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Koflerjoch (1861 m)

Einsame Schneeschuhtour von Reutte in die Bleckenau

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Das Koflerjoch bedeutet im Winter Abgeschiedenheit pur. Vor allem, wenn man an seiner Ostseite ins Pöllattal absteigt. Die Chance, dort stundenlang allein unterwegs zu sein, ist hoch. Vielleicht sieht man ein paar alte Spuren oder in der Ferne einzelne Gestalten – mehr nicht. Erst in der Bleckenau ändert sich das. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Koflerjoch und Jochberg
    2. Durch die Bleckenau nach Hohenschwangau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Blick vom Koflerjoch nach Süden. Der Abstieg ins Pöllattal erfolgt durch die steile Ostflanke.

Die Strecke von Reutte aufs Koflerjoch ist technisch unproblematisch. Ab der Dürrenbergalpe sind Orientierungsprobleme jedoch nicht auszuschließen.
Der Ostabstieg vom Koflerjoch in die Bleckenau zeigt gleich zu Beginn die Zähne, wenn eine lawinengefährdete Steilflanke zu bewältigen ist. Diese verlangt besonders bei Verharschung viel Erfahrung. Unbedingt Schneeschuhe mit Harscheisen oder Grödeln mitnehmen. Bei Warnstufe drei meiden. Die in der AV-Karte vorgeschlagenen Skitourenrouten auf bayerischer Seite werden kaum genutzt. Bis zur Bleckenau ist daher mit einer eher dürftigen Spurenlage zu rechnen, wobei der Weg ab der Bächhütte nicht zu verfehlen ist. Davor ist die Lage stellenweise vertrackt und ein GPS-Gerät sehr nützlich.

Doch nicht nur die Wegführung wirft Fragen auf, sondern auch die Namensgebung. Das Koflerjoch wird auf bayerischer Seite Kofeljoch genannt und liegt zwischen dem Jochberg im Norden und dem Dürrenberg im Süden. Obwohl das exakt so auf den Landkarten eingezeichnet ist, wird der Jochberg allgemein als Koflerjoch bezeichnet. Wohl, weil es so keine Verwechslung mit seinem Namensvetter am Walchensee geben kann.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m1050 m16 km6:50 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Koflerjoch und Jochberg

Der Bahnübergang befindet sich südlich des Bahnhofs Reutte. Dann heißt es erst einmal geradeaus nach Mühl hatschen. Dort links in die Straße Mühl-Oberried und nach ein paar Hundert Metern wie beschildert rechts zum Urisee1. Der Fußweg führt unter der Fernpassstraße hindurch. Der Urisee ist wenig inspirierend und so steigt man gleich Richtung Dürrenbergalpe auf. Bald gibt es zum Fahrweg eine Steig-Alternative, auf die wir natürlich gerne zurückgreifen. An der bewirtschafteten Dürrenbergalpe2 lichtet sich der Wald. Etwas oberhalb wird die private Gipfelstürmerhütte passiert. Der urige Blockbau erinnert an den Wilden Westen. Die Ritzen sind mit Moos ausgestopft.
Von der Gipfelstürmerhütte sind es noch weitere 100 Höhenmeter bergauf, bis der Steig in einer längeren Querung den Unteren Sattelkopf südseitig umgeht. Der Obere Sattelkopf wird anstrengend überschritten. Dahinter am Grenzschild links ins Koflerjoch. Anschließend direkt am Grat entlang zum Jochberg3 hinauf, der aber wie gesagt meist Koflerjoch genannt wird.

Durch die Bleckenau nach Hohenschwangau

Vom Jochberg wieder hinab ins Joch. Die Ostflanke ist ein Genuss, wenn man sich im winterlichen Steilgelände sicher fühlt. Dennoch vorsichtig sein. Der Hang läuft flach aus und wird kuppig. Man hält sich eher links und kommt an der kleinen Sepp-Sollner-Hütte vorbei. Von da ein kurzes Stück nach Norden orientieren. An einem Wegweiser verzweigen sich die Routen. Die längere Strecke rechts über die Bächhütte wird vom DAV aus gutem Grund für den Winter empfohlen. Denn die Querung unter dem Zunderkopf verläuft durch sehr lawinengefährdete Hänge. Also besser rechts und einen schmalen Hals zwischen zwei tiefen Gräben ansteuern. Nach der Engstelle stapft man auf dem breiter werdenden Rücken talwärts. Aufpassen, wann der Weg nach Norden zur Bächhütte4 biegt. An der Hütte geht es oberhalb vorbei und mit kleinem Gegenanstieg in den Einschnitt zwischen Zunderkopf und Schlagstein.
Ab da haben wir einen bequemen Wirtschaftsweg, der in der Bleckenau in einen gut frequentierten Winterwanderweg mündet. Wir folgen dem Lauf der Pöllat zum Berggasthaus Bleckenau5 und wandern auf dem geräumten Fahrweg durchs Jugendtal. An seinem Ende bei der Marienbrücke links wenden und auf dem Touristen-Fußweg nach Hohenschwangau. Die Pöllatschlucht ist im Winter gesperrt.