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Pyramidenspitze (1997 m) über Winkelkarsteig

Bergtour von Durchholzen

(aktualisiert am )

Diese spannende Bergtour führt von Durchholzen über den Winkelkar-Klettersteig auf die Pyramidenspitze. Beim Abstieg wandern wir durch das zauberhafte Kaisertal und lernen so fast den gesamten Zahmen Kaiser kennen. Eine ordentliche Ausdauer sollte daher schon vorhanden sein.

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Blick von der Winkelalm ins gleichnamige Kar. Rechts sind die Jovenspitzen zu sehen, in der Bildmitte steht die Pyramidenspitze.

Wer von Durchholzen ins Winkelkar aufsteigt, blickt von Anfang an auf die imposanten Nordwände des Zahmen Kaisers. Eine eindrucksvolle Landschaft, die einen sofort in ihren Bann zieht. Oben angekommen präsentiert sich dann der Wilde Kaiser in seiner ganzen Pracht. Und auf dem langen Abstieg durch das Kaisertal wird es ebenfalls nicht langweilig. Völlig zu Recht gilt dieses als eines der schönsten Alpentäler überhaupt. Mit dem Auto dürfen nur die wenigen Bewohner des dünn besiedelten Tals hineinfahren. So stört kein Verkehrslärm den Wandergenuss.

Am unteren Ende des Kaisertals gibt es noch eine kleine Überraschung. Oberhalb der Sparchenklamm befindet sich nämlich die archäologisch interessante Tischoferhöhle. Sie beeindruckt vor allem mit ihrem gewaltigen Portal. Bei Ausgrabungen kamen die Knochen Hunderter Höhlenbären zum Vorschein. Deren Alter beträgt etwa 28 000 Jahre, also ungefähr die Zeit, als sie ausstarben. Später wurde die Höhle von Menschen genutzt. Auf den Schautafeln wird das alles genau erläutert.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1350 m 1560 m 16 km6:40 h

Anspruch■■■■■■T4 I A/B
Kondition■■■■■
Orientierung■■■■■■

Ganz so zahm, wie er vorgibt, ist der Zahme Kaiser gar nicht. Vor allem nicht im Winkelkar (siehe Topo). Auf dem letzten Abschnitt zur Pyramidenspitze wird es dort richtig felsig. Dabei läuft fast durchwegs ein Drahtseil mit. Doch es sind auch ungesicherte Ier-Stellen zu bewältigen. Alpine Erfahrung muss deshalb auf jeden Fall vorhanden sein.
Geübte benötigen zwar kein Klettersteigset, ein Helm sollte jedoch besser mit. Der Klettersteig erfreut sich großer Beliebtheit und Vorausgehende können Steinschlag auslösen. 2014 kam es wohl auf Grund von Steinschlag zu einem tödlichen Unfall.

Deutlich einfacher als der Winkelkarsteig ist der Weg durch das Kaisertal. Allerdings ist dieser Abstieg sehr weit und ein echter Fitnesstest. Gemütlicher gestaltet sich die Bergtour, wenn man sie auf zwei Tage aufteilt und auf der Vorderkaiserfeldenhütte (DAV) übernachtet.

Wegbeschreibung

Winkelkar

Wir begeben uns von Durchholzen zum Parkplatz Am Brand, wo die Pyramidenspitze bereits ausgeschildert ist. Das Tal liegt morgens lange im Schatten, während die Wände des Winkelkars schon im Sonnenlicht erstrahlen. Bis zur Großpoiteralm kann man sich erst einmal bei minimaler Steigung auf einem Fahrweg gemütliche warmlaufen. An der Großpoiteralm wechselt die Wanderroute in die Almweide. Das Gelände wird langsam steiler. Mit der Winkelalm1 wird dann die letzte Hütte vor dem Talschluss erreicht.
Das nun beginnende Winkelkar ist mit seinem Geröll etwas mühsam zu gehen. Wenn die Sonne reinbrennt, kann es ziemlich anstrengend werden. Der gut markierte Steig dreht im Kar Richtung Westen in den Winkel zwischen Jovenspitze, Pyramidenspitze und Kesselschneid.

