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Wallberg (1723 m) von Wildbad Kreuth

Schöne Schneeschuhtour über den Setzberg

Für geübte Schneeschuhwanderer ist die Wintertour von Wildbad Kreuth über den Setzberg zum Wallberg ein Traum. Auf der langen Überschreitung genießt man eine wunderbare Aussicht in die Tegernseer Berge und erlebt zumindest teilweise etwas winterliche Bergeinsamkeit.

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Das Wallbergkircherl Heilig Kreuz wurde 1909 erbaut. Als Vorbild diente das Wendelsteinkircherl.

Der Wallberg steht im Zentrum des Tegernseer Wintersports. Berühmt-berüchtigt ist seine Naturrodelbahn, eine der längsten Deutschlands. Leider passieren auf der rasanten Strecke häufig Unfällen. Wanderer kommen mit den Rodlern zum Glück kaum in Berührung.
Unabhängig davon sollte man sich aber darauf einstellen, dass rings um den Wallberg auf jeden Fall viel Trubel herrscht. Dafür ist die Route bis zum Setzberg relativ ruhig. Dieser Teil macht auch den eigentlichen Reiz der Schneeschuhtour aus. Beim südseitigen Aufstieg über die Ableitenalm strahlt einem dort hoffentlich die Wintersonne ins Gesicht und rückt die gegenüber­liegenden Blauberge ins rechte Licht. Ab dem Grubereck zieht dann vor allem der Blankenstein den Blick auf sich und am Setzberg lacht zusätzlich noch der Tegernsee herauf.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1275 m 16 km6:00 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition■■■■■
Orientierung■■■■■■

Die Tour richtet sich eher an bereits erfahrene Schneeschuh­geher. Denn es sind recht steile Hänge zu meistern. Zwischen Grubereck und Setzberg geht es teilweise knapp am Abgrund entlang. Zu den technischen Schwierigkeiten kommt noch eine hohe konditionelle Anforderung hinzu.

Ob der Freude über die herrliche Winterlandschaft darf die Lawinengefahr nicht außer Acht gelassen werden. Besonders der locker bewaldete, steile Hang über der Ableitenalm ist problematisch. Ab Warnstufe drei sollte man die Tour unbedingt verschieben.

Wegbeschreibung

Lange Au

Wir starten am großen Wanderparkplatz bei Wildbad Kreuth und schlagen den Weg hinter in die Lange Au ein. Schon nach kurzer Zeit wird die Schwaigeralm1 passiert. Sie ist seit den 60er Jahren keine echte Alm mehr, sondern eine reine Ausflugswirtschaft. Man kann nun entweder auf dem Fahrweg bleiben oder rechts auf den Fußweg ausweichen. Der Fahrweg ist manchmal unangenehm vereist. Nach einem guten Kilometer zweigt der Steig für Risserkogel und Wallberg links ab.

Grubereck über Ableitenalm

Blick von der Ableitenalm in die tief verschneiten Blauberge.

Bis zur Scheuereralm zeichnet sich der Steig auch bei viel Schnee einigermaßen im Gelände ab. Meistens sind ohnehin Spuren vorhanden. Neben dem Hirschlahnergraben geht es in Serpentinen empor, bis man durch eine Art Felsentor die kleine Lichtung der Scheuereralm betritt. Von der Scheuereralm bis zur Ableitenalm gibt dann ein deutlicher Rücken die ungefähre Aufstiegsroute vor. Wir holen etwas nach links aus und orientieren uns anschließend nach rechts oben.
Kurz vor der Ableitenalm2 öffnet sich der Wald. Ab da sind die Bäume nur mehr recht spärlich gestreut. Das Gelände wird abschüssiger. Von der Wegführung ist nun nichts mehr zu erkennen. Man stapft am besten geradewegs nach oben und sollte nicht zu stark nach links tendieren. Bei Erreichen der Anhöhe sind es nur noch wenigen Minuten zum unscheinbaren Grubereck3. Die meisten wenden sich natürlich rechts zum Risserkogel, so dass es vorerst sogar einsam werden kann.

Setzberg

Vom Grubereck steigt man zunächst nach Norden in eine Einsattelung ab. Es ist nicht ganz leicht, in dem steilen Gelände zwischen den Latschen die günstigste Linie zu finden. Besonders wenn sich der Schnee dort hoch auftürmt. Danach gibt der Grat die Richtung vor. Manchmal heißt es ein wenig nach links ausweichen.
Der Steig, welcher ostseitig um den Setzberg herumführt, ist im Winter unbedingt zu meiden. Es besteht die Gefahr, dass sich bei der Begehung ein Schneebrett löst. Außerdem bietet der Setzberg4 eine schöne Aussicht und seine Nordseite hat genau die richtige Hangneigung, um genussvoll mit den Schneeschuhen zum Wallbergsattel hinabzugleiten.

Wallberg

Wenn Rodelbetrieb herrscht, ist es sicherer, hinter dem Wallberghaus5 statt des Fahrwegs direkt zum Wallbergkircherl aufzusteigen. An der Wallbergbahn vorbei geht es anschließend in einer Linksschleife zu einer Schulter hinauf. Oben steht die Hintermaueralm. Das letzte Stück von der Almhütte zum Wallberggipfel6 ist ein bisschen felsig, jedoch unproblematisch.

Wallbergbahn oder Winterweg

Die Fahrt mit der Wallbergbahn ist zwar ein wenig teuer, aber dennoch empfehlenswert, weil man dabei fortwährend auf den Tegernsee hinabschauen kann.
Ansonsten gäbe es den viel begangenen, breiten Winterweg, der sich am Wallbergsattel von der Rodelbahn trennt. Der Winterweg folgt einem Geländerücken und taucht später links in den Klafferbachgraben ab. Dort kommt man bei der Wallbergmoosalm7 vorbei, der letzten Einkehr­möglichkeit vor dem endgültigen Abstieg.
Von der Wallbergmoosalm quert die Route schließlich nordwärts durch den Hang zur Talstation der Wallbergbahn.