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Zinnkopf (1227 m) von Hörgering

Winterwanderung bei Ruhplding

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Eine Wanderung auf den Zinnkopf geht eigentlich immer. Allerdings sollte man sich wegen der dichten Bewaldung nicht allzu viel davon versprechen. Als Ausweichziel bei kritischer Lawinenlage oder trübem Wetter ist der Zinnkopf aber völlig in Ordnung. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Wanderparkplatz in Hörgering
    2. Aufstieg über den Brombichel
    3. Zur Rabenmoosalm
    4. Rückweg über Zwickling
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Der Sulzberg vom Rauschberg aus gesehen. Seine höchste Erhebung ist der Zinnkopf in der Mitte.

Angesichts der ehemaligen Bergbau­aktivitäten im Raum Ruhpolding und Inzell könnte man vermuten, dass am Zinnkopf ebenfalls Metall gewonnen wurde. Das ist jedoch nicht der Fall. Am Sulzberg, zu dem der Zinnkopf gehört, wurde vor allem Holz für die Saline in Traunstein geschlagen. Außerdem gab es einen bedeutenden Sandstein­bruch, aus dem unter anderem Baumaterial für die Salinengebäude in Traunstein abgebaut wurde. Der Steinbruch wurde vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben.

Mit dem Metall Zinn hat der Zinnkopf nur indirekt etwas zu tun. Der Name stammt wohl von der Örtlichkeit Zinneben an der Nordseite des Sulzbergs. Gemeint ist damit eine eben Fläche, auf der Zinnkraut, also Schachtelhalm, wächst. Der Name Zinnkraut kommt daher, dass sich der Schachtelhalm durch seinen hohen Kieselsäuregehalt gut zum Reinigen von Zinn eignet.

Die jahrhunderte­lange Nutzung der Wälder für den Salinenbetrieb hinterließ am Sulzberg deutliche Spuren. Wo eigentlich Buchenmischwälder wachsen müssten, entstand ein nahezu reiner Fichtenwald. Das ist typisch für die ehemaligen Salinenwälder. Fichten wurden bewusst gefördert. Denn Fichtenholz schwimmt besser als das schwerere Buchenholz und ließ sich somit leichter triften. Fichtenholz lieferte außerdem genau das richtige Feuer für die Sudpfannen, in denen die Sole zur Salzgewinnung erhitzt wurde. Nicht zuletzt fanden die geradwüchsigen Fichtenstämme für die Holzrohre der Soleleitung Verwendung.

Tourcharakter und Schwierigkeit

630 m12 km3:40 h

Anspruch■■■■■■ WT2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Falls genug Schnee liegt, taugt der Zinnkopf gut dazu, erste Erfahrungen mit den Schneeschuhen zu sammeln. Die Route ist nämlich wirklich sehr einfach. Auch die Orientierung fällt dank der zuverlässigen Beschilderung leicht. Abseits der markierten Wanderwege besteht dagegen die Gefahr, sich in dem Forstwege­gewirr zu verheddern.
Bei Tauwetter sollte man den Zinnkopf meiden. Denn er ist berüchtigt dafür, dass seine Wege schnell aufweichen und unangenehm morastig werden.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz in Hörgering

Wir überqueren am Bahnhof von Eisenärzt die Traun und biegen dann rechts in die Bergstraße ein. Oben in Hörgering1 wie beschildert vor der Kirche rechts wenden. Bald trifft man im Südosten des Orts auf einen großen Wanderparkplatz.

Aufstieg über den Brombichel

Vom Wanderparkplatz in Hörgering folgt man etwa zwei Kilometer lang einer Forststraße. Bei der ersten Gabelung den rechten Ast nehmen. Am Brombichel2 kann man auf einen Steig wechseln. Wie überall steht auch dort ein Wegweiser. Da der Zinnkopf viel bestiegen wird, sollte der Steig normalerweise gespurt sein. Auf dem schwach ausgeprägten Rücken des Brombichels geht es gemütlich bergwärts. Zwischendrin kreuzt der ein oder andere Querweg.
Auf etwa 1000 Meter Höhe dreht der Weg spitz links. Gleich danach kommen wir an einem Aussichtsplatz mit einer originellen Rastbank vorbei. Von oben nicht einsehbar liegt unterhalb des Platzes ein ehemaliger Steinbruch.
Zum Gipfel ist es nun nicht mehr weit. Auf den letzten Metern wird es noch richtig steil und bei viel Schnee durchaus mühsam. Schließlich öffnet sich der düstere Fichtenwald und gibt die breite Kuppe des Zinnkopfs3 frei. Trotz der großen Lichtung gibt es am Gipfel kaum Aussicht.

Zur Rabenmoosalm

Vom Gipfelkreuz stapft man südostwärts über die sich verengende Lichtung. Bald geht es rechts zu einer Forststraße hinab. Auf dieser bleibt man dann bis zur Rabenmoosalm4.Alternativ käme auch die Strecke über die Mattheisstubn in Frage. Sie ist jedoch schattiger und im Winter nicht so leicht zu finden.

Rückweg über Zwickling

An der Rabenmoosalm beim Wegweiser rechts nach Bojern abzweigen. Ein schmaler Waldweg zieht sich dort quer durch den Hang. Nach gut zwei Kilometern mündet er wieder in eine Forststraße. Auf dieser wandern wir rechts Richtung Zwickling. An der nächsten Kurve stößt die oben erwähnte Variante über die Mattheisstubn dazu. Das letzte Stück nach Zwickling5 verläuft auf einem Teersträßchen.
Hinter Zwickling links über Feldwege vorwiegend im Freien weiter nach Geschwend und von dort zurück zum Ausgangspunkt in Hörgering.