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Pyramidenspitze (1997 m) über Winkelkarsteig

Bergtour von Durchholzen

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Diese spannende Bergtour führt von Durchholzen über den Winkelkar-Klettersteig auf die Pyramidenspitze. Beim Abstieg wandern wir durchs Kaisertal und lernen so fast den gesamten Zahmen Kaiser kennen. Eine ordentliche Ausdauer sollte daher schon vorhanden sein. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Ins Winkelkar
    2. Klettersteig auf die Pyramidenspitze
    3. Vordere Kesselschneid
    4. Zur Vorderkaiserfeldenhütte
    5. Abstieg durchs Kaisertal
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (9 Fotos)
Blick von der Winkelalm ins gleichnamige Kar. Rechts sind die Jovenspitzen zu sehen, in der Bildmitte steht die Pyramidenspitze.

Wer von Durchholzen ins Winkelkar aufsteigt, hat von Anfang an einen hervorragenden Blick auf die imposanten Nordwände des Zahmen Kaisers.
Ganz so zahm ist der Zahme Kaiser nämlich gar nicht. Vor allem nicht im Winkelkar (siehe Topo). Denn im letzten Abschnitt zur Pyramidenspitze wird es dort richtig felsig. Dabei läuft fast durchwegs ein Drahtseil mit. Doch es sind auch ungesicherte Ier-Stellen zu bewältigen. Alpine Erfahrung muss deshalb auf jeden Fall vorhanden sein.
Geübte benötigen zwar kein Klettersteigset, ein Helm sollte jedoch besser mit. Der Klettersteig erfreut sich großer Beliebtheit und Vorausgehende können Steinschlag auslösen. 2014 kam es wohl auf Grund von Steinschlag zu einem tödlichen Unfall.

Deutlich einfacher als der Winkelkarsteig ist der Weg durchs Kaisertal. Völlig zu Recht gilt dieses als eines der schönsten Alpentäler. Mit dem Auto dürfen nur die wenigen Bewohner des dünn besiedelten Tals hineinfahren. So stört kein Verkehrslärm den Wandergenuss.
Der Abstieg von der Pyramidenspitze durchs Kaisertal ist sehr lang und ein echter Fitnesstest. Gemütlicher gestaltet sich die Tour als Zweitages­unternehmung mit einer Übernachtung auf der Vorderkaiserfeldenhütte (DAV).

Am unteren Ende des Kaisertals gibt es noch eine kleine Überraschung. In der Sparchenklamm befindet sich nämlich die archäologisch interessante Tischofer Höhle. Sie beeindruckt vor allem mit ihrem gewaltigen Portal. Bei Ausgrabungen kamen die Knochen Hunderter Höhlenbären zum Vorschein. Ihr Alter beträgt etwa 28 000 Jahre, also ungefähr die Zeit, als sie ausstarben. Später wurde die Höhle von Menschen genutzt. Auf den Schautafeln wird das alles genau erläutert.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1350 m1550 m16 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T4 I A/B
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Ins Winkelkar

Wir begeben uns von Durchholzen zum Parkplatz Am Brand, wo die Pyramidenspitze bereits ausgeschildert ist. Das Tal liegt morgens lange im Schatten, während die Wände des Winkelkars schon im Sonnenlicht erstrahlen. Bis zur Großpoiteralm kann man sich erst einmal bei minimaler Steigung auf einem Fahrweg gemütliche warmlaufen. An der Großpoiteralm wechselt die Wanderroute in die Almweide. Das Gelände wird langsam steiler. Mit der Winkelalm1 wird dann die letzte Hütte vor dem Talschluss erreicht.
Das nun beginnende Winkelkar ist mit seinem Geröll etwas mühsam zu gehen. Wenn die Sonne reinbrennt, kann es ziemlich anstrengend werden. Der gut markierte Steig dreht im Kar Richtung Westen in den Winkel zwischen Jovenspitze, Pyramidenspitze und Kesselschneid.

Klettersteig auf die Pyramidenspitze

Sobald es im Talschluss in die Felsen geht, helfen Drahtseile, wobei sich die Kletterstellen mit Gehgelände abwechseln. Einige Passagen des Klettersteigs2 sind recht exponiert. Bald breitet sich das ganze Winkelkar unter einem aus. Kurz vor dem Gamsangerl zweigen deutliche Spuren rechts ab. Dort könnte man ohne Kletterschwierigkeiten, aber durch sehr gefährliches Schrofengelände die Jovenspitze erklimmen. Auch die Pyramidenspitze ist nicht mehr fern. Über dem begrünten Sattel am Gamsangerl gibt es die letzten luftigen Kraxelmeter mit einigen Eisentritten an der schwierigsten Stelle (B). Zwischendrin den überraschenden Tiefblick ins Scheiblingsteinkar beachten! Schließlich steht man unvermittelt auf dem Gipfel3, der zur anderen Seite hin eine ausladende Grasfläche bietet.

Vordere Kesselschneid

Die Vordere Kesselschneid südlich der Pyramidenspitze ist mit 2001 m der höchste Punkt im Zahmen Kaiser und in wenigen Minuten unschwierig zu erreichen. Auf der Kesselschneid hat man in der Regel auch mehr Ruhe bei der Gipfelrast.

Zur Vorderkaiserfeldenhütte

Wir wandern zunächst am Kamm entlang über den unscheinbaren Elferkogel. Beim so genannten Vogelbad4, kurz vorm Zwölferkogel, verzweigen sich dann die Wege. Wer wieder nach Durchholzen zurück muss, könnte beim Vogelbad den verwegenen und aufgelassenen Steig durchs Egersgrinn wählen. Die meisten marschieren oben weiter zum Petersköpfl. Ebenso reizvoll, aber ohne zusätzliches Auf und Ab, verläuft die Strecke links hinab zur Hinterkaiserfeldenalm. Dabei beeindrucken vor allem die gewaltigen Wände der Steingrubenschneid.
Ab der Hinterkaiser­feldenalm5 wird es immer bequemer. Ein breiter Weg führt nun quer durch den Hang zur ersten Einkehrmöglichkeit des Tages auf der Vorderkaiser­feldenhütte6.

Abstieg durchs Kaisertal

Von der Vorderkaiserfeldenhütte geht es bergab zur Ritzaualm. Zwischen diesen beiden gibt es bei der Linkskehre oberhalb der Alm einen etablierten Abschneider durch die Weide. Hinter der zum Berggasthof ausgebauten Ritzaualm7 kommt man auf dem steilen Fahrweg flott voran. Relativ weit unten werden der Veitenhof und ein weiteres Gehöft passiert, bevor links mit einer Informationstafel die Tischofer Höhle ausgeschildert ist. Besonders an heißen Tagen ist eine Pause an der kühlen Höhle8 angenehm.
Danach durchquert man am schönsten die Sparchenklamm. An der Brücke kann man sich im Kaiserbach abfrischen. Im Anschluss mit kleinem Gegenanstieg Richtung Theaterhütte und von dort rechts zur Bushaltestelle Kaisertal.