Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Berchtesgadener Alpen 

Hochplatte und Eichelberg

Kurze Schneeschuhtour bei Bayerisch Gmain

(1)

Die zerklüftete Nordseite des Lattengebirges erweist sich im Winter als ziemlich sperriges Gebiet zum Wandern. Immerhin einige der niedriger gelegenen Aussichtspunkte sind bei entsprechender Umsicht zu erreichen. Zu diesen zählen unter anderem auch die Hochplatte und der Eichelberg.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Hochplatte
    2. Erweiterung zum Eichelberg
    3. Rückweg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (7 Fotos)
Aussichtspunkt mit Rastbank am Eichelberg. So macht die Pause Spaß.

Charakteristisch für das Lattengebirge sind die Schneeheide-Kiefernwälder. Diese gedeihen an sehr trockenen, föhnexponierten Standorten, auf denen sich die Kiefer gegenüber der schneller wachsenden Fichte oder Tanne durchsetzen kann. Da Kiefern viel Abstand zueinander halten, sind diese Wälder besonders schön zum Wandern. Der Schnee verschwindet oft schon zeitig im Frühjahr und gibt die blühende Schneeheide frei. Solange allerdings noch richtig Schnee liegt, darf die Lawinengefahr nicht unterschätzt werden. Ein Hang mit lockerem Kiefernbestand kann praktisch mit einem völlig unbewaldeten gleichgesetzt werden. Besonders tückisch ist das lange, flachgedrückte Gras, auf dem der Schnee prima abgleiten kann. An der Hochplatte ist deshalb bei Tauwetter mit erhöhtem Lawinenrisiko zu rechnen.

Trotz der unmittelbaren Nähe zu Bayerisch Gmain ist die Tour einsam. Bei der Hochplatte darf man noch damit rechnen, dass gespurt ist. Zum Eichelbergsattel ist das nicht mehr sicher. Da der Steig aber auch von Gämsen ausgiebig genutzt und mit Hinterlassen­schaften markiert wird, ist er gut zu finden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

550 m6 km2:40 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Hochplatte

Vom Bahnhof in Bayerisch Gmain sind es nur wenige Minuten zum Wanderzentrum1. Dort starten die meisten Wege. Man bleibt kurz auf der Hauptroute neben der Rodelbahn und folgt dann den Schildern des Hochplatten-Rundwegs nach links. Sie leiten zu einem Steig, der den kompletten Nordhang der Hochplatte quert. Zur Hochplatte selbst gibt es mehrere Alternativen. Ich empfehle an der zweiten Abzweigung rechts diejenige über die Aussichtskanzel2 zu nehmen. Der Steig schwingt sich recht steil empor. Von der Aussichtskanzel hat man einen tollen Blick in das wilde Tal des Alpgartens. Anschließend geht es gemütlich über den flachen, mit Kiefern bewachsenen Rücken der Hochplatte zu ihrem höchsten Punkt3.

Erweiterung zum Eichelberg

Der Hochplatten-Rundweg führt in eine kleine Einsattlung an der Südseite, von wo man weiter gen Eichelberg aufsteigen kann. Der Rücken ähnelt demjenigen der Hochplatte. Weiter oben weicht der Weg dem felsigen Kamm des Eichelbergs aus. Diese Passage ist ausgesetzt. Wer abrutscht, kann tief fallen. Auf einem Absatz steht eine Bank. Das ist der beste Aussichtspunkt für heute. Die Querung endet am Eichelbergsattel4.

Rückweg

Der Abstieg vom Eichelberg zum Weißbach ist im Winter ein ungewisses Abenteuer. Die Strecke ist überdies schattig, so dass es am besten ist, auf dem Hinweg zurückzuwandern. Von der Einsattlung vor der Hochplatte kann man dabei zur Abwechslung westlich oder östlich um die Hochplatte herum. Zwar ist die westliche Variante sonniger, bei hoher Schneelage ist allerdings die östliche Variante zu bevorzugen. Denn links zieht sich der Weg durch einen steilen Graben und danach durch einen abschüssigen Hang. Das ist nur sinnvoll, solange die Trassierung deutlich zu erkennen ist.