände ist nun deutlich einfacher. Unter der hohen Vegetation lässt sich der Pfad zur Alm allenfalls erraten. Die grobe Richtung sollte aber klar sein.
Auf der Laubensteinalm fällt ein von einer Klaubsteinmauer umgebener Almanger auf. Genutzt wird er offenbar nicht mehr. Von der Alm sind es nur mehr wenige Minuten bis zum Laubensteingipfel6, der uns mit einer riesigen, sonnigen Rastfläche empfängt.

Rückweg über das Laubensteingatterl

Zurück bei der Laubensteinalm wandern wir auf dem Fahrweg zum so genannten Laubensteingatterl7. Im Süden erstreckt sich die oben beschriebene baumlose Mulde des Eiskellers.Rechts gibt es einen Trampelpfad zur Schlüssellochhöhle. Ohne entsprechende Ausrüstung kommt man nicht weit. Hinter dem engen Schlüssel­loch­gang wartet die erste Abseilstelle.Vom Laubensteingatterl bis zur Hofalm wechselt die Wanderroute zwischen einem steinigen Almweg und verschiedenen Forststraßen hin und her. Ein paar Hundert Meter vor der Frasdorfer Hütte wenden wir uns dann rechts zur Hofalm, wo sich der Kreis wieder schließt.