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August-Schuster-Haus (1552 m) via Kolbensattel

Schneeschuhwanderung bei Oberammergau

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Die Umgebung von Oberammergau ist ein geruhsames und gleichzeitig abwechslungsreiches Gebiet zum Winterwandern. Im Zentrum vieler Unternehmungen steht das August-Schuster-Haus am Pürschling. Es kann über mehrere Varianten erreicht werden. Besonders schön ist diejenige vom Kolbensattel.

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Das Pürschlinghaus, wie das August-Schuster-Haus landläufig genannt wird, ist selbst bei hoher Schneelage fast immer gut zu machen. Die meisten steigen von Unterammergau über den Pürschlingweg auf, um auf diesem später wieder ins Tal zu rodeln. Wer es nicht aufs Rodeln abgesehen hat, dem bieten sich bessere Alternativen. Als Ausgangspunkt der Winterwanderung empfiehlt sich dann Oberammergau. Wenn man beim Hinweg den Kofelsteig vom Kolbensattel nimmt und zurück über den Plattenberggrat läuft, ergibt sich eine herrliche Runde. Auf dieser Route ist um einiges weniger los und man kommt außerdem nicht den Rodlern in die Quere.

Für die Tour sollten nach frischen Schneefällen die Schneeschuhe eingepackt werden. Ansonsten sind Grödeln von Vorteil, denn die starke Frequentierung führt oft zu hart getrampeltem Schnee und Vereisung.
Was die Lawinengefahr betrifft, gilt die Strecke als überwiegend sicher. Es geht ja hauptsächlich durch den Wald. Kritisch ist mitunter der letzte Abschnitt zum August-Schuster-Haus. Es gab dort schon Lawinenabgänge, die den Pürschlingweg verschütteten.

Wegbeschreibung zur Schneeschuhtour

Aufstieg zum Kolbensattel

In Oberammergau entsprechend der Beschilderung zur Talstation der Kolbenbahn, die sich südwestlich des Orts befindet. Bei den Liftanlagen links wenden und im Waldschatten am Kolbenbach entlang. Man gelangt nach wenigen Minuten zu einer schmalen Straße. Diese kann unter Umständen vereist sein. Auf dem Sträßchen geht es aufwärts zur Kolbenalm1. Eine ausgewiesene Skitourenroute verläuft neben der Skipiste weiter Richtung Kolbensattel. Die präparierte Strecke ist auch zum Winterwandern gut geeignet. Im oberen Abschnitt wird es etwas steil. Der Kolbensattel2 ist ziemlich verbaut und wenig einladend. Das sind eben die Schattenseiten der so genannten Erlebnisberge.

Kofelsteig zum August-Schuster-Haus

Am Kolbensattel kann man den Beginn des Kofelsteigs im Winter leicht übersehen und stattdessen auf den Weg ins Langenthal geraten. Der Kofelsteig führt ungefähr 50 m oberhalb des Sattels in den Wald hinein. Man steigt dazu ein Stück die Piste hinauf, die sich vom Zahn herabzieht. Dort steht auch ein Wegweiser. Der Kofelsteig3 ist breit genug, um sich eindeutig im Gelände abzuzeichnen, selbst wenn er nicht gespurt sein sollte. Von ein paar Holzschlägen abgesehen geht es vorwiegend durch den Wald. Oberhalb der Josefskapelle4 mündet der Kofelsteig in den Pürschlingweg von Unterammergau. Auf diesem herrscht wie gesagt meist ein lebhafter Rodelbetrieb. Wenig später wird der Wald verlassen und es taucht vor uns das August-Schuster-Haus5 neben dem unscheinbaren Pürschling auf. Bei klarer Sicht ist im Süden die Zugspitze zu sehen.

Zurück über den Plattenberggrat

Der schnellste und bequemste Abstieg ins Langenthal wäre natürlich der Pürschlingweg. Als reizvoller erweist sich hingegen die Begehung des Plattenberggrats. Vom August-Schuster-Haus quert man dazu den freien Hang nach Norden. Im Folgenden gibt der bewaldete Rücken die Richtung vor. In der Regel erleichtern die Spuren zahlreicher Schneeschuh- und Skitourengehern die Orientierung zusätzlich. Nach etwa dem ersten Drittel biegt die Skitourenroute rechts in den Plattenberggraben ab. Zu bucklig wird es am Grat für die Bretter. Zu Fuß ist es dafür umso schöner. Der Plattenberggrat verläuft sich schließlich im Langenthal6, wo sich drei breite Wege verzweigen. Der rechte führt zurück zum Kolbensattel. Es gibt ein paar Gabelungen, aber die sind alle beschildert.