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Bodenschneid (1668 m) via Bodenschneidhaus

Schwere Schneeschuhtour bei Neuhaus

Die Bodenschneid bietet im Winter schöne Möglichkeiten für Schneeschuhtouren. Das Gebiet um Bodenschneidhaus und Freudenreichalm ist nämlich ein echtes Schneeloch. Um den unvergleichlichen Drei-Seen-Blick auf Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee voll genießen zu können, wählt man am besten einen Tag mit guter Sicht.

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Blick von der Unteren Freudenreichalm zurück zur Bodenschneid.

Als klassischer Münchner Hausberg erfreut sich die Bodenschneid das ganze Jahr über großer Beliebtheit. Die schnelle Erreichbarkeit vom Spitzingsattel aus und die zahlreichen Einkehr­möglichkeiten locken manchmal fast zu viele Bergfreunde an. Neben den Skitourengehern besuchen die Bodenschneid mittlerweile auch immer mehr Schneeschuh­wanderer.
Man sollte also darauf gefasst sein, dass selbst im tiefsten Winter einiges los ist. Aber es wäre schade, dem wunderbaren Aussichtsgipfel deshalb die kalte Schulter zu zeigen.

Rodeltipp: Der Weg vom Bodenschneidhaus hinab nach Neuhaus eignet sich zum Rodeln. Die Strecke wird aber nicht immer präpariert. Über die aktuellen Bedingungen bitte bei rodelfuehrer.de informieren.

Tourcharakter und Schwierigkeit

950 m 15 km4:50 h

Anspruch■■■■■WT5
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■■

Wegen der teils abschüssigen Passagen von bis zu 35 Grad ist die Tour erfahrenen Schneeschuhgehern vorbehalten. Denn wer an der Nordseite der Bodenschneid ins Rutschen kommt, kann sich unter Umständen nicht wieder fangen.
Falls mit Vereisung zu rechnen ist, sind Grödeln geeigneter als Schneeschuhe. Bei besonders hart gefrorenem Schnee wären sogar Steigeisen und ein Eispickel von Vorteil. Vernünftiger ist es allerdings, die Tour bei starken Minusgraden zu verschieben.

Ortsunkundigen könnte außerdem die Orientierung ab dem Bodenschneidhaus Probleme bereiten. Meistens sind die Routen jedoch gespurt.

Der steile Nordanstieg vom Bodenschneidhaus zur Bodenschneid sollte wirklich nur bei einer absolut sicheren Lawinenlage durchgeführt werden. Dasselbe gilt für den Abstieg zur Krettenburg, der im oberen Teil noch einmal die steile Nordseite streift. Vorsicht auch am Grat auf der Bodenschneid wegen der Wechten.

Wegbeschreibung

Winterwanderweg zum Bodenschneidhaus

Wir starten am Bahnhof Fischhausen-Neuhaus und laufen etwa 200 Meter auf der Wendelsteinstraße nach Westen. Dann links die Bodenschneidstraße hinauf. Beim Parkplatz am Pfanni-Skilift entsprechend dem Wegweiser geradeaus halten. Die Strecke wird oft präpariert. Man gelangt in den Wald und wandert oberhalb des Dürnbachs1 gemütlich bergauf. Später, wenn der Fahrweg nach rechts biegt, dessen Schleife abzukürzen. Links ist eine Sackgasse. Wir kreuzen bei einer Rodungsfläche den Weg zur Unteren Freudenreichalm und treffen wieder auf den Fahrweg zum Bodenschneidhaus. Bei der Raineralm weicht der Wald zurück. Das Tourenziel ist nun schon zu sehen, aber das Bodenschneidhaus2 versteckt sich bis zuletzt hinter einer Kuppe.

Nordanstieg zur Bodenschneid

Das vom DAV betriebene Bodenschneidhaus vor Bodenschneid und Rinnerspitz.

Jenseits der DAV-Hütte durchquert man eine Senke und steuert auf den Hang zwischen Bodenschneid und Rinnerspitz zu. Eigentlich führt der Steig links zwischen den locker stehenden Fichten hindurch. Gespurt wird dagegen meistens rechts daneben im Freien, weil dort das Gelände übersichtlicher ist. Oberhalb der ersten Serpentinen liegt eine Mulde. Darüber steilt der Hang stark auf und es folgt eine kritische Querung unterhalb einer kleinen Felswand. Anschließend kommt eine flachere Stelle, bevor man über eine einfache Felsstufe den Grat erreicht und in wenigen Minuten zum Gipfel3 gelangt.

Abstieg zur Oberen Firstalm

Entlang der abgezäunten Abbruchkante stapft man auf den südöstlichen Vorgipfel zu. Wer am Kreuz, das den Vorgipfel markiert, geradeaus weiterläuft, landet mitten im Skigebiet. Also besser kurz davor links den fast baumlosen, von zwei Rippen flankierten Hang absteigen. Das erste Stück ist steil. Bald dreht der Weg nach Osten und mündet in einen lichten Bergwald. Dort gibt es eine Verzweigung. Eilige können gleich links zum Bodenschneidhaus queren. Ansonsten ostwärts an der Krettenburg vorbei zur Oberen Firstalm4 mit Einkehrmöglichkeit.

Rückweg über die Untere Freudenreichalm

Nördlich der Oberen Firstalm liegt zwischen der Krettenburg und dem Brecherspitz der Freudenreich­sattel. Drüberhalb des Sattels leitet eine Schneise hinab zur Unteren Freudenreichalm5, die im Winter leider geschlossen hat.
Bei der Freudenreichalm wenden wir uns erst einmal links. Durch einen Waldgürtel kommt man so mit etwas Gegenanstieg zurück zum Bodenschneidhaus. Auf halber Strecke fällt dabei eine mächtige alte Fichte auf, deren Wurzeln einen Felsblock umklammern. Rings um die Freudenreichalm liegt überhaupt ziemlich viel Fels­sturzmaterial herum.
Wer sich den Gegenanstieg zum Bodenschneidhaus lieber sparen möchte, zweigt stattdessen nach 100 Metern rechts ab und wandert immer geradeaus Richtung Norden, bis unterhalb der Raineralm wieder der Hinweg erreicht wird.