Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Karwendel 

Zäunlkopf (1746 m) und Gleirschklamm

Erlebnisreiche Wanderung bei Scharnitz

(2)

Für Karwendelverhältnisse ist der Zäunlkopf ein ziemlich untypischer Berg. Sein Gipfel kratzt gerade einmal an der Krummholzzone. Doch das ist völlig ausreichen für den wahrscheinlich schönsten Blick ins Karwendeltal. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich die Tour mit einem Besuch der Gleirschklamm verbinden lässt.

Anzeige von Amazon

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Über den Mittagskopf zum Zäunlkopf
    2. Rückweg mit Gleirschklamm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (9 Fotos)
Die Schönen Aussicht am Zäunlkopf wird ihrem Namen mehr als gerecht.
Beim morgendlichen Aufbruch in Scharnitz könnte der Eindruck entstehen, dass es am Gipfel voll werden müsste. Doch der größte Teil der Bergsportler strömt ins Karwendeltal, ins Hinterautal oder zur Pleisenspitze. Der Zäunlkopf ist trotz seiner leichten Erreichbarkeit und der famosen Aussicht ein Nebenschauplatz. Mehr Betrieb herrscht da schon in der hellen und freundlichen Gleirschklamm. Eigentlich ist sie mehr eine Schlucht, die sich nur an wenigen Stellen zu einer echten Klamm verengt und im Übrigen viel Sonne hereinlässt. Die Felswände bestehen aus brüchigem Hauptdolomit, der zu einigen bizarren Formen erodiert ist. Früher wurde durch die Gleirschklamm Holz getriftet. Der alte Triftsteig wird heute als Wanderweg gepflegt. Er hat sich eine gewisse Urtümlichkeit erhalten und verlangt nach Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Seilsicherungen wurden sparsam verwendet. Aufpassen bei Gegenverkehr! Man kommt oft kaum aneinander vorbei. Abgesehen von der Gleirschklamm sind die Wege sehr einfach. Streckenweise müssen auch hatscherte Forststraßen akzeptiert werden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m18 km5:30 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Über den Mittagskopf zum Zäunlkopf

Vom Bahnhof in Scharnitz folgt man der Innsbrucker Straße ins Dorfzentrum. Dort nach der Kirche links und auf dem Langackerweg am Bahngleis entlang. Kurz nach der Piste am Brandlift zweigt man links Richtung Bärenklamm und Mühlberg ab. Der Zäunlkopf wird auf den Schildern seltsamerweise noch nicht erwähnt. Die so genannte Bärenklamm1 ist auf einem netten Bergweg bereits nach ein paar Minuten erreicht. Sie ist nicht wirklich spektakulär – nur ein kleiner, felsiger Graben. Leider endet der Bergweg schon bald an einer Forststraße, auf der es nun den Mühlberg hinaufgeht. Eine aufgelassene Skipiste sorgt für erste Ausblicke. Bei der ehemaligen Bergstation am Schlag oben endet die Forststraße und es schließt sich ein Steig an. Über einem ersten Steilstück flacht das Gelände am Luchstalkopf ab. Der Wald wird lichter und am Großen Mittagskopf2 beginnen die Latschen. Der Große Mittagskopf ist eine sonnige, mit Heidekraut bewachsene Kuppe. Dahinter kommt eine kleine Senke, aus der sich eine Latschengasse zum Zäunlkopf emporzieht. Der Zielpunkt ist allerdings nicht der Gipfel des Zäunlkopfs, sondern der Rastplatz an der Schönen Aussicht3 ein wenig unterhalb.

Rückweg mit Gleirschklamm

Nach der Schönen Aussicht ist als Nächstes die Oberbrunnalm dran. Dem Wegweiser folgend wird der eigentliche Gipfel des Zäunlkopfs südseitig umgangen. Eine Überschreitung wäre problemlos möglich, aber lohnt sich nicht wirklich. Ab der Oberbrunnalm4 gibt es zunächst wieder eine Kiesstraße, die im Isertal anfangs abgekürzt werden kann. Der exzellente Blick auf den Hohen Gleirsch entschädigt für diesen eher langweiligen Abschnitt. Auf der gegenüberliegend Talseite ist zwischendrin eine gewaltige, eiszeitliche Moräne zu sehen, die von mehreren Erosionsgräben zerfurcht wird. Das Geröll sammelt sich weiter unten am Grieß. Die Abzweigung bei der Isertalhütte5 über den Hochwald nach Scharnitz wird ignoriert. Bald darauf wechseln wir spitz links auf einen untergeordneten Forstweg und gelangen schließlich auf einem Steig hinab zum Gleirschbach. Früher gab es am Gleirschbach oberhalb der Klamm mehrere Triftklausen. In der AV-Karte sind diese mustergültig verzeichnet.
Etwa einen Kilometer lang geht es nun durch die Gleirschklamm6 Richtung Isar. Der Steig verläuft meist wenige Meter über dem Gebirgsbach. Die luftigen Stege sind originell, aber vielleicht nicht jedermanns Sache. Gegen Ende wird die Schlucht am schmälsten, bevor sie unvermittelt eine breite Kiesfläche freigibt. Dort kommt eine Gabelung. Der schnellere Rückweg nach Scharnitz ist links über den breiten Nederweg. Wer gleich die junge Isar sehen möchte, müsste rechts. Der Nederweg weicht ein wenig nach oben aus und nähert sich erst bei der Scharnitzer Alm7 der Isar. Das letzte Stück wandert man dann auf dem Isarsteig nach Scharnitz hinaus.