1. Kaisergebirge
  2. Wilder Kaiser

Hochegg (1470 m) und Gamskogel

Stramme Schneeschuhtour bei Kufstein

Hochegg und Gamskogel lassen sich von Kufstein aus zu einer wirklich außergewöhnlichen winterlichen Rundtour verbinden. Dabei bekommt man praktisch jeden bedeutenden Gipfel des Zahmen und Wilden Kaisers zu Gesicht. Um die beeindruckende Landschaft unterwegs voll genießen zu können, muss allerdings eine ordentliche Kondition vorausgesetzt werden.

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Unterwegs von der Steinbergalm Richtung Brandkogel.

Während die hohen Gipfel des Wilden Kaisers bei Schnee und Eis nur etwas für die Profis sind, können weniger Wagemutige immerhin zu ihren Füßen die ein oder andere schöne Schneeschuhtour unternehmen.
Im Winter steht der Kaiserlift zum Brentenjoch still, so dass es rings um Hochegg, Steinbergalm und Gamskogel recht einsam ist. Einzig der Gamskogel wird gerne als Skitour gemacht, jedoch fast ausschließlich über das Brentenjoch. Mit etwas Glück zieht man also vielleicht sogar die erste Spur durch den Schnee, wobei wegen der Länge der Tour eine gut gespurte Route eigentlich besser wäre.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1200 m 21 km7:50 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■■

Bei hoher Schneelage oder schlechter Sicht sollte man unbedingt die Finger von dieser Gewalttour lassen und stattdessen lieber eine kleinere Runde auf dem Kufsteiner Stadtberg drehen. Wer an der Steinbergalm merkt, dass es zu viel wird, kann den Gamskogel auslassen und direkt zum Brentenjoch wandern. Doch selbst mit dieser Abkürzung ist es noch immer sehr weit.

Am Hochegg sowie vor allem am Brandkogel sind steile, lawinengefährdete Hänge mit mehr als 30 Grad zu queren. Im Zweifelsfall könnte man zumindest am Brandkogel nach oben ausweichen. Teilweise ist außerdem die Vereisung ein leidiges Thema, vor allem auf den stärker begangenen Abschnitten, also bis zur Walleralm, aber auch beim Abstieg vom Brentenjoch.

Wegbeschreibung

Wilder-Kaiser-Steig zur Locherer Kapelle

Der Bahnhof von Kufstein befindet sich praktischerweise direkt bei der Innbrücke. Auf der anderen Seite spazieren wir am besten im Schatten der gewaltigen Festungsmauern auf der Innpromenade entlang. An der Südspitze der Festung dann links wenden und auf der Mitterndorfer Straße zum Waldrand hinauf. Dort verläuft am Fuße des Stadtbergs ein Wanderweg. Diesem nach rechts folgen, bis man links auf den Wilden-Kaiser-Steig abzweigen kann. Dieser beliebte Höhenweg führt quer durch die Südseite des Wilden Kaisers. Schon nach kurzer Zeit passiert der Wilde-Kaiser-Steig die idyllisch gelegene Locherer Kapelle1. Sie erinnert an die Ereignisse von 1703/04, als die Festung Kufstein von bayerischen Soldaten besetzt gehalten wurde.

Aufstieg zur Walleralm

Ab der Locherer Kapelle ist die Walleralm überall ausgeschildert. Als Nächstes geht es nun nach Haberg und von da eine schmale Teerstraße bergauf nach Köllenberg. Die Lage dieser Höfe ist einzigartig. Ungehindert schweift der Blick über das Inntal. Hinter Köllenberg führt der Wilde-Kaiser-Steig durch den Gaisgraben, wo es einen kleinen Wasserfall zu sehen gibt.
Bald darauf wird dann die Rechau2 erreicht. Auf der kleinen Lichtung steht ein Gehöft. Bei diesem beginnt der eigentliche Aufstieg zur Walleralm. Geradeaus wäre es sehr viel weiter! Die Markierungen an den Bäumen sind ausreichend. Zwischendrin kreuzt eine Forststraße. Kurz vor der Walleralm3, die schon fast ein kleines Dorf ist, bleibt der Wald endlich hinter uns.

Steinbergalm über Hochegg

Bei den Hütten der Walleralm verlässt man den Wilden-Kaiser-Steig, der einen scharfen Bogen nach Süden macht. Etwa 100 Meter nach dem letzten Gebäude aufpassen und ostwärts wenden, wo sich eine schmale Schneise zwischen den Bäumen auftut. Teils im Wald, teils im Freien wird das Hochegg4 angepeilt. Das letzte Stück verläuft durch einen lawinengefährdeten Hang. Am Hochegg hat man eine umfassende Aussicht zum Zahmen Kaiser und überblickt gut den weiteren Verlauf der Tour.
Zur Steinbergalm müssen wir nun leider etwas an Höhe abgegeben. Die Strecke ist recht bequem zu laufen. Auf der Steinbergalm5 steht neben zahlreichen Hütten auch eine Kapelle. Im Winter ist alles verwaist.

Gamskogel

Der Gamskogel belohnt mit einem herrlichen Blick auf die prominenten Gipfel des Wilden Kaisers.

Zum Gamskogel sind von der Steinbergalm noch mindestens eineinhalb Stunden einzuplanen. Im Zweifelsfall könnte man direkt zum Brentenjoch abkürzen.
Obwohl der Gamskogel Richtung Norden liegt, beschreibt die Route erst einmal einen großen Bogen nach Osten. Markierungen sind nicht zu sehen. Der Weg ist aber auch mit Schneeauflage meist zu erkennen. Bis dort, wo der Bettlersteig rechts abzweigt, geht es durch relativ ebenes Gelände. Doch danach müssen wir am Brandkogel6 quer durch einen Steilhang. Drüberhalb eines Grabens flacht der Hang wieder ab. Eine Ecke weiter wird es kurzzeitig ausgesetzt, bevor wir den bewaldeten Sattel zwischen Taxköpfl und Gamskogel erreichen. Vom Sattel schließlich geradewegs den Rücken zum Gamskogel7 hinauf, was durchaus anstrengend ist. Oben am südlichen Vorgipfel etwas nach links ausweichen.

Abstieg über das Brentenjoch

Beim Abstieg über die Westseite des Gamskogels zum Brentenjoch tendiert man stets leicht nach links und lässt sich von anderweitigen Spuren nicht verwirren. Die Tourengeher fahren teilweise durch einen Graben auf der rechten Seite ab.
Vom Brentenjoch8 bis zur Duxeralm ist es am besten die ehemalige Skipiste zu nehmen, um die weiten Schleifen der Kiesstraße zu vermeiden. Ab der Duxeralm dann nicht mehr der Skipiste folgen, sondern links auf den Steig oberhalb des Kienbachs wechseln. Dieser zieht sich zunächst eher flach dahin. Später führt er am Kienberg in vielen Serpentinen hinunter nach Kufstein.