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Schweinsberg (1514 m) über Kesselalm

Leichte Schneeschuhtour bei Birkenstein

Auf dem Schweinsberg ist es meistens eher ruhig – erst recht natürlich in der kalten Jahreszeit. Viele begnügen sich dann mit der gemütlichen Winterwanderung von Birkenstein zur Kesselalm. Doch bei sicheren Lawinenverhältnissen und guter Sicht lohnt es sich, mit den Schneeschuhen noch bis zum Schweinsberg aufzusteigen.
Stand:

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Vom Gipfel des Schweinsbergs hat man eine schöne Aussicht in die Schlierseer Berge.

Im Winter wird der Schweinsberg fast ausnahmslos über die ganzjährig bewirtschaftete Kesselalm bestiegen.
Möglich wäre es aber auch, die Route via Spitzingalm und Kirchwand zu nehmen, wobei diese schwerer zu finden ist.
Der Nordgrat sollte im Winter nicht mehr begangen werden, denn zwischen dem Schweinsberg­gipfel und dem Breitensteinsattel wurde 2017 ein Wald-Wild-Schongebiet eingerichtet.
Keine Option ist außerdem der Weg um die Nordseite des Schweinsbergs vom Breitensteinsattel zur Aiblinger Hütte. Trotz einer Breite von teils mehreren Metern kann er bedingt durch Lawinenabgänge völlig vom Schnee verschluckt werden. Unterhalb befindet sich sehr steiles, felsiges Gelände, so dass dort hohe Absturzgefahr besteht.

Rodeltipp: Der Fahrweg zur Kesselalm verwandelt sich im Winter in eine rasante, aber auch gefährliche Naturrodelbahn. Ihre Spitzkehren sind tückisch. Wegen der Südexposition taut die Strecke leider schnell auf. Über die aktuellen Bedingungen bitte bei rodelfuehrer.de informieren.

Tourcharakter und Schwierigkeit

740 m 13 km3:50 h

Anspruch ■■■■■■ WT3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Selbst im Winter stellt der Schweinsberg keine besonderen Anforderungen. Nur ein bisschen anstrengender ist es eben.
Vor möglichen Lawinen darf man sich bis zur Kesselalm weitgehend sicher fühlen. Zur Kothalm muss jedoch ein lawinen­gefährdeter Hang gequert werden. Im Zweifelsfall kann man die Tour mit einer gemütlichen Einkehr auf der Kesselalm abbrechen.
Bei Tauwetter eignet sich der Schweinsberg eher weniger. Denn ab der Kothalm kann es dann ziemlich batzig werden. Nomen est omen.

Wegbeschreibung

Von Geitau nach Birkenstein

Unser erstes Zwischenziel ist der Wallfahrtsort Birkenstein bei Fischbachau. Dazu beim Bahnhof Geitau durch die Unterführung und einfach der Beschilderung folgen. Nach einem Kilometer kommt ein Stadel. Dort den rechten Ast nehmen. Links wäre deutlich länger. Es dauert eine ganze Weile, bis endlich Birkenstein auftaucht. Kurz vor dem Ort zweigt rechts ein Weg zur Kesselalm ab, ein zweiter dann wenige Hundert Meter weiter bei der sehenswerten Wallfahrtskapelle Birkenstein1, die den kleinen Umweg auf jeden Fall lohnt.

Kulturtipp: Die Wallfahrtskapelle Birkenstein geht auf einen von Birken umgebenen Felsblock zurück, auf dem ein Marterl stand. Der überbaute Felsblock ist zum Teil noch zu sehen. Nachdem mehreren Gläubigen, darunter dem Fischbachauer Pfarrvikar Stiglmaier, am Marterl die Gottesmutter Maria im Traum erschienen war, wurde zunächst 1673 eine kleine Kapelle errichtet. Wegen der vielen Wallfahrer reichte diese bald nicht mehr aus und so entstand 1710 die heutige Loretokapelle. Im 18. Jahrhundert betreuten Einsiedler die Wallfahrts­kapelle.
Ein interessantes Detail stellt der Bückeingang in die Krypta mit dem Heiligen Grab dar. Nach der Volksfrömmigkeit sollen beim Hindurchschlüpfen Sünden und Krankheiten abgestreift werden. Sehr ausführlich wird die Geschichte der Wallfahrtskapelle Birkenstein in Fischbachau in der Sendung Heimatgschichtn behandelt, die man sich vor dem Besuch unbedingt ansehen sollte.

Zur Kesselalm

Im Prinzip kann man bis zur Kesselalm einfach auf dem Fahrweg laufen. Es gibt allerdings auch einen sinnvollen Abkürzer. Dazu gleich nach der Brücke über den Sattelbach rechts wenden. Nicht davor! Der relativ breite Weg ist praktisch immer gespurt. Er trifft später wieder auf den Fahrweg. Alle anderen Abkürzer sind im Winter nicht wirklich zu empfehlen.
Am Kothgraben wird der Wald dann verlassen und es geht in zähen Serpentinen zur Kesselalm2 hinauf.

Schweinsberg über Kothalm

Im Osten des Schweinsbergs erhebt sich der Wendelstein.

Kurz nach der Kesselalm quert man rechts den steilen Hang. Durch den Hang zieht sich eigentlich ein breiter, trassierter Weg, der aber komplett vom Schnee verdeckt sein kann. Bei fehlenden Spuren dienen die einzeln stehenden Fichten als Orientierungspunkt. Sie geben die Richtung vor. Hinter einer Biegung taucht der Weg in den Wald ein und schon wird die Kothalm3 erreicht.
Bei der Kothalm links halten und durch einen schmalen Waldstreifen hinauf zum Schweinsbergsattel. Von dort hat man einen der schönsten Blicke auf den Wendelstein. Das Ziel ist nun schon sehr nah. Die Route führt zunächst geradewegs gen Norden den Berg hinauf, macht bald einen Schlenker nach rechts und erreicht so den Ostrücken. Oben geht es schließlich in wenigen Minuten dem Rücken folgend zum Schweinsberggipfel4.