Klettersteig auf die Pyramidenspitze

Sobald es im Talschluss des Winkelkars2 in die Felsen geht, helfen Drahtseile, wobei sich die Kletterstellen mit Gehgelände abwechseln. Einige Passagen des Klettersteigs (siehe Topo) sind recht exponiert. Bald breitet sich das ganze Winkelkar unter uns aus.Kurz vor dem so genannten Gamsangerl zweigen deutliche Spuren rechts ab. Dort könnte man ohne Kletterschwierigkeiten, aber durch sehr gefährliches Schrofengelände die Jovenspitze erklimmen. Vorsicht, die Bergwacht hatte dort schon mit verstiegenen Wanderern zu tun.Die Pyramidenspitze ist nun nicht mehr fern. Über dem begrünten Sattel am Gamsangerl gibt es die letzten luftigen Kraxelmeter mit einigen Eisentritten an der schwierigsten Stelle (B). Zwischendrin den überraschenden Tiefblick ins Scheiblingsteinkar beachten! Schließlich steht man unvermittelt auf dem Gipfel3, der zur anderen Seite hin eine ausladende Grasfläche bietet.

Vordere Kesselschneid

Die Vordere Kesselschneid südlich der Pyramidenspitze ist mit 2001 Metern der höchste Punkt im Zahmen Kaiser und in wenigen Minuten unschwierig zu erreichen. Auf der Kesselschneid hat man in der Regel auch mehr Ruhe bei der Gipfelrast.

Vorderkaiser­feldenhütte über Steingruben­schneid

Aus dieser Perspektive vom Elferkogel ist der Name Zahmer Kaiser durchaus angebracht.

Wir wandern zunächst am Kamm entlang über den unscheinbaren Elferkogel. Beim so genannten Vogelbad4, einer Scharte kurz vor dem Zwölferkogel, verzweigen sich dann die Wege. Wer wieder nach Durchholzen zurück muss, könnte beim Vogelbad den verwegenen und aufgelassenen Steig durch das Egersgrinn wählen. Die meisten marschieren oben weiter zum Petersköpfl. Ebenso reizvoll, aber ohne zusätzliches Auf und Ab, verläuft die Strecke links hinab zur Hinterkaiserfeldenalm. Dabei beeindrucken vor allem die gewaltigen Wände der Steingruben­schneid.
Ab der Hinterkaiser­feldenalm5 wird es immer bequemer. Ein breiter Weg führt nun quer durch den Hang zur ersten Einkehrmöglichkeit des Tages auf der Vorderkaiser­feldenhütte6.

Kaisertal und Tischoferhöhle

Von der Vorderkaiserfeldenhütte geht es bergab zur Ritzaualm. Zwischen diesen beiden gibt es bei der Linkskehre oberhalb der Alm einen etablierten Abschneider durch die Weide. Hinter der zum Berggasthof ausgebauten Ritzaualm7 kommt man auf dem steilen Fahrweg flott voran. Relativ weit unten werden der Veitenhof und ein weiteres Gehöft passiert, bevor eine auffällige Informationstafel auf die Tischoferhöhle hinweist. Bis zur Höhle8 sind es nur ein paar Minuten. Man muss danach allerdings wieder bergauf. Besonders an heißen Tagen ist eine Pause an der kühlen Höhle angenehm.

Sparchenklamm

Nach der Tischoferhöhle steigt man am schönsten gleich ganz zur Sparchenklamm ab. Unten an der Brücke lädt der kalte Kaiserbach zu einer erfrischenden Rast ein. Im Anschluss geht es über eine steile Stiege mit kleinem Gegenanstieg Richtung Theaterhütte und von dort rechts zur Bushaltestelle Kaisertal.