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Rauschberg (1645 m)

Schneeschuhwanderung bei Ruhpolding

Eines der lohnendsten Ziele zum Winterwandern in der Umgebung von Ruhpolding ist zweifellos der Rauschberg. Von seinem Gipfel bietet sich ein beeindruckendes Panorama in die tief verschneiten Chiemgauer Alpen. Und gleich nebenan lädt das Rauschberghaus zu einer Stärkung ein.

Zur Galerie (9)
Prachtvoll präsentiert sich das Sonntagshorn beim Südanstieg zum Rauschberg.

Verglichen mit anderen bayerischen Alpenorten wirkt Ruhpolding verschlafen. Auch in den umliegenden Bergen ist es relativ ruhig, vor allem natürlich im Winter.
Früher war das ganz anders. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Ruhpolding nämlich zu einem der bedeutendsten Urlaubsorte Deutschlands. Damals reisten die Gäste sogar mit Sonderzügen an.

Bereits Anfang der 1950er Jahren wurde die Rauschbergbahn gebaut. Um den einsetzenden Winter­tourismus zu bedienen, entstand auf der Südseite des Rauschbergs ein kleines Skigebiet. Inzwischen hat man es längst wieder aufgegeben. Die Pisten werden heute zum Tourengehen und Schneeschuh­wandern genutzt.

Manch ein Ruhpoldinger trauert den goldenen Zeiten des letzten Jahrhunderts hinterher. Zum Winterwandern hat es allerdings seine Vorteile, dass es mit dem Massen­skitourismus vorbei ist. Selbst oben an der Bergstation der Rauschbergbahn herrscht nur selten wirklich Hochbetrieb. Wer ganz sicher gehen will, nutzt die Revisionszeiten.

Filmtipp: Im Rahmen der Sendung Unter unserem Himmel produzierte der Bayerische Rundfunk eine interessante Dokumentation über die Anfänge des Wintersports in Ruhpolding. Unter dem Titel Damals... in Ruhpolding werden die goldenen Jahre des Skitourismus am Rauschberg wieder lebendig.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m 16 km5:00 h

Anspruch ■■■■■■ WT2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Rauschberg eignet sich auch für weniger Erfahrene gut zum Schneeschuhwandern. Die Wege sind breit, meistens gespurt und werden teilweise sogar präpariert.
Für den Winter ist die Strecke ganz schön weit und dadurch konditionell anstrengend, aber zur Not kann man ja bergab die Rauschbergbahn nehmen.

Lawinengefährdete Bereiche gibt es besonders in den baumlosen Südhängen. Falls über dem Hutzenauer Kaser präpariert wurde, ist immerhin die Aufstiegsroute sicher. Der nordseitige Weg vom Kienbergsattel bis zum Roßgassenboden verläuft unter sehr steilen Hängen und Felswänden, von denen ebenfalls Lawinen abgehen können.

Wegbeschreibung

Zur Sackgrabenalm bei Laubau

Direkt hinter der Talstation der Rauschbergbahn führt der Weg hinab zum Taubensee. Der kleine See ist im Winter natürlich meistens zugefroren. Vom Taubensee wandern wir erst einmal im Tal gemütlich in Richtung Süden. Nach kurzer Zeit fällt links ein breiter Schuttstrom auf, der die Westflanke des Rauschbergs herabfließt und einen gewaltigen Kegel bildet. Pioniergehölze besiedeln das Geröll und werden teilweise wieder verschüttet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt stuft den Schuttkegel als wertvolles Geotop ein.
Etwa zwei Kilometer weiter, auf Höhe des Holzknechtmuseums1 bei Laubau, zweigt links der wintertaugliche Weg zum Rauschberg ab. Nach den ersten Kehren tangiert er kurz eine Forststraße. Wenig später kommen wir schon an der kleinen Sackgrabenalm2 vorbei. Bei der Hütte steht eine eindrucksvolle Fichte mit einem Umfang von über vier Metern.

Südanstieg zum Vorderen Rauschberg

Die markante Hörndlwand ist unverkennbar.

Oberhalb der Sackgrabenalm wird es vorübergehend ein wenig steil, bis man auf eine Forststraßen­kreuzung trifft. An dieser Kreuzung wie beschildert geradeaus und kurz darauf an einer Gabelung links wenden. Nun heißt es erst einmal Höhe gewinnen. Ein wenig letschert geht es den Schleifen des Fahrwegs folgend moderat bergauf. Irgendwann stößt links der im Winter nicht begehbare Hutzenauersteig hinzu.
Ein Stück weiter wird der Wald beim Hutzenauer Kaser3 verlassen. Rechts des in Serpentinen angelegten Sommerwegs steigen wir über die freien Hänge des ehemaligen Skigebiets unserem Ziel entgegen. Mit etwas Glück ist dieser letzte Abschnitt präpariert. Oberhalb der Geißwand dreht die Route nach links und zieht sich bei freier Sicht nach allen Seiten einen recht steilen Rücken hinauf. Schließlich wird der Gipfelrundweg erreicht, auf dem es in wenigen Minuten zum Vorderen Rauschberg4 geht.
Das Panorama ist berauschend. Im Westen stehen der Hochgern und der Hochfelln nebeneinander, beides ebenfalls sehr lohnende Winterberge. Im Norden liegt der bewaldete Zinnkopf. Obwohl dieser hoch oben vom Rauschberg unscheinbar wirkt, ist er dennoch ein schönes Wanderziel.

Zum Kienbergsattel

Für den Rückweg über die Nordseite muss man zunächst in einem weiten Bogen südlich um den Hinteren Rauschberg herum. Eine Überschreitung ist leider nicht möglich. Wir folgen dem Fahrweg Richtung Kienbergsattel hinab zu den beiden östlichen Kasern der Rauschbergalm. Der eine Kaser steht direkt am Wegrand, der andere etwas unterhalb. Von dort genießen wir noch ein letztes Mal die Aussicht auf Sonntagshorn und Dürrnbachhorn, bevor wir in den Wald eintauchen. Wenig später wird dann der Kienbergsattel5 erreicht.

Abstieg via Roßgassenboden

Vom Kienbergsattel schlängelt sich ein breiter Weg talwärts. Die schattige, zerklüftete Nordseite hat einen völlig anderen Charakter als die sanften Südhänge des Rauschbergs. Wegen der vielen Skitourengeher kann der Schnee sehr hart sein. Vorsicht bei Vereisung.
Am Roßgassenboden6 wird das Gelände flacher. Man hat von dort einen schönen Blick in die wilde Roßgasse. Gleich danach gelangt man an eine Kreuzung. Es gibt zwei beschilderte Varianten zur Talstation. Am besten die untere nehmen, denn sie ist kürzer und kommt ohne Zwischenanstiege aus. Aber auch diese Strecke zieht sich. Fast eine Stunde dauert es noch zurück zum Ausgangspunkt.