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Hochfelln (1671 m) im Winter

Komplizierte Route aus der Nesselau

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Das Wintergeschehen spielt sich am Hochfelln hauptsächlich in dem kleinen Skigebiet an der Nordseite ab. Für erfahrene Schneeschuhgeher ist jedoch die weitläufige Südostecke interessanter. Diese fächert sich in mehrere Täler auf und bietet viel Freiraum für eine individuelle Routenwahl.

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Diese Tour steht und fällt mit dem landschaftlich wunderbaren, aber äußerst anspruchsvollen Abschnitt von der Nesselauer Alm zum Hochfelln. Wegen mehrerer steiler bis sehr steiler Querungen und fortwährender Geländebeurteilung wird einem dort einiges abverlangt. Möglicherweise trifft man auf Spuren von Skitourengehern, doch die verfolgen eher andere Ziele und können in die Irre leiten.
Das Lawinenrisiko ist oft ausgesprochen hoch, vor allem von der Nesselauer Alm bis zum Thorausattel. Ideal wäre daher Warnstufe eins bei günstiger Exposition. Ab dem Thorausattel nimmt die Lawinengefahr ab, dafür wird es ausgesetzter und es gibt durchaus absturzgefährdete Stellen.
Unproblematisch und entspannt ist dagegen der Rückweg über die Skipiste, an die sich später ein Fahrweg anschließt.

Wegbeschreibung zur Schneeschuhtour

Anmarsch nach Brand

Von Ruhpolding nach Brand heißt es erst einmal Boden gutmachen. Oder man nimmt den Bus, der allerdings nur selten fährt. Der Wanderweg verläuft am Westufer der Urschlauer Achen. Er ist recht geschickt gewählt, so dass man kaum mit Straßen in Berührung kommt. Interessant ist der ehemalige Steinbruch am Haßlberg1 mit Infotafel zum Ruhpoldinger Marmor. Die historische Glockenschmiede ist im Winter geschlossen. Angesichts der langen Tour würde die Zeit dafür aber sowieso nicht ausreichen. Bald nach der Glockenschmiede wird Brand erreicht.

Aufstieg durch die Nesselau

Der eigentliche Aufstieg beginnt in Brand mit dem Fahrweg zur Nesselauer Alm2. Damit wäre die Ausbaustrecke vorbei. Der sich fortsetzende Steig ist unterm Schnee kaum zu erkennen. Man hält sich rechts des Bachs und überwindet die Geländestufe zur Mulde der abgegangenen Nesselaualm. Dann weiterhin rechts halten und direkt unter einer Felswand entlang. Wenn die Wand zurückweicht, ziemlich anstrengend empor in den Sattel zwischen Gröhrkopf und Nesselauer Schneid. Der Gröhrkopf3 käme als Ausweichziel in Frage, falls der Steilhang auf der anderen Seite zu problematisch erscheint.

Über den Thoraukopf zum Hochfelln

Nun wird es also spannend. Das erste Teilstück bis zu einem hervorstehenden Felspfeiler ist am steilsten. Dabei unbedingt die Höhe halten. Jenseits des Pfeilers sorgt eine Wanne für eine kleine Verschnaufpause. Anschließend links ansteigend aus der Wanne heraus auf einen Rücken, hinter dem es wieder steiler wird. Ein Felsabbruch wird oberhalb gequert. Diese Stelle ist heikel, da das Terrain nach unten immer stärker abfällt. Zum Glück wird es danach schnell einfacher. Unter der Wand des Weißgrabenkopfs erstreckt sich ein lockeres Latschenfeld, durch das es nach links oben zum Thorausattel geht. Dort treffen wir auf einen Weg, der vom SalzAlpenSteig und anderen Weitwanderwegen genutzt wird. Er ist auch im Schnee einigermaßen zu finden. Zunächst weicht er dem Thoraukopf4 westseitig aus. Dann folgt er kurz dem ausgesetzten, evtl. überwechteten Grat und quert einen abschüssigen, gefährlichen Hang nach rechts zu einer Rinne. Durch die Rinne wird eine Scharte im Höhenzug der Thorauschneid gewonnen. Von da links weiter aufwärts. Der finale Anstieg zum Hochfelln5 zieht sich noch ein wenig.

Direkter Abstieg nach Ruhpolding

Bis zur Bründlingalm steigt man am Rand der Skipiste ab. Auch wenn der Schnee am Rand nicht ganz so hart ist, hätte man ohne Grödeln oder Schneeschuhe wohl große Probleme. Hinter der Bründlingalm6 nach rechts orientieren und bis zur Steinbergalm dem Fahrweg folgen. Vom Berggasthaus kann man die Zufahrtstraße ein Stück weit auf einem rutschigen Fußweg abkürzen. Kurz vor Ruhpolding links wenden und auf die Dorfkirche St. Georg zulaufen, die malerisch auf einem Hügel steht. Hinter dem Hügel durchs Dorfzentrum zurück zum Bahnhof.