Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Bayerische Voralpen 

Rabenkopf (1555 m) und Feuereck

Stille Schneeschuhtour bei Kochel

(0)

Trotz seiner verkehrsgünstigen Lage direkt am Alpenrand ist der Rabenkopf kein klassisches Winterziel. Die Einsamkeit hat allerdings ihren Preis. Denn die Spurarbeit mit den Schneeschuhen erfordert viel Kraft und Ausdauer. Außerdem wird eine gute Orientierungs­fähigkeit benötigt – egal, für welche Route man sich entscheidet.

Anzeige von Amazon

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Zimmermoosbrücke
    2. Aufstieg über die Forststraße
    3. Rabenkopf via Feuereck
    4. Abstieg zur Staffelalm 
    5. Rückweg über die Kochler Alm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Der Kochelsee mit den prominenten Münchner Hausbergen.

Der Rabenkopf ist ein klassischer Münchner Hausberg und deshalb in der warmen Jahreszeit häufig überlaufen.
Im Winter lockt er dagegen nur sehr wenige Bergsportler hinauf. Das hängt sicher damit zusammen, dass es keine interessanten Abfahrten für Skitouren­geher gibt und die Staffelalm  geschlossen hat. Darüber hinaus stellt der Rabenkopf im Winter erhöhte technische Anforderungen.
So stapft man mit seinen Schneeschuhen still vor sich hin und zieht vielleicht sogar die erste Spur durch die weiße Pracht.

Lohnend ist der Rabenkopf aber nicht nur wegen der winterlichen Einsamkeit, sondern auch weil der Gipfel eine schöne Aussicht bietet. Unterwegs gibt es ebenfalls immer wieder offene Bereiche. Doch insgesamt verläuft die Route vorwiegend im Wald.

Damit Hin- und Rückweg nicht komplett identisch sind, empfehle ich, über das Feuereck und den Westrücken aufzusteigen. Das ist durchaus ein kleines Abenteuer.
Eine andere Variations­möglichkeit wäre, die Route von Pessenbach zu nehmen. Zwischen Kochel am See und Pessenbach existiert ein Talwanderweg. Die Länge der Tour bliebe dabei in etwa gleich.

Tourcharakter und Schwierigkeit

950 m19 km7:00 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Eine Winterbegehung des Rabenkopfs setzt große Kondition, Orientierungssinn sowie Übung im Schneeschuhgehen voraus.

Was die Lawinengefahr angeht, liegt die neuralgische Passage zwischen der Staffelalm  und der Kocheler Alm. Der Weg quert dort sehr steile Hänge. Im Vergleich dazu ist der Aufstieg über das Feuereck deutlich sicherer. Bei Warnstufe drei sollte man die Tour bleiben lassen.
Der Gipfelbereich erfordert besondere Vorsicht, denn der Grat kann stark überwechtet sein.

Wegbeschreibung

Zur Zimmermoosbrücke

Der alte, recht überschaubare Ortskern von Kochel befindet sich westlich des Bahnhofs. Beim zentralen Schmied-von-Kochel-Platz nach dem Denkmal links in die Kalmbachstraße und ein paar Meter weiter gegenüber vom Rathaus rechts. Man folgt der Alten Straße bis zur Abzweigung Am Sonnenstein, wo verschiedene Wanderziele ausgeschildert sind. Dort zum Waldrand hinauf und bei der steinernen Zimmermoosbrücke1 über den Lainbach.

Aufstieg über die Forststraße

Drüberhalb der Zimmermoosbrücke trifft man auf eine Forststraße, die vorerst die Richtung vorgibt.Es gibt Abkürzer, die aber von Ortsunkundigen, falls nicht gespurt ist, im Schnee schlecht zu finden sind. Der zweite Abkürzer bringt ohnehin keinen Zeitvorteil.Die Forststraße gewinnt zunächst schnell an Höhe und wird nach der Abzweigung zum Sonnenspitz flacher. Bei der Gabelung an der Holzstube2 nehmen wir den mittleren Weg. Er umgeht die Kaltwasserwand südlich und schwenkt auf der Lichtung am Talfleck nach Norden.

Rabenkopf via Feuereck

Nach dem Talfleck gilt es, auf den nächsten Wegweiser zu achten. Bei diesem steht links im Wald eine versteckte Jagdhütte3. Zum Feuereck wird nun die offizielle Strecke verlassen.
Hinter der Jagdhütte verläuft zu Füßen des Bergelskopfs ein breiter trassierter Weg, dem man nach rechts folgt. Er dreht bald nach links zur Lichtung der Kochler Oberalm. Am rechten Rand der Lichtung steigt man zum Feuereck4 hinauf und hält sich ab da stets an die Schneide. Der Schnee kann sich dort oben recht hoch auftürmen, so dass man froh ist, wenn der Rabenkopf langsam näher rückt. Die letzten paar Meter zum Gipfel5 sind etwas steil und felsig. Bei viel Schnee eventuell rechts in die Flanke ausweichen. Vorsicht, das ist sehr abschüssig.

Abstieg zur Staffelalm 

Für den Abstieg nehmen wir den Normalweg über die Staffelalm. Es geht dabei erst einmal am Südostgrat entlang, also nicht zum Schwarzeck laufen! Wegen möglicher Wechten sowie der doppelten Neigung nach vorne und rechts kann diese Passage im Winter durchaus anspruchsvoll sein. Wenn die Staffelalm6 ins Blickfeld tritt, an einer Baumgruppe vorbei den freien Hang zu den zwei Hütten hinab.

Rückweg über die Kochler Alm

Ohne ordentliche Spuren ist es von der Staffelalm bis zur Kochler Alm recht knifflig. Man quert von der Hütte ein Stück nach rechts und steigt zwischen zwei Gräben ca. 50 Höhenmeter ab. Dabei aufpassen, wann der Weg in den rechten Graben biegt. Bei nahezu gleichbleibender Höhe werden nacheinander drei Zuflüsse des Rappinbachs gekreuzt. So gelangt man hinüber zur Kochler Alm7. Im Westen der Alm wird wenig später wieder der Hinweg erreicht.