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Kraxelspaß am Wörner (2476 m)

Normalweg durch die rassige Westflanke

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Die Bergtour auf den Wörner ist ein Klassiker im Karwendel und in vieler Hinsicht typisch für das ganze Gebirge. Der Zustieg von Mittenwald ist lang, die Landschaft rau, der Fels nicht immer zuverlässig und die Aussicht prächtig. Die richtige Unternehmung also, um sich mit dem Karwendel anzufreunden. Vom Gipfel aus kann man schon mal erkunden, was es sonst noch an interessanten Zielen ringsum gibt.

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Laut Alpenvereins­führer erfolgte die erste Besteigung des Wörners von Süden her aus dem abgelegenen Großkar.
Durchgesetzt hat sich die leichter erreichbare Route von der bayerischen Seite. Diese beginnt am Wörnersattel, zu dem bequeme Bergwege hinaufführen. Anspruchsvoll wird es erst ab dem Wörnersattel. Über mehrere Hundert Höhenmeter wechseln sich Kletter- und Gehgelände ab, wobei die Schwierigkeiten tendenziell zunehmen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn noch Altschnee in den Rinnen drinliegt. Das kann bis in den Sommer hinein der Fall sein.

Mit nur einer IIer-Stelle scheinen die technischen Anforderungen moderat zu sein. Die anhaltende Steilheit verlangt trotzdem viel Routine und gute Nerven. Fühlt man sich in einem derart exponierten Felsgelände wohl, dann empfindet man das aber als Genusskletterei und kann jede Menge Spaß haben.

Die in älteren Berichten oft beklagte sparsame Markierung wurde übrigens längst verbessert. Bei Nebel ist der Wörner gleichwohl nicht zu empfehlen. Es wäre ja auch schade um die prachtvolle Aussicht.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Aufstieg über den Ochsenbodensteig

Der günstigere Bahnübergang ist derjenige nördlich des Mittenwalder Bahnhofs. Drüben geht es rechts am Bahngelände entlang und an der ersten Abzweigung links. Nach der Isarbrücke führen einige Stufen zur Seilbahn hinauf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steigt man hinab in ein Bachbett und gelangt darin unter der Europastraße hindurch. Anschließend links halten und der Beschilderung zur Dammkarhütte folgend im Wald den Ochsenbodensteig1 empor. Das zieht sich eine ganze Weile.

Zur Hochlandhütte

Hinter dem netten Aussichtspunkt am Ochsenboden wird mit deutlichem Höhenverlust die Geröllreise am Fuße der Kreuzwand gequert, so dass man die Ausläufer des Dammkars erreicht. Dort die Abzweigung zur Dammkarhütte ignorieren und einige Meter links abwärts. Die vielen Abkürzer Am Bankerl2 können für Verwirrung sorgen. Zur Hochlandhütte muss man gleich wieder rechts. Der Weg führt nun im Wald unter dem Predigtstuhl vorbei. Danach windet er sich lange durch die Latschen, bis schließlich die Hochlandhütte3 auftaucht.

Zum Wörnersattel

Trotz der beachtlichen Wegstrecke ist an der Hochlandhütte gerade einmal die Hälfte der Höhenmeter geschafft. Und es kommt noch ein weiteres eher flaches Stück. Erst hinauf zum Wörnersattel wird es ordentlich steil. Würde der Wörnersattel4 nicht von Vierbeinern aller Art kräftig gedüngt, wäre das ein herrlicher Rastplatz. So aber flüchtet man sich vor den Fliegen und dem Geruch schnell in die Felsen.

Normalweg auf den Wörner

Ein großer roter Pfeil markiert am Wörnersattel den Einstieg. Nach den ersten Klettermetern zieht sich der Steig eine längere Schutthalde zum Grat empor. Von dort zunächst in Gratnähe mit etwas mehr Felskontakt weiter aufwärts, bis die Markierungen auf einem Gamswechsel zurück in die Flanke leiten. An einer schmalen Rinne (IIer-Stelle) weist ein roter Pfeil nach oben. Ansonsten würde man intuitiv wohl auf dem Gamswechsel bleiben. Entweder in der Rinne oder rechts daneben in leichter Kletterei bis kurz unter den Gipfel5, der zuletzt von Südwesten gewonnen wird.

Abstieg über die Kälberalm

Beim Rückweg könnte man von der Hochlandhütte den alternativen Abstieg über die Kälberalm wählen. Das ist nicht unbedingt kürzer, aber bietet Abwechslung.
Dazu westwärts durch eine lichte Waldweide zur Oberen Kälberalm6 und ab da in Serpentinen zu einem Fahrweg hinunter. Dieser wendet sich bald darauf am Kälberalplbach nach links und folgt dessen Lauf bzw. später dem des Gassellahnbachs. Gegen Ende den Fahrweg verlassen und über die Stufen zur Europastraße abkürzen. An dieser entlang bis nach Mittenwald.
Erwägenswert wäre außerdem die Möglichkeit über die Untere Kälberalm7 zum Versorgungsweg der Dammkarhütte, welcher nahe der Karwendelbahn beim Parkplatz am Raineck endet.