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Osterfeuerspitze und Ölrain (1542 m)

Ruhige Schneeschuhtour von Eschenlohe nach Ohlstadt

Die bewaldeten Berge östlich von Eschen­lohe eignen sich perfekt zum Schnee­schuh­wandern. Während die Oster­feuer­spitze mit einer prächtigen Fernsicht über­rascht, lässt sich hinüber zum Ölrain ein wenig winterliche Wildnis erleben. Oft kann man dabei sogar die erste Spur legen.
Stand:

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Loisachtal mit Zugspitze
Der lichte Wald an der Osterfeuerspitze erlaubt schöne Ausblicke. Hier zeigt sich das Loisachtal bis hinter zur Zugspitze.
Die von unten eher unauffällige Oster­feuer­spitze, auch Oster­feuer­kopf genannt, liegt direkt am Eingang zum Loisachtal östlich der Ortschaft Eschen­lohe.Die Bedeutung des Bergnamens scheint zunächst klar zu sein, doch mit dem Brauch des Osterfeuers hat er wohl gar nichts zu tun.Vielmehr muss Oster als Himmels­richtung verstanden werden, so wie auch beim Ester­gebirge, dessen Name schlicht Gebirge im Osten bedeutet. Zu welchem Zweck dort früher im Osten von Eschenlohe ein Feuer entzündet wurde, lässt sich schwer sagen. War es möglicher­weise ein Signal­feuer, das vor Gefahr warnte? Angesichts der schönen Aussicht dürfte ein Feuer weithin zu sehen gewesen sein.
Bestiegen wird die Osterfeuerspitze dank ihrer günstigen Lage ganzjährig gerne, vor allem als schnelle Halb­tages­wanderung. Dass am Gipfel nicht Schluss sein muss und man am Kamm entlang über die Eckleiten zum Ölrain gelangen kann, wissen allerdings nur die wenigsten.
Wo schon im Sommer kaum jemand unterwegs ist, kommt im Winter natürlich erst recht niemand vorbei.Damit ist der Eckleitenkamm eine der einsamsten Winterrouten in den Walchenseebergen.Ein Traum für alle, die gerne abseits der ausgetrampelten Wege wandern und durch unberührten Schnee stapfen möchten.

Tourcharakter und Schwierigkeit

980 m 14 km5:30 h

Anspruch ■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Tour eignet sich nur für geübte Schnee­schuh­geher. Selbst eine Besteigung lediglich der Osterfeuer­spitze ohne Überschreitung zum Ölrain erfordert Erfahrung. Das stellen­weise abschüssige, unüber­sichtliche Terrain verlangt eine solide Tritt­sicherheit. Bei fehlenden Spuren ist die Orientierung zum Teil knifflig. Vertut man sich an der Osterfeuerspitze, landet man schnell in gefährlichem Gelände. Zwischen der Oster­feuer­spitze und dem Ölrain gibt dann der Rücken die grobe Richtung vor, so dass Verhauer da eher unwahrscheinlich sind.

Was das Lawinenrisiko betrifft, ist die Tour normalerweise unproblematisch, denn sie verläuft vorwiegend durch den Wald.

Wegbeschreibung

Asamklamm

Asamklamm
Über die Asamklamm bei Eschenlohe führt ein stählerner Steg.

Wir laufen auf der Bahnhofstraße ins Dorf­zentrum von Eschenlohe und über­queren die Loisachbrücke. Es gilt zunächst die Beschilderung zur Asam­klamm1, die sich östlich des Orts befindet. Am Beginn der eigentlichen Klamm ist unten Schluss. Dort geht es zuerst rechts eine steile Stiege hinauf und danach links, ebenfalls über Stufen, zu einem Stahlsteg hinab. Dieser überspannt die Kluft in luftiger Höhe und gewährt einen fantastischen Tiefblick. Auf der anderen Seite leiten Stufen wieder aus der Schlucht hinaus. Oben gibt es einen recht zugewachsenen Aussichtsplatz.Etwas kürzer als der Weg über die Asamklamm wäre der Katzensteg. Er überquert die Eschenlaine einige Hundert Meter vor der Klamm. Vom Katzensteg leitet ein steiler Steig zur Walchenseestraße hinauf.

Osterfeuerspitze

Gleich nach der Asamklamm wird die Walchen­see­straße erreicht, der man nach rechts folgt. Bereits kurz darauf zweigt links der Wander­weg zur Osterfeuerspitze ab. Er ist anfangs breit und zieht sich an dem Areal von Schloss Wengwies2 entlang. Später dreht er west­wärts und verjüngt sich. Ein Schild weist dort nach rechts auf den gelb markierten Steig zur Osterfeuerspitze. Der Steig gewinnt gemütlich an Höhe. Nach einigen Serpentinen gibt es schon die ersten Ausblicke. Oberhalb des Helden­kreuzes, von dem uns ein schmaler, felsiger Grat trennt, biegt der Weg mehr Richtung Osten. Nun führt er etwas flacher an einer Mulde vorbei. Zuletzt schlängelt er sich im Zickzack ordentlich steil auf den Gipfel der Osterfeuerspitze3.

Eckleiten

Ehemalige Schafalm
An die ehemalige Schafalm auf der Eckleiten erinnert nur noch diese kleine Lichtung.

Man überwindet nördlich des Kreuzes eine Scharte und steigt dann erst einmal weiter aufwärts. Dabei hält man sich vorwiegend an den schmalen Rücken und weicht nur gelegentlich etwas in die Südost­flanke aus. Selbst bei wenig Schnee ist der ohnehin schwach ausgeprägte Steig kaum zu erahnen. Zu Beginn präsentiert sich der Eckleitenkamm4 schmal, etwas felsig und recht verwachsen. Ab dem höchsten Punkt auf der Eckleiten, der die Osterfeuerspitze deutlich überragt, wird der Rücken breiter und das Gelände einfacher. Zwischendrin kommt eine Lichtung, wo früher die Schafalm lag. Es gab wohl mal ein kleines Hüttlein, von dem aber nichts übrig blieb.

Ölrain

Heimgarten
Zwischen den Bäumen am Ölrain ist der Heimgarten zu sehen.

Sobald es erneut emporgeht, ist das Ziel nicht mehr fern. Die Fels­gruppe, welche den Weg blockiert, am einfachsten links passieren. Schließlich treten die Bäume langsam zurück und geben die breite Kuppe des Ölrains5 frei. Auf dem Ölrain steht kein Kreuz. Die kleine Frei­fläche umrahmen hohe Fichten, die den Blick ziemlich behindern.
Der seltsam anmutende Name des Ölrains hat seinen Ursprung im Ölgraben südöstlich des Gipfels. Vermutlich wurde dort Ölschiefer abgebaut, so wie in den Ölgräben im Oberen Isartal zwischen Vorderriß und Wallgau. Aus Öl­schiefer gewann man Steinöl, welches in der Volks­medizin Verwendung fand und auch heute noch in der Kosmetik eingesetzt wird. Rain bedeutet Abhang oder Grenze.Wer mehr Aussicht haben möchte und noch nicht müde ist, könnte den Hirschberg6 dranhängen. Das wären 200 Höhenmeter zusätzlich. Beim Rückweg den Ölrain ostseitig umgehen.

Über den Wankfleck nach Ohlstadt

Wankalm
Die Wankalm, früher auch Rossalm genannt, erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet zwischen Ölrain und Rauheck. Die diversen Hütten werden vor allem jagdlich und privat genutzt.

Man sucht am Nordhang des Ölrains nach einer geeigneten Stelle und steigt quer durch den Wald zum Wankfleck7 ab. Der Wank ist eine große, relativ ebene Lichtung mit einer schönen Perspektive ins Karwendel. Im Sommer grasen dort Schafe und Haflinger.
Wir überqueren den Wankfleck mäßig ansteigend nach Norden. Zwischen dem höchsten Punkt am Wank und dem Buchrain erstreckt sich ein Tälchen, in das es anschließend hinabgeht. Unten trifft man bei der Wankhütte auf eine beliebte Wanderroute, die vom Heimgarten herabkommt und durch dichten Wald nach Ohlstadt führt. Nur einmal gibt es noch einen Aussichts­punkt zum Murnauer Moos. Der Wanderweg endet beim Parkplatz an der Kaltwasserlaine8.

Bahnhof Ohlstadt oder Heubergweg nach Eschenlohe

Der Bahnhof von Ohlstadt liegt ein Stück westlich des Orts. Am günstigsten ist es, den Fußweg neben der Kaltwasserlaine bis zur Haupt­straße zu nehmen. Auf der anderen Seite der Haupt­straße leitet der Bahnhofweg direkt zum Bahnhof.
Wer dagegen zurück nach Eschenlohe zum Auto muss, biegt kurz vor Ohlstadt links in den oberen Heubergweg9 ein. Der breite Weg verläuft mit leichtem Gegenanstieg am Heuberg vorbei zur Walchenseestraße in Eschenlohe.