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Weiße Pracht am Seeberg (1538 m)

Schneeschuhtour bei Bayrischzell

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Sobald der erste Schnee fällt, kehrt am Seeberg Ruhe ein. Nur auf dem Bayrischzeller Höhenweg sind noch gelegentlich ein paar Winterwanderer unterwegs. Der Seebergkopf hingegen wird kaum bestiegen. Wohl auch deshalb, weil er eine solide Erfahrung mit Wintertouren voraussetzt und sich die Orientierung nicht ganz einfach gestaltet.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Über die Klareralm zum Seebergkopf
    2. Abstieg nach Bayrischzell
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Hinter dem Sudelfeld sind die Chiemgauer Alpen zu sehen. Die beiden Gipfel rechts heißen Vogelsang und Kleiner Traithen.
Liegt wenig Schnee, ist der Seeberg auch in der kalten Jahreszeit ein einfaches Wanderziel und erfordert dann nicht einmal Schneeschuhe. Wenn die Wege hingegen tief unter der weißen Pracht verschwinden, wird es anspruchsvoller. Die Hangneigung bewegt sich an einigen Stellen bis im Bereich von 40 Grad. Man sollte also besser nicht von der Route abkommen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn ordentlich gespurt ist ab der Klareralm nur selten. Wegen der schwach ausgeprägten Wegtrassierung und einer lückenhaften Markierung sind Verhauer kaum zu vermeiden. Daher unbedingt das GPS-Gerät mitnehmen. Dieses ist außerdem für den von mir empfohlenen direkten Abstieg vom Seebergkopf zur Neuhüttenalm nützlich. Durch diese Abkürzung kann beim Rückweg der Schlenker über die Seebergalm und damit vor allem der lawinengefährdete Hang westlich der Neuhüttenalm vermieden werden. Der Sommerweg von der Seebergalm zur Neuhüttenalm würde nämlich durch steiles, offenes Gelände führen. Zu allem Überfluss befindet sich darin auch noch eine Mulde, die oft hoch mit Schnee aufgefüllt ist. Abgesehen davon gilt der Seeberg durch seine dichte Bewaldung lawinentechnisch als unproblematisch. So darf man sich bei optimaler Routenwahl relativ sicher fühlen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

780 m12 km4:40 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Über die Klareralm zum Seebergkopf

Westlich des Osterhofener Bahnhofs befindet sich die Fußgängerunterführung. Auf der anderen Seite begibt man sich nicht zur Wendelstein-Seilbahn, sondern wendet sich links. Bei der Deutschen Alpenstraße muss man ein paar Meter nach rechts zum Gehöft von Niederhofen. Anschließend durch Niederhofen hindurch und auf den Wald zulaufen. Am Waldrand überquert die Straße Leitzach und Alpbach. Drüberhalb des Alpbachs ist der Seeberg bereits ausgeschildert. Etwa zwei Kilometer lang verläuft nun ein netter Wanderweg direkt am Alpbach1 entlang. Dabei bietet sich anfangs ein großartiger Blick auf die Miesinggruppe. Hinter einer kleinen Staumauer wird die Bachseite gewechselt. Entsprechend der Beschilderung wandern wir auf einem breiten Wirtschaftsweg zwischen Steilenberg und Seeberg in das Steilenbachtal hinein. Wenn die Gamswand näherrückt, macht der Weg einen Linksschwenk und verlässt den Wald. Vor uns breitet sich ein weites Hochtal aus. Geradeaus liegt die Niederhoferalm, links die Klareralm2. An der Klareralm vorbei geht es nun auf den Seeberg zu. Während der breite Almweg mäßig ansteigend die Neuhüttenalm ansteuert, müssen wir bald an einem Wegweiser links abzweigen. Ab da wird die Orientierung selbst bei mäßiger Schneelage diffizil, außer es wurde schon gespurt. Der Steig zieht sich zunächst westwärts durch einen Kahlschlag. Dort, etwa auf Höhe der Klareralm, rechts kehren und ungefähr doppelt so weit nach Osten. Im letzten Abschnitt führt der Steig dann in kurzen Serpentinen steil bergauf, bis er die längliche Lichtung der Seebergalm3 erreicht. Von der Almhütte stapft man durch eine Schneise mäßig ansteigend weiter ostwärts. Oben links halten und zwischen den letzten Bäumen hindurch zum freien Gipfelplateau des Seebergkopfs4.

Abstieg nach Bayrischzell

Wie oben erläutert ist im Winter der direkte Abstieg vom Seebergkopf zur Neuhüttenalm zu bevorzugen. Dazu orientiert man sich konsequent am Ursprungtal und tendiert immer etwas nach links. Lockerer Wald wechselt sich mit kleinen Freiflächen ab, bis die Bäume ganz zurückweichen und unten die Neuhüttenalm5 auftaucht. Wegen des fantastischen Blicks ins Ursprungtal errichteten die Bayerischen Gebirgsschützen an der Neuhütte in den Napoleonischen Kriegen einen Beobachtungsposten. Eine Gedenktafel neben der Hütte erinnert daran. Ab der Neuhüttenalm folgt man dem Bayrischzeller Höhenweg östlich um den Seeberg herum. Nach einem kurzen, recht abschüssigen Stück wird das Gelände zunehmend einfacher und die Wegführung ist gut zu erkennen. Meistens ist ohnehin gespurt. Hinter einem älteren Windbruch fällt der Steig stärker ab. Schließlich führt er in Serpentinen neben einem Graben hinab nach Bayrischzell. Man kommt am Parkplatz bei der Minigolfanlage heraus. Zum Bahnhof ins Dorf hinein und im Zentrum links.
Wer zum Auto nach Osterhofen zurück muss, nimmt den Talwanderweg an der Leitzach entlang. Leider ist das ein rechter Hatscher.