1. Touren 
  2. Wettersteingebirge 

Grünkopf-Überschreitung (1587 m)

Einsame Schneeschuhtour bei Mittenwald

(aktualisiert am )

Im Winter erwartet einem am Grünkopf eine wirklich einsame Schneeschuhtour. Die Route verlangt jedoch etwas Erfahrung. Beim Rückweg nach Mittenwald kann man anschließend noch am malerischen Lautersee vorbeischauen, wo es auch Gelegenheit zur Einkehr gibt.

Anzeige von Amazon
  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Ederkanzel
    2. Auf den Grünkopf
    3. Abstieg zum Lautersee
    4. Rückweg durchs Laintal
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Aussicht von der Ederkanzel ins Leutaschtal.

Die Gegend um Mittenwald bietet einige reizvolle Ziele zum Winterwandern. Beliebt sind unter anderem der Lautersee und der Ferchensee sowie der Hohe Kranzberg. Wer es eher ein wenig ruhiger mag, sollte sich stattdessen den Grünkopf vornehmen. Ab der Ederkanzel ist man dort meistens allein.

Beim Grünkopf passt der Spruch nomen est omen. Denn der rundliche Berg mit seiner weitläufigen Gipfelkuppe ist tatsächlich dicht bewaldet. Für das Wettersteingebirge ein eher untypischer Gipfel und wohl der einzige im Wetterstein­hauptkamm, den man im Winter problemlos besteigen kann.

Die Grünkopf-Überschreitung erfolgt fast durchgehend entlang einer alten Grenzlinie. Bis 1802 grenzte dort die Grafschaft Werdenfels an Tirol. Die Grafschaft Werdenfels war eine kleine, reichsunmittelbare Herrschaft, die sich seit dem Mittelalter im Besitz des Hochstifts Freising befand.
Der Grenzverlauf zwischen den Grafschaften Werdenfels und Tirol war lange umstritten. Ursprünglich beanspruchten die Werdenfelser auch das Leutaschtal für sich, konnten sich aber gegen die mächtigeren Tiroler letztlich nicht durchsetzen. Auf dem Franzosensteig kommen wir an einer restaurierten Grenzmarkierung vorbei, die noch aus dieser Zeit stammt. Im Zuge der Säkularisation wurde die Grafschaft Werdenfels in das Königreich Bayern eingegliedert. Die alten Grenzzeichen zwischen Werdenfels und Tirol blieben weiter gültig und markieren heute die deutsch-österreichische Landesgrenze.

Tourcharakter und Schwierigkeit

700 m12 km4:30 h

Anspruch■■■■■■ WT4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wintertour über den Grünkopf bedarf etwas Übung im Schneeschuhwandern. Denn es gilt das ein oder andere Steilstück zu überwinden. Der Steig auf der Westseite ist tendenziell heikler und scheint im Winter deshalb sehr wenig genutzt zu werden. Gefährlich ist vor allem die Querung auf dem Franzosensteig oberhalb der Ferchenseewände, bei der man sich keinen Ausrutscher erlauben darf.

Da die Route hauptsächlich durch den Wald verläuft, hält sich die Lawinengefahr normalerweise in Grenzen. Bei sehr viel Schnee wäre es möglich, dass von der Wettersteinspitze Lawinen über den Franzosensteig abgehen.

Wegbeschreibung

Zur Ederkanzel

Vom Bahnhof geht es zunächst nach Süden durch Mittenwald hindurch. Am besten meidet man dabei die laute Innsbrucker Straße und überquert sie erst kurz vor der Isarbrücke. Anschließend einige Meter die Leutascher Straße hinauf, bis links der Fußweg zur Ederkanzel abzweigt. Der Weg kreuzt gleich nochmals die Leutascher Straße und führt durch lichten Wald gemütlich bergauf. Nach etwa einer halben Stunde wird das Berggasthaus Ederkanzel1 erreicht. Es steht genau auf der bayerisch-tirolischen Grenze. Von der Terrasse hat man eine schöne Aussicht.

Auf den Grünkopf

Wenige Meter unterhalb der Ederkanzel zweigt der Steig zum Grünkopf links vom Fahrweg ab. Es kommen noch ein paar Wegweiser. Dann müssen die knapp gehaltenen Markierungen ausreichen. Immerhin wird die grobe Richtung durch den Rücken vorgegeben. Im mittleren Abschnitt gibt es eine steile Passage. Gegen Ende flacht das Gelände immer mehr ab. Die Lichtung auf dem geräumigen Gipfel des Grünkopfs2 ist gerade groß genug, um das Karwendel und die Wettersteinspitze zu sehen.

Abstieg zum Lautersee

Der Abstieg über die Westseite des Grünkopfs verläuft anfangs schurgerade durch eine schmale Waldschneise. Der Grenzstreifen wird offenbar freigehalten. An einem kleinen Abbruch wie markiert links ausweichen. Unter dem Abbruch wird es ein Stück weit flacher. Bald darauf trifft man auf den Franzosensteig3. Dieser wagt sich gefährlich nah an die Oberkante der Ferchenseewände heran und quert weiter Richtung Westen.
Wenn das Gelände einfacher wird, taucht eine markante Felswand mit der oben erwähnten Grenzmarkierung auf. Danach geht es im Zickzack abwärts. Unten rechts wenden, so dass man nun im Schatten der Ferchenseewände zurückwandert. Der Steig ist mit Schneeauflage etwas mühsam. Zum Teil lässt er sich auch schlecht erkennen. Auf der Ferchenseehöhe4 fädeln wir uns wieder in das Netz der Winterwanderwege ein und wenden uns rechts zum Lautersee.

Rückweg durchs Laintal

Die schönste Strecke vom Lautersee nach Mittenwald ist diejenige durchs Laintal. Man passiert dazu den Lautersee an seinem Nordufer. Hinter der Kapelle Maria Königin (erb. 1994) beginnt dann das romantische Laintal5 mit Mariengrotte und einigen netten Wasserfällen. Unten in Mittenwald gelangt man auf der Laintalstraße ins historische Ortszentrum. Von dort sind es nur wenige Minuten bis zum Bahnhof.