Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Chiemgauer Alpen 

Von Hörgering auf den Zinnkopf (1227 m)

Lange Winterrunde am Sulzberg

(0)

Eine Wanderung auf den Zinnkopf geht eigentlich immer. Allerdings sollte man sich wegen der dichten Bewaldung nicht allzu viel davon versprechen. Als Ausweichziel bei kritischer Lawinenlage oder trübem Wetter ist der Zinnkopf aber völlig in Ordnung.

Zur Galerie (9 Fotos)
Zunächst ist eine kleine Namensklärung angebracht. Denn angesichts der ehemaligen Bergbauaktivitäten im Raum Ruhpolding könnte man leicht vermuten, dass am Zinnkopf ebenfalls Metall gewonnen wurde. Das ist allerdings nicht der Fall. Am Sulzberg, zu dem auch der Zinnkopf gehört, wurde vor allem Holz für die Saline in Traunstein geschlagen. Außerdem gab es dort Steinbrüche, die allerdings schon lange stillgelegt sind. Der Name des Zinnkopfs stammt wohl von der Örtlichkeit Zinneben auf der Nordseite des Sulzbergs. Gemeint ist damit eine eben Fläche, auf der Zinnkraut, also Schachtelhalm, wächst. Der Name Zinnkraut kommt daher, dass sich der Schachtelhalm durch seinen hohen Kieselsäuregehalt gut zum Reinigen von Zinn eignet.
Dem Sulzberg sieht man die jahrhunderte­lange forst­wirtschaftliche Nutzung deutlich an. Seine Wälder bestehen fast ausschließlich aus Fichten. Eigentlich müsste die Buche dominieren. Außerdem sind die Hänge mit einem unübersichtlichen Gewirr an Kiesstraßen und Rückewegen überzogen. Ohne die gute Beschilderung wäre die Orientierung sicher nicht ganz einfach.

Wegbeschreibung zur Winterwanderung

Aufstieg über den Brombichel: Wir überqueren am Bahnhof von Eisenärzt die Traun und biegen dann rechts in die Bergstraße ein. Oben in Hörgering1 wie beschildert vor der Kirche rechts wenden. Bald trifft man auf einen großen Parkplatz und folgt von da aus etwa zwei Kilometer weit einer Forststraße. Bei der ersten Gabelung den rechten Ast nehmen. Am Brombichel2 kann man auf einen Steig wechseln. Wie überall steht auch dort ein Wegweiser. Da der Zinnkopf viel bestiegen wird, sollte der Steig normalerweise gespurt sein. Auf dem schwach ausgeprägten Rücken des Brombichels geht es gemütlich bergwärts. Zwischendrin wird der ein oder andere Querweg gekreuzt. Auf etwa 1000 m Höhe dreht der Weg spitz links. Gleich danach kommen wir an einem Aussichtsplatz mit einer originellen Rastbank vorbei. Von oben nicht einsehbar liegt unterhalb des Platzes ein ehemaliger Steinbruch.
Zum Gipfel ist es nun nicht mehr weit. Allerdings wird es auf den letzten Metern noch richtig steil und bei viel Schnee durchaus mühsam. Schließlich öffnet sich der düstere Fichtenwald und gibt die breite Kuppe des Zinnkopfs3 frei. Trotz der großen Lichtung gibt es am Gipfel kaum Aussicht.

Rückweg über die Rabenmoosalm: Vom Gipfelkreuz stapft man südostwärts über die sich verengende Lichtung. Bald geht es rechts zu einer Forststraße hinab. Auf dieser bleibt man dann bis zur Rabenmoosalm. Alternativ käme auch die Strecke über die Mattheisstubn in Frage. Sie ist jedoch schattiger und im Winter nicht so leicht zu finden.An der Rabenmoosalm4 rechts nach Bojern abzweigen. Ein schmaler Waldweg zieht sich dort quer durch den Hang. Nach gut zwei Kilometern mündet er wieder in eine Forststraße. Auf dieser wandern wir rechts Richtung Zwickling. An der nächsten Kurve stößt die Variante über die Mattheisstubn dazu. Das letzte Stück nach Zwickling5 verläuft auf einem Teersträßchen. Hinter Zwickling links über Feldwege vorwiegend im Freien weiter nach Geschwend und von dort zurück zum Ausgangspunkt in Hörgering.