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Schleierfällen an der Ammer

Winterwanderung durch die obere Ammerschlucht

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Über 100 Meter tief hat sich die Ammer in die Molasse hineingegraben und so die wildeste Flusslandschaft des bayerischen Alpenvorlands geschaffen. Am besten lässt sich die Ammerschlucht zwischen Saulgrub und Bad Bayersoien erwandern. Dort liegen auch die einzigartigen Schleierfälle, welche als herausragendes Naturdenkmal unter strengem Schutz stehen. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Von Altenau nach Kammerl
    2. Vom Parkplatz Kammerl zu den Schleierfällen
    3. Zur Soyermühle
    4. Über den Böhmer Weiher nach Saulgrub
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Durch Ausfällung von Kalk wächst an den Schleierfällen ein Überhang aus Kalktuff.

Die überhängenden Felsen der Schleierfälle bestehen aus Kalktuff. Dieses poröse Gestein entsteht durch Ausfällung von Kalk. Oberhalb des Wasserfalls liegt eine Quelle, aus der kalkhaltiges Wasser sprudelt.
Der Moosbewuchs fördert den Prozess der Ausfällung, wobei der Kalk sich auf dem Moos ablagert. Dadurch versteinert das Moos und wird Teil des wachsenden Felsens.

Die beiden Höhlen an den Schleierfällen bestehen ebenfalls aus Tuff. Direkt unter dem überhängenden Wasserfall befindet sich der Eingang zur Schleierwasserfallhöhle. Kurz vor den Schleierfällen ist rechts im Hang oben der kleine Eingang zur 30 Meter langen Schleierfallhöhle zu sehen. An dem gesamten Geotop gilt ein Wegegebot, so dass weder die Schleierfälle noch die Höhlen betreten werden dürfen.

Bei Schnee und Eis sind die Schleierfälle besonders romantisch. Während im Sommer in der Ammerschlucht meistens viel Betrieb herrscht, ist man in der kalten Jahreszeit oft ganz allein unterwegs. Gerade wenn sich die Ammergauer Gipfel mal wieder in dichte Wolken hüllen oder es Probleme mit der Lawinenlage gibt, bietet sich diese wundervolle Winterwanderung als Alternative an.

Nach frischem Neuschnee muss man an einigen Stellen achtgeben, um sich nicht zu verlaufen. Neben Orientierungs­sinn ist Trittsicherheit ebenfalls nützlich.
Bei schlechten Bedingungen kann man von den Schleierfällen zur Soyermühle auf den Höhenweg über Hargenwies ausweichen. Falls mit Vereisung zu rechnen ist, am besten die Grödeln einpacken.

Tourcharakter und Schwierigkeit

360 m330 m15 km4:50 h

Anspruch■■■■■■ WT2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Von Altenau nach Kammerl

Nördlich des Bahnhofs geht es durch eine Unterführung und dann an der Kirche rechts. Wir orientieren uns an die Wegweiser Richtung Achele und wandern westlich des Altenauer Moors über offenes Gelände. An der Gabelung bei einer Baumgruppe links wenden. Bald darauf verschwindet der inzwischen schmälere Weg im Wald. Über Stufen gelangt man sicher durch den Schwepbachgraben1. Drüben kommt man nach ein paar Hundert Metern an die Straße von Acheleschwaig, die an der Ammer unten endet.

Vom Parkplatz Kammerl zu den Schleierfällen

Bei Kammerl gäbe es zunächst einen interessanten Abstecher zur Scheibum2. Dabei handelt es sich um einen spektakulären Felsdurchbruch aus Mergel- und Sandstein.
Anschließend überquert man die Ammer und steigt zum Stauwehr am Ammerkanal hinauf. Das historische Wasserkraftwerk Kammerl3 ist seit 2013 stillgelegt. Ein leistungsstärkeres Kraftwerk übernahm die Stromerzeugung.
Die Schleierfälle sind nun regelmäßig ausgeschildert. Der Fußweg folgt dem westlichen Hochufer über der Ammerleite und mündet irgendwann in einen Forstweg. An einer großen Infotafel zu den Schleierfällen spitz rechts. Der Steig ist recht steil und rutschig. Wenige Meter oberhalb der Ammer verzweigt er sich. Zu den Schleierfällen4 muss man rechts. Bitte das Naturdenkmal nicht betreten.

Zur Soyermühle

Nun stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Bequemer ist es oben ab der erwähnten Infotafel über Hargenwies zu wandern. Weitaus lohnender, jedoch mit viel Auf und Ab präsentiert sich der befestigte Steig durch den Uferhang. Vor der Soyermühle5 treffen beide wieder zusammen, bevor wir auf der einzigen Brücke weit und breit die Seite wechseln.

Über den Böhmer Weiher nach Saulgrub

Gegenüber der Soyermühle steigt man zum Hochufer hinauf und tritt den Rückweg an. Von einem Aussichtspunkt genießt man einen schönen Abschiedsblick auf die Ammer. Der Fußweg entfernt sich langsam vom Fluss und trifft hinter einem Gehege auf einen Fahrweg. Entsprechend der Beschilderung für den Ammerrundweg nach rechts. Später an einem Weidezaun zum letzten Mal aufwärts. Oben verläuft erneut ein Fahrweg. Auf der langen Lichtung vorm Böhmer Weiher6 rechts durchs Gehölz abbiegen. Danach südwärts bis knapp vor Acheleschwaig laufen, wo ein Querweg erreicht wird. Zum Wirtshaus geht es rechts, nach Saulgrub links. Dieser letzte Abschnitt auf dem Wetzsteinweg bietet eine ausgezeichnete Aussicht ins Ammertal und auf das nördliche Ammergebirge. Der Bahnhof liegt in Saulgrub unterhalb des alten Ortskerns und östlich der Hauptstraße.