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Wildbarren (1448 m) und Bichlersee

Wandergenuss bei Oberaudorf

(aktualisiert am )

Diese Rundwanderung von Oberaudorf auf den Wildbarren und zum stillen Bichlersee führt durch eine malerische Voralpen­landschaft. Unterwegs kann man außerdem einen kurzen Abstecher zum Naturdenkmal Grauer Stein machen und die Höhle im Höhlenstein besuchen.

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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Am Auerbach nach Agg
    2. Grauer Stein
    3. Wildbarren über Felixalm
    4. Abstieg zum Bichlersee
    5. Höhlenstein
    6. Rückweg über Regau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (11 Fotos)
Zwischen den abgestorbenen und verwitterten Bäumen auf dem Wildbarren wächst ein junger Wald heran.

Zusammen mit dem Kranzhorn flankiert der Wildbarren den Eingang ins Bayerische Unterinntal. Das Tal zieht sich dort zwischen Flintsbach und Oberaudorf auf gerade einmal einen Kilometer zusammen. Im Vorbeifahren fällt der Wildbarren vor allem durch seine steile Ostseite auf. Ansonsten wirkt der dicht bewaldete Berg eher unscheinbar. Doch man sollte ihn nicht unterschätzen, denn sein Gipfel ermöglicht eine fantastische Fernsicht.

Auf dem Weg zum Wildbarren gibt es ein bedeutendes Geotop zu sehen. An einem Berghang über dem Audorfer Ortsteil Agg liegt ein großer erratischer Granitblock, der unter dem Namen Grauer Stein bekannt ist. Er wurde vom Inn-Gletscher aus den Zentralalpen mitgebracht. Vermutlich stammt er aus den Hohen Tauern.
Dass das Gestein nicht zur Umgebung passt, fiel den Menschen auch früher schon auf. Mangels einer natürlichen Erklärung erfanden sie Sagen. Bei so einem gewaltigen Stein musste entweder der Riese vom Wildbarren oder der Teufel mit der Pfarrersköchin am Werk gewesen sein. Erst im 19. Jahrhundert lösten Geologen im Zuge der Gletscher­forschung das Rätsel um die Findlinge.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m19 km5:40 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Bei Trockenheit stellt der Wildbarren kaum nennenswerte Ansprüche. Wenn es nass ist, können die teils steilen und schmalen Steige aber gefährlich werden. Trittsicherheit sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Ansonsten wird vor allem die Ausdauer strapaziert, sofern man nicht die Wendelsteinringlinie nutzt oder mit dem Auto anreist.

Durch ihre südseitige Ausrichtung ist die Wanderung gerade im Frühling oder Herbst ein Genuss. Und im Sommer kann man sich ja im Bichlersee abkühlen.

Wegbeschreibung

Am Auerbach nach Agg

Wir starten am Bahnhof Oberaudorf und spazieren auf der Reisacher Straße nach Norden zum Auerbach. Dort unter der Bahnstrecke hindurch und über den Auerbach. Anschließend geht es auf einem Fußweg knapp zwei Kilometer lang bachaufwärts.
Im Ortsteil Trißl1 mündet der Fußweg bei der Klinik in eine Nebenstraße, die weiter nach Agg führt. Wenn man Pech hat, knattern gerade Motorräder über die Deutsche Alpenstraße. Abgesehen davon liegen die Höfe von Agg sehr idyllisch. Im Sommerhalbjahr hält in Agg übrigens die Wendelsteinringlinie. Bei der Bushaltestelle muss man rechts zum Bauern von Agg.

Grauer Stein

Beim Gasthof zum Bauern von Agg geht man an einer Baumgruppe vorbei diagonal über die Wiese. Der Graue Stein2 ist ab da regelmäßig ausgeschildert. Es gibt zwei Varianten, die beide etwa eine halbe Stunde dauern. Der obere Weg verläuft über den hölzernen Aussichtspavillon.
Beim Findling sollte man auch die Rückseite beachten, an der Bearbeitungