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Übers Hochegg (1470 m) zum Gamskogel

Winterliche Gewalttour im Kaisergebirge

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Hochegg und Gamskogel lassen sich von Kufstein aus zu einer wirklich außergewöhnlichen winterlichen Rundtour verbinden. Dabei bekommt man praktisch jeden bedeutenden Gipfel des Zahmen und Wilden Kaisers zu Gesicht. Um die beeindruckende Landschaft unterwegs voll genießen zu können, muss allerdings eine ordentliche Kondition vorausgesetzt werden.

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Bei hoher Schneelage oder schlechter Sicht sollte man die Finger von dieser Gewalttour lassen und lieber eine kleinere Runde auf dem Stadtberg unternehmen. Wer an der Steinbergalm merkt, dass es zu viel wird, kann den Gamskogel auslassen und direkt zum Brentenjoch wandern. Doch selbst mit dieser Abkürzung ist es noch immer sehr weit. Kein Wunder also, dass das Gebiet zwischen Walleralm, Steinbergalm und Gamskogel im Winter ziemlich einsam ist. Zwar wird der Gamskogel gerne als Skitour gemacht, jedoch fast ausschließlich über das Brentenjoch.

Am Hochegg sowie vor allem am Brandkogel sind steile, lawinengefährdete Hänge mit mehr als 30 Grad zu queren. Im Zweifelsfall könnte man zumindest am Brandkogel nach oben ausweichen. Teilweise ist außerdem die Vereisung ein leidiges Thema, vor allem auf den stärker begangenen Abschnitten, also bis zur Walleralm, aber auch beim Abstieg vom Brentenjoch.

Hinweis: Der Kaiserlift zum Brentenjoch ist im Winter nicht in Betrieb.

Wegbeschreibung zur Schneeschuhtour

Zur Walleralm

Der Bahnhof von Kufstein befindet sich praktischerweise direkt bei der Innbrücke. Auf der anderen Seite am besten im Schatten der gewaltigen Festungsmauern die Innpromenade entlang. An der Südspitze der Festung dann links wenden und auf der Mitterndorfer Straße zum Waldsaum hinauf. Dort verläuft am Fuße des Stadtbergs ein Wanderweg. Diesem südwärts folgen, bis man links auf den Wilden-Kaiser-Steig zur Locherer Kapelle abzweigen kann. Die Locherer Kapelle1 erinnert an die Ereignisse von 1703/04, als die Festung Kufstein von bayerischen Soldaten besetzt gehalten wurde.
Ab der Kapelle ist die Walleralm überall ausgeschildert. Nun geht es als Nächstes nach Haberg und von da eine schmale Teerstraße bergauf nach Köllenberg. Die Lage dieser Höfe ist einzigartig. Ungehindert schweift der Blick über das Inntal. Hinter Köllenberg führt der Wilde-Kaiser-Steig durch den Gaisgraben, wo es einen kleinen Wasserfall zu sehen gibt.
Bald darauf wird eine Lichtung erreicht. Dort beginnt an dem Gehöft in der Rechau2 links der Aufstieg zur Walleralm. Geradeaus wäre sehr viel weiter! Die Markierungen an den Bäumen sind ausreichend. Zwischendrin kreuzt eine Forststraße. Kurz vor der Walleralm3, die schon fast ein kleines Dorf ist, wird der Wald verlassen.

Hochegg und Gamskogel

Nach den Hütten der Walleralm verlässt man den Wilden-Kaiser-Steig, der einen scharfen Bogen nach Süden macht, und hält sich stattdessen Richtung Osten. Teils im Wald, teils im Freien wird das Hochegg4 angepeilt. Das letzte Stück verläuft durch einen lawinengefährdeten Hang. Am Hochegg hat man eine umfassende Aussicht zum Zahmen Kaiser und überblickt gut den weiteren Tourverlauf.
Zur Steinbergalm wird nun Höhe abgegeben. Die Strecke ist recht bequem zu laufen. Auf der Steinbergalm5 steht neben zahlreichen Hütten auch eine Kapelle. Im Winter ist alles verwaist. Zum Gamskogel sind noch mindestens eineinhalb Stunden einzuplanen. Im Zweifelsfall könnte man von der Steinbergalm zum Brentenjoch abkürzen.
Zwar liegt der Gamskogel im Norden, doch die Route beschreibt einen großen Bogen nach Osten. Markierungen sind nicht zu sehen. Der Weg ist unterm Schnee aber meist zu erkennen. Dabei geht es lange durch relativ ebenes Gelände, bis man sich vom Bettlersteig trennt und am Brandkogel6 in einen Steilhang gerät. Drüberhalb eines Grabens flacht der Hang wieder ab. Eine Ecke weiter wird es kurzzeitig ausgesetzt, bevor der bewaldete Sattel zwischen Taxköpfl und Gamskogel erreicht ist. Vom Sattel geradewegs den Rücken zum Gamskogel7 hinauf, was durchaus anstrengend ist. Oben am südlichen Vorgipfel etwas nach links ausweichen.

Abstieg übers Brentenjoch

Beim Abstieg über die Westseite des Gamskogels zum Brentenjoch tendiert man stets leicht nach links und lässt sich von anderweitigen Spuren nicht verwirren. Die Tourengeher fahren teilweise durch einen Graben auf der rechten Seite ab. Vom Brentenjoch8 zur Duxeralm ist es am schnellsten, die ehemalige Skipiste zu nehmen. So vermeidet man die weiten Schleifen der Kiesstraße. Ab der Duxeralm dann nicht mehr der Skipiste folgen, sondern links auf den Steig oberhalb des Kienbachs wechseln. Dieser zieht sich zunächst eher flach dahin. Später führt er am Kienberg in steilen Serpentinen hinunter nach Kufstein.