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Zäunlkopf (1746 m) und Gleirschklamm

Ruhige Wanderung bei Scharnitz

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Die Wanderung von Scharnitz über den Zäunlkopf beeindruckt vor allem wegen der gewaltigen Bergkulisse ringsum. An der so genannten Schönen Aussicht bietet sich zudem der wohl beste Blick ins Karwendeltal. Beim Rückweg kann man noch die wilde Gleirschklamm besuchen und auf der gemütlichen Oberbrunnalm einkehren. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Auf den Mühlberg
    2. Zäunlkopf über Mittagskopf
    3. Zur Oberbrunnalm
    4. Durchs Isertal
    5. Gleirschklamm
    6. Rückweg an der Isar
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
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Der Rastplatz an der Schönen Aussicht am Zäunlkopf wird seinem Namen mehr als gerecht.

Für Karwendelverhältnisse ist der Zäunlkopf ein ziemlich untypischer Gipfel. Kratzt er doch gerade einmal an der Krummholzzone. Die große Masse der Wanderer lässt die bewaldeten Erhebungen südlich von Scharnitz rechts liegen. Schließlich locken das Karwendeltal, der Isarursprung und viele spannende Gipfelziele. Bis zur Oberbrunnalm darf man sich daher über eine zwar nicht völlig einsame, doch immerhin nicht überlaufene Wanderung freuen.

Mehr Betrieb als am Zäunlkopf herrscht in der hellen Gleirschklamm. Eigentlich ist sie eher eine Schlucht, welche sich nur an wenigen Stellen zu einer echten Klamm verengt. Die Felswände bestehen hauptsächlich aus dem brüchigen Hauptdolomit. Das angebliche Vorkommen von Rauwacke kann ich nicht bestätigen. Auf jeden Fall sind die Gesteine der Klamm überwiegend weich und spröde, was zu den stark zerklüfteten Wänden führt.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde durch die Gleirschklamm Holz getriftet. Der heutige Wanderweg ging aus dem ehemaligen Triftsteig hervor. Bei genauer Betrachtung offenbart die AV-Karte einen kleinen Schatz. Entlang der Klamm sind nämlich Flurnamen aus den Zeiten der Trift eingezeichnet. Beispielsweise gibt es da den Wasserwirbel beim so genannten Torggl und am Zwisele teilt sich der Bachlauf auf.

Museumstipp: Das liebevoll gestaltete Museum Holzerhütte am Parkplatz Länd befasst sich mit Geschichte und Gegenwart der Holznutzung. Besonders im Fokus steht die Holzbringung im Gleirschtal.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m19 km5:30 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Bis auf die Gleirschklamm sind die Wege einfach. Streckenweise müssen auch hatscherte Forststraßen akzeptiert werden.
Der urtümliche Steig durch die Gleirschklamm verlangt nach Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Holzstege können rutschig sein. Seilsicherungen wurden nur sehr sparsam verwendet. Aufpassen bei Gegenverkehr! Man kommt oft kaum aneinander vorbei.

Wegbeschreibung

Auf den Mühlberg

Vom Bahnhof in Scharnitz folgt man der Innsbrucker Straße ins Dorfzentrum. Dort nach der Kirche links und auf dem Langackerweg am Bahngleis entlang. Kurz nach der Piste am Brandlift zweigt man links Richtung Bärenklamm und Mühlberg ab. Der Zäunlkopf wird auf den Schildern seltsamerweise noch nicht erwähnt. Die so genannte Bärenklamm1 ist auf einem netten Bergweg bereits nach ein paar Minuten erreicht. Sie ist nicht wirklich spektakulär – nur ein kleiner, felsiger Graben. Leider endet der Bergweg schon bald an einer Forststraße, auf der es nun den Mühlberg hinaufgeht. Eine aufgelassene Skipiste sorgt für erste Ausblicke. Bei der ehemaligen Bergstation am Schlag oben endet die Forststraße.

Zäunlkopf über Mittagskopf

Oben am Mühlberg schließt sich beim verlassenen Lifthäuschen ein Steig an. Über einem ersten Steilstück flacht das Gelände am Luchstalkopf ab. Der Wald wird lichter und am Großen Mittagskopf2 beginnen die Latschen. Der Große Mittagskopf ist eine sonnige, mit Heidekraut bewachsene Kuppe. Dahinter kommt eine kleine Senke, aus der sich eine Latschengasse zum Zäunlkopf emporzieht. Der Zielpunkt ist allerdings nicht der Gipfel des Zäunlkopfs selbst, sondern der Rastplatz an der Schönen Aussicht3 ein wenig unterhalb.

Zur Oberbrunnalm

Nach der Schönen Aussicht ist als Nächstes die Oberbrunnalm dran. Dem Wegweiser folgend wird der eigentliche Gipfel des Zäunlkopfs südseitig umgangen. Eine Überschreitung wäre problemlos möglich, aber lohnt sich nicht wirklich. Durch lichten Wald führt uns der Steig bergab zur Oberbrunnalm4.

Durchs Isertal

Ab der Oberbrunnalm gibt es zunächst wieder eine Kiesstraße, die im Isertal anfangs abgekürzt werden kann. Der exzellente Blick auf den Hohen Gleirsch entschädigt für diesen eher langweiligen Abschnitt. Auf der gegenüberliegend Talseite ist zwischendrin eine gewaltige, eiszeitliche Moräne zu sehen, die von mehreren Erosionsgräben zerfurcht wird. Das Geröll sammelt sich weiter unten am Grieß.
Die Abzweigung bei der Isertalhütte5 über den Hochwald nach Scharnitz wird ignoriert. Bald darauf wechseln wir spitz links auf einen untergeordneten Forstweg und gelangen schließlich auf einem Steig hinab zum Gleirschbach.

Gleirschklamm

Etwa einen Kilometer lang geht es nun durch die Gleirschklamm6 Richtung Isar. Der Steig verläuft meist wenige Meter über dem Gebirgsbach. Die luftigen Holzstege sind originell, aber vielleicht nicht jedermanns Sache. Gegen Ende wird die Schlucht am schmälsten, bevor sie unvermittelt eine breite Kiesfläche freigibt.

Rückweg an der Isar

Gleich nach dem unteren Ende der Gleirschklamm kommt eine Gabelung. Der schnellere Rückweg nach Scharnitz führt links über den breiten Nederweg. Wer gleich die junge Isar sehen möchte, müsste rechts. Der Nederweg weicht ein wenig nach oben aus und nähert sich erst bei der Scharnitzer Alm7 der Isar. Das letzte Stück wandert man dann auf dem Isarsteig nach Scharnitz hinaus. Schöne Kiesbänke laden dort noch zum Verweilen ein.