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Der Schachen (1870 m) im Winterschlaf

Königlicher Aussichtspunkt

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Langwierig und kräftezehrend ist der Aufstieg von Garmisch-Partenkirchen durch den verschneiten Winterwald zum Königshaus am Schachen. Doch am Ende wird die Anstrengung von der gewaltigen Hochgebirgs­kulisse des Wetterstein­gebirges mehr als ausgeglichen. König Ludwig II. wusste eben genau um die schönsten Flecken in unseren Bergen!

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Nur bei moderater Schneehöhe und absolut sicheren Verhältnissen sollte man sich zum Königshaus am Schachen aufmachen. Dies gilt sowohl für die übliche, weil kürzere und einfachere Strecke von Elmau als auch den hier vorgestellten Kälbersteig, der hinter der Partnachklamm beginnt. Der Kälbersteig ist außerdem bezüglich der Orientierung anspruchsvoller, denn bis er sich am Steilenberg in den Schachenweg (Königsweg) aus Elmau einfädelt, ist eher nicht mit Spuren zu rechnen. Eine wintertaugliche Markierung fehlt. Die Wegführung kann bei viel Schnee unklar sein. Auf Grund des geradlinigen Verlaufs sind größere Verhauer dennoch unwahrscheinlich.
Besonders ab dem Schachengatterl ist die Lawinengefahr zu beachten. Wenn die Trassenführung des breiten Schachenwegs komplett vom Schnee verschluckt wird oder die Warnstufe größer als zwei ist, besser am Gatterl umkehren. Das Schlösschen und die prominenten Berggipfel sind schon von diesem Platz aus gut zu sehen.

Wegbeschreibung zur Schneeschuhtour

Durch die Partnachklamm

Vom Garmischer Skistadion spaziert man entlang der Partnach auf einer kaum befahrenen Straße hinter zur Partnachklamm1. Die Klamm ist das erste Highlight der heutigen Tour. Im Winter verzieren bizarre Eisfälle das Innere der engen Schlucht. Für mich war sie wegen frühlingshafter Temperaturen im Januar allerdings gesperrt. Bei Tauwetter können nämlich große Eisbrocken herabfallen. So blieb mir nur der Umweg oben herum über Vordergraseck.

Kälbersteig zum Schachen

Hinter der Partnachklamm teilen sich am Zusammenfluss von Ferchenbach und Partnach die Wege. Schachen und Meilerhütte sind an allen Kreuzungen und Verzweigungen ausgeschildert. Es geht sogleich links des Reintals anstrengend bergauf. Der Kälbersteig wurde mit vielen Stufen befestigt. Nach 400 Höhenmetern flacht das Gelände ab und es wird bei der abgegangenen Kälberhütte2 eine Forststraße überquert. Die Forststraße macht eine Schleife, wodurch wir sie bald erneut treffen, um ihr diesmal ein kurzes Stück zu folgen. Unterm Kesselschrofen kreuzen wir sie dann zum letzten Mal. Die Route bleibt noch etwas der südlichen Richtung treu, bis sie unerwartet nach rechts schwenkt und einen abschüssigen, lawinengefährdeten Bereich schneidet. Bei Bedarf lässt sich die Stelle gut oberhalb umgehen. Nach einem Viehzaun orientiert man sich an einer ausgeprägten Kante und nähert sich bei zunehmend besserer Aussicht dem Schachenweg von Elmau. Im Zweifelsfall nach links oben halten. Der hoffentlich gespurte Schachenweg schlängelt sich ohne größere Steigung südwestwärts. Er wird auch Königsweg genannt, weil er für den Bau des Königshauses angelegt wurde. Vom Schachengatterl3 erblickt man endlich das hölzerne Königshaus. Nun unbedingt das Lawinenrisiko abwägen, bevor man weiterstapft. Das Ziel scheint nah, aber es zieht sich noch ein bisschen. Immerhin ist die Zielhöhe schon fast erreicht. Nach der Schachenalm-Hirtenhütte unterm Schachentor rechts abdrehen und einen kleinen Bogen auslaufen. Die letzten Meter zum verrammelten Königshaus, das ein wenig unterhalb des höchsten Punkts am Schachen4 steht, sind nochmals richtig steil.