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Krottenkopf (2086 m) von Oberau

Schwere Schneeschuhtour im Estergebirge

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Die anstrengende Tour über den Oberauer Steig auf den Krottenkopf hat es im Winter erst recht in sich. Liegt viel Schnee, ist sie auf Grund der oft erheblichen Lawinengefahr kaum zu verantworten. Daher bloß bei topsicheren Bedingungen und mäßiger Schneemenge unternehmen. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Anmarsch von Oberauer
    2. Oberauer Steig zum Bischofsattel
    3. Weilheimer Hütte und Krottenkopf
    4. Alternativer Abstieg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (6 Fotos)
Am Bischofsattel mit Blick zur Weilheimer Hütte, die zwischen Oberem Rißkopf und Krottenkopf liegt.

Sobald die Weilheimer Hütte am Krottenkopf geschlossen hat, geht es im zentralen Teil des Estergebirges sehr ruhig zu. Dann trifft man eher auf Gämsen als auf Menschen. Im Winter steigt wirklich kaum jemand auf den Krottenkopf. Für die anspruchsvolle Orientierung ist es von Vorteil, wenn man das Gebiet vom Sommer her kennt. Schwierig wird es insbesondere ab dem Frickenkar, wo Wege und Markierungen vom Schnee verschluckt werden und nur selten gespurt ist.

Der Bereich mit dem größten Lawinenrisiko ist die bis zu 40 Grad steile Nordwestflanke des Bischofs. Außerdem kreuzt der Oberauer Steig bis zum Frickenkar mehrere Lawinenbahnen, die den Schnee aus den höheren Lagen talwärts transportieren. Ich war durchaus überrascht, dass eine der morgens schneefreien Rinnen beim Rückweg mit einer Lawine aufgefüllt war.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1570 m18 km8:20 h

Anspruch■■■■■ WT5
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Anmarsch von Oberauer

Südlich des Bahnhofs von Oberau geht es über die Loisach und hinter der Brücke rechts. Man bleibt einige Zeit auf dem Radwanderweg, der zwischen Röhrlbach und Golfplatz verläuft. Nach einer historischen Schanzanlage1 zweigt bei einer eigens für Mountainbiker angelegten Furt der Weg zur Weilheimer Hütte links ab. Hinter einem Brücklein, unweit des Quellbereichs der Ursprünge, beginnt dann der Oberauer Steig hinauf ins Estergebirge.

Oberauer Steig zum Bischofsattel

In zahlreichen Serpentinen gewinnt man auf dem Oberauer Steig schnell an Höhe. Bis zur Waldgrenze ist er auch bei Schnee einigermaßen gut zu erkennen. Etwa auf halber Strecke zum Frickenkar steht die Schafalm2, eine kleine Hütte mit Rastbank. Darüber vollzieht der Steig einen weiten Bogen um den Niederen Fricken und dreht dabei immer mehr nach Süden.
Beim Frickenkar3 wird der Wald verlassen. Der Schnee stapelt sich im Kar oft besonders hoch, so dass alle Latschen und Felsen komplett verdeckt sein können. Man steigt an der Ostseite ungefähr bis zur Mitte des Kars empor und wendet sich dort nach links. Anschließend durch eine flache Senke ohne Latschen. An deren Nordrand befindet sich ein Wegweiser, der die Richtung zur Weilheimer Hütte anzeigt. Nun kommt die heikle Passage durch die abschüssige Nordwestflanke des Bischofs. Abhängig von der Schneemenge finden sich gelegentlich Markierungen an den Felsen. Solange man aufs Henneneck zustapft und sich bergauf hält, kann nichts schief gehen. Am Bischofsattel4 ist dann zum ersten Mal der Krottenkopf zu sehen.

Weilheimer Hütte und Krottenkopf

Ab dem Bischofsattel führt der markierte Weg leicht ansteigend unter dem Henneneck, dem Kareck und dem Oberen Rißkopf vorbei zur Weilheimer Hütte.
Im Winter sollte jedoch das in der AV-Karte ausgewiesene Wald-Wild-Schongebiet am Henneneck umgangen werden. Dazu beim Kreuz ostwärts absteigen, bis man links durch eine Latschengasse zum Weg von der Esterbergalm queren kann. Danach direkt zur Weilheimer Hütte5 hinauf. Dieser Umweg ist bitter, weil das hin und zurück jeweils 70 Höhenmeter zusätzlich bedeutet.
An der Weilheimer Hütte ist der Krottenkopfgipfel6 endlich in greifbare Nähe gerückt und über den meist freigewehten Schlussanstieg schnell erreicht.

Alternativer Abstieg

Etwas länger, aber ohne den Gegenanstieg wegen des Wald-Wild-Schongebiets wäre die Route über die Esterbergalm.

Risiko Fahrmannslaine: Wer eine andere Aufstiegsroute wählt und sich entschließt, durch das Frickenkar abzusteigen, muss extrem aufpassen. Im März 2013 verloren zwei Schneeschuhwanderer die Orientierung, verpassten den Linksknick des Oberauer Steigs und landeten in der Fahrmannslaine. Die Bergwacht konnte sie zum Glück unverletzt aus der absturzgefährdeten Steilrinne bergen.