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Schildenstein (1613 m) und Wolfsschlucht

Rundtour bei Wildbad Kreuth

Bei der Wanderung auf den Schildenstein genießt man eine tolle Fernsicht und erlebt in der Großen Wolfsschlucht die wilde Seite der Tegernseer Berge. Besonders an heißen Tagen ist die Wolfsschlucht ideal für den Rückweg. Verspricht der klare Bergbach unten im Talgrund doch eine willkommene Abkühlung.
Stand:

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Der Schildenstein von Westen her betrachtet.

Der Schildenstein zählt zu den bekanntesten Tegernseer Bergen. Er begeistert mit seinem schönen Panorama und erlaubt einen beeindruckenden Blick auf den Guffert im Süden. Darüber hinaus liegt der Charme der Wanderung vor allem in ihren landschaftlichen Gegensätzen. So führt sie uns über blühenden Almweiden aber auch durch die raue Felslandschaft der Großen Wolfsschlucht.
Kein Wunder also, dass der Schildenstein an manchen Tagen recht überlaufen ist. Doch das gehört in den Blaubergen einfach mit dazu.

Tourcharakter und Schwierigkeit

820 m 14 km4:40 h

Anspruch ■■■■■■ T4  I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Das Schild, welches die Große Wolfsschlucht nur für Geübte empfiehlt, sollte durchaus ernst genommen werden. Zwar wurden ausreichend Drahtseilsicherungen angebracht und die Kletterstellen erreichen kaum den I. Grad. Trotzdem ist der Steig nicht ganz ungefährlich. Vor allem weil es in der nordseitigen Wand nie wirklich trocken wird. Die Bergwacht ist dort immer mal wieder gefordert und leider bleiben selbst schwere Bergunfälle nicht aus.
Falls weitere Wanderer unterwegs sind, muss mit Steinschlag gerechnet werden. Und natürlich sollte man auch selbst umsichtig sein, um keinen Stein loszutreten.
Bei starkem Regen, Gewittergefahr oder wenn noch viel Schnee drin liegt, meidet man die Wolfsschlucht am besten ganz.
Abgesehen von der Wolfsschlucht verläuft die Wanderung ansonsten auf einfachen, ungefährlichen Steigen.

Wegbeschreibung

Wildbad Kreuth

Autofahrer starten am besten beim Parkplatz Siebenhütten an der Gernbergbrücke. Bei einer Anreise mit dem Linienbus ist die Haltestelle Wildbad Kreuth dagegen oft günstiger, weil die Haltestelle Siebenhütten seltener angefahren wird.
Wer beim großen Wanderparkplatz von Wildbad Kreuth startet, läuft wie beschildert erst ein Stück an der Weißach entlang Richtung Westen. Der befestigte Kiesweg macht dabei einen Bogen um den Gebäudekomplex von Wildbad Kreuth1, welcher sich am Hochufer hinter den Bäumen versteckt.

Mindestens seit Ende des Mittelalters sind die schwefelhaltigen Heilquellen am Hohlenstein bekannt. Das dort errichtete Wildbad mit Kapelle gehörte bis zur Säkularisation dem Kloster Tegernsee. 1818 erwarb es König Maximilian I. und ließ es zu einem noblen Kurbad ausbauen. Neben dem Heilwasser verwendete man bei der Kur auch Ziegenmolke. Kurhaus und Sanatorium wurden 1973 geschlossen. Wildbad Kreuth befindet sich bis heute im Besitz der Wittelsbacher. Mehr Info

Zur Geißalm

Auf dem Weg zum Schildenstein kommt man an der Geißalm vorbei. Die aus Bruchsteinen gemauerte Hütte befindet sich in einem gepflegten Zustand.

Im Süden von Wildbad Kreuth liegt die Herzogliche Fischzucht. Dort trennen sich nach der Brücke über die Hofbauernweißach die Aufstiegsrouten.
Wer lieber über die Große Wolfsschlucht aufsteigt, schlägt den Weg nach Siebenhütten ein. Zur Geißalm geht es dagegen rechts. Nach nur wenigen Metern zweigt dann links der markierte Wanderweg über die Geißalm zum Schildenstein ab. Er wird schnell schmäler und steigt westwärts im Wald höher. Nach einer Biegung tritt man unvermittelt ins Freie und sieht voraus bereits die Geißalm2 mit ihrer stattlichen, langgezogenen Hütte liegen.
Ursprünglich war die Geißalm eine kleine Kälberalm. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ man auf ihr dann aber Geißen weiden. Für den Kurbetrieb in Wildbad Kreuth wurden nämlich große Mengen Ziegenmolke benötigt. Ziegenmolke galt als Heilmittel und wurde bei der Kur sowohl äußerlich angewendet als auch getrunken. Heute grasen auf der Alm wieder Kälber.

Schildenstein via Graseck

Bei der Geißalm nimmt man den linken Ast, der am Waldsaum einen breiten Rücken hinaufführt. Rechts ginge es zur Königsalm hinab. Bald wird das Graseck3 erreicht. Das ist ein schöner Aussichtspunkt mit Bank oberhalb der Königsalm.
Der Steig bleibt nach dem Graseck noch etwas am Waldsaum und schlängelt sich dann zielstrebig dem Schildenstein entgegen. Währenddessen weicht der Wald langsam den Latschen. Am Schildenstein­sattel flacht das Gelände ab. Von dort steigt man über losen Schotter und einfache Schrofen in wenigen Minuten auf den Gipfel4.

Abstieg durch die Große Wolfsschlucht

An den Strudeltöpfen unten in der Großen Wolfsschlucht lassen sich die überhitzten Füße bei einer gemütlichen Rast abkühlen.

Vom Schildenstein­sattel verläuft unser Weiterweg anschließend nach Osten auf den Blaubergkamm zu. Im Sattel vor dem Predigtstuhl zweigt dann links der Steig in die Wolfsschlucht ab. Zuvor wäre noch ein kurzer Abstecher zur bewirteten Blaubergalm möglich.
Hinter einem Buchenwäldchen beginnt der wilde Teil. Gleich am Anfang muss man durch eine abschüssige, sandige Runse. Ein Drahtseil hilft bei dieser heiklen Querung. Es folgen noch einige gesicherte Stellen in etwas lockerem und meist auch feuchtem Fels. Nach den letzten Felsstufen, die an kleinen Gumpen und Wasserfällen vorbeiführen, steht man unten in der Großen Wolfsschlucht5.

Rückweg über Siebenhütten

Die Felsweißach begleitet uns aus der Wolfsschlucht hinaus nach Siebenhütten.

Wildromantisch schlängelt sich der Wanderweg zunächst mehr oder weniger durch das Bachbett der Felsweißach. Nach den ersten 300 Metern kann man rechts am Wasserfall in der Kleinen Wolfsschlucht vorbeischauen.
Im Bereich der Königshütte wird das Tal breiter. Die Königshütte erinnert ebenso wie die Königsalm auf der anderen Seite des Schildensteins an die Zeit, als König Maximilian I. in der Gegend um Wildbad Kreuth auf die Jagd ging.
Ab der Königshütte gibt es einen Fahrweg. Er leitet über die Oberhofer Weißachalm nach Siebenhütten6 hinaus. Von den einst sieben Hütten der ehemaligen Pförneralm, die sieben Kreuther Bauern gehörten, stehen noch vier. Ja, richtig, es scheinen nur drei zu sein, aber bei einer handelt es sich um eine Doppelhütte, wie aus der Flurkarte eindeutig hervorgeht. Maximilian kaufte den Bauern die Pförneralm ab. Heute ist Siebenhütten eine beliebte Wandereinkehr.
Von Siebenhütten geht es entlang der Hofbauernweißach wieder zurück nach Wildbad Kreuth. Der kalte Gebirgsbach lädt mit seinen Kiesbänken und Felsen zum Schluss noch zu einer Rast oder vielleicht sogar einem erfrischenden Bad ein.