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Schönleitenschrofen (1706 m)

Anspruchsvolle Schneeschuhtour am Tegelberg

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Das Tegelbergmassiv endet im Osten mit dem Schönleitenschrofen. Dieser Gipfel wird im Winter praktisch nicht bestiegen und ist nur bei mäßiger Schneemenge eine Option. Steile Abschnitte, schrofiges Gelände und mehrere Gegenanstiege verlangen nach einer extra Portion Ausdauer und Konzentration. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zum Latschenschrofen
    2. Übergang zum Schönleitenschrofen
    3. Abstieg über die Drehhütte
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Blick vom Schönleitenschrofen nach Westen. Links steht der Straußberg und rechts der Branderschrofen.
Bis zum kleinen Latschenschrofen, vis-a-vis von Tegelberg und Branderschrofen, trifft man auf keine nennenswerten Hindernisse. Doch ab da geht es richtig zur Sache. Der Einstieg in den so genannten Kessel ist extrem steil und kostet Überwindung. Der Kessel ist darüber hinaus äußerst lawinengefährdet. Auf Spuren sollte man nicht zählen. Die passende Route muss man schon selbst finden oder das GPS-Gerät. Die schwierigste Passage kommt zum Schluss, denn am Schönleitenschrofen wird ein abschüssiger, felsiger Hang gequert. Knapp unterm Gipfel gibt es einige Meter leichtes Ier-Gelände. Was ohne Schnee und bei trockenen Verhältnissen kaum beeindruckt, ist bei winterlichen Bedingungen durchaus anspruchsvoll. Ein Ausrutscher könnte böse enden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1200 m13 km6:10 h

Anspruch■■■■■ WT5 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Aufstieg zum Latschenschrofen

Von der Talstation der Tegelbergbahn folgt man dem mit vielen Schildern gekennzeichneten Skitouren-Lehrpfad über die Rohrkopfhütte1. Der Lehrpfad tangiert die Piste nur am Rande, so dass es keine Konflikte mit herabkommenden Skifahrern geben kann. Rechts hat man immer wieder die Zacken des Gelben Wandschrofens im Blick. Am Grüble, einer Mulde unterhalb von Tegelberg und Branderschrofen, wird der Lehrpfad entsprechend der Beschilderung nach links verlassen. Der Weg zum Schönleitenschrofen weicht einer Felsstufe südseitig aus und steigt dahinter sofort zum Grat hinauf. Zwischen Fichten und Latschen geht es ostwärts Richtung Latschenschrofen. Dort dürfte noch gespurt sein. Kurz vor dem Latschenschrofen2 wird der Einstieg in den Kessel passiert. Wenn die Bedingungen nicht passen, gibt es zum Trost wenigstens eine ruhige Gipfelrast.

Übergang zum Schönleitenschrofen

Der Kessel3 wird nicht auf der Linie des Sommerwegs, sondern weiter links in sicherer Entfernung zu der lawinengefährdeten Flanke des Branderschrofens durchquert. Auf der gegenüberliegenden Seite rechts des Spitzigschröfles (Franziskaner) in einen Sattel hinauf. Vor uns breitet sich im Osten das Lobental aus. Am Sattel beim Wegweiser nach links wenden. Im Schatten kleiner Felswände, die zum Roßgern gehören, stapft man durch den Wald. Vom markierten Weg ist nur sporadisch etwas zu sehen. Ansonsten gibt es keine Schwierigkeiten, außer dass sich der Schnee hoch auftürmen kann. Immer schön oben bleiben, auch wenn es einen manchmal nach rechts unten ziehen möchte. Hinter der Abzweigung zum Vorderen Mühlberger Älpele beginnt sich der Hang nach einer kurzen Verschnaufpause stark zu neigen. Es wird felsig, jedoch nicht wirklich ausgesetzt. Unbedingt auf dem Steig bleiben! An einem Felsaufschwung wie markiert rechts vorbei. Wer Schneeschuhe verwendet, legt sie nun besser ab. Dann über Schrofen (I) auf den breiten Gipfelbuckel des Schönleitenschrofens4, der sich zum Kreuz hin jedoch zusammenzieht.

Abstieg über die Drehhütte

Ist man erst einmal wieder sicher vom Schönleitenschrofen herunten, wird es recht gemütlich. Die übrige Strecke wird auch im Winter häufiger begangen. Zum Vorderen Mühlberger Älpele5 läuft es sich wie geschmiert. Der Schwung schadet nicht, denn links der Alm muss man am Buchenbichel leicht bergauf. Anschließend in Serpentinen einen Hang mit jungem Baumbestand zu einem Forstweg hinab. Der Forstweg führt zur Drehhütte6. Trotz erneuten Gegenanstiegs ist es am Schnellste, von dort über die Rohrkopfhütte zurückzuwandern.