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Wildbarren (1448 m) und Bichlersee

Vielseitige Wanderung bei Oberaudorf

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Der Wildbarren flankiert zusammen mit dem Kranzhorn den Eingang ins Inntal. Im Vorbeifahren wirkt er unscheinbar. Doch sein Gipfel ermöglicht eine beachtliche Fernsicht. Außerdem beherbergt er in seinem Umkreis einige versteckte Kostbarkeiten wie das Naturdenkmal Grauer Stein und den stillen Bichlersee.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Grauen Stein
    2. Auf den Wildbarren
    3. Rückweg mit Bichlersee
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (9 Fotos)
Vom Gipfel des Wildbarrens blickt man bis in die Hohen Tauern.

Bei Trockenheit stellt der Wildbarren kaum nennenswerte Ansprüche. Wenn es nass ist, werden die im oberen Bereich teils steilen und schmalen Steige aber unangenehm schmierig. Ein Ausrutscher könnte an einigen Stellen böse Folgen haben.
Durch die südseitige Ausrichtung ist die Wanderung gerade im Frühling ein Genuss. Die lockere Bewaldung und die durch Windbruch verursachten Freiflächen geben Licht und Wärme. Das umherliegende Totholz lässt sogar etwas Urwaldfeeling aufkommen.

Am Wildbarren gibt es mit dem so genannten Grauen Stein eine geologische Besonderheit zu sehen. Der erratische Granitblock gehört ganz offensichtlich nicht in diese Gegend. Dies fiel den Menschen schon immer auf. Mangels einer natürlichen Erklärung entstand eine Sage über einen Riesen, der ihn als Steintisch verwendet haben soll. Erst im 19. Jahrhundert lösten Geologen im Zuge der Gletscherforschung das Rätsel um die Findlinge.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m19 km5:40 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Grauen Stein

Vom Bahnhof Oberaudorf auf der Reisacher Straße nach Norden zum Auerbach. Dieser kann entweder sofort oder an einer der folgenden Brücken bachaufwärts nach Trißl überquert werden. In Trißl1 gelangt man an eine Nebenstraße. Auf dieser rechts nach Agg. Wenn man Pech hat, knattern dort gerade Motorräder über die Deutsche Alpenstraße. Abgesehen davon liegen die Höfe sehr idyllisch. In Agg hält im Sommerhalbjahr übrigens die Wendelsteinringlinie.
Bei der Busaltestelle rechts zum Bauer von Agg und an einer Baumgruppe vorbei diagonal über die Wiese. Der Graue Stein2 ist ab da regelmäßig ausgeschildert. Welche Variante man wählt, bleibt sich gleich. Sie dauern alle etwa eine halbe Stunde.
An der Rückseite des Findlings sind Bearbeitungsspuren zu erkennen. Offenbar wurde versucht, ihn zu spalten – vielleicht um ihn als Mühlstein zu verwenden.

Auf den Wildbarren

Auch nach dem Findling geht es auf wechselnden Wegen weiter, aber die Beschilderung zum Wildbarren ist eindeutig. Vor der Felixalm wird ein beeindruckend steiler Hang gequert. Der Inn-Gletscher hat dort ganze Arbeit geleistet. An der Felixalm3 kommt zum vorerst letzten Mal ein Forstweg ins Spiel, bevor rechts der Steig zum Gipfel abzweigt. Dieser schwenkt über dem Oberen Holzplatz in die Ostflanke und gewinnt kurz vorm Gipfel den Südrücken.Dort stellte ich fest, dass sich den Südrücken ein unmarkierter Pfad heraufzieht, der sicher auch nett gewesen wäre. Der Pfad beginnt einige Meter links des Oberen Holzplatzes.Der höchste Punkt am Wildbarren4 befindet sich an seinem Ostende. Von den improvisierten Holzbänken lässt sich das gesamte bayerische Unterinntal überblicken.

Rückweg mit Bichlersee

Bergab nehmen wir den Weg nach Westen. Beiderseits stehen und liegen zahllose, silbergraue Baumskelette herum. Nach einem Bildstock wird es zusehends abschüssig. Das viele Wurzelwerk mahnt zur Vorsicht. Später schwenkt der Steig nach rechts und endet schließlich an einem Forstweg. Auf diesem talauswärts. Etwa einen Kilometer weiter bei einer Kreuzung besser geradeaus und an der Bichleralm links zum Bichlersee5. Knapp 200 m westlich des Sees liegt die Höhle im Höhlenstein. Hinter ihrem großen Eingangsportal ist allerdings schnell Schluss.
Vom Bichlersee hält man sich Richtung Regau, wo ein Wirtshaus steht. Ab Regau weicht die Wanderroute leider auf die Teerstraße aus, welche erst an einer scharfen Rechtskehre wieder verlassen wird. Gleich danach links über eine Wiese ein wenig bergauf und dann rechts nach Agg hinunter. Je nachdem welche Strecke morgens gewählt wurde, kennt man sich sowieso bereits aus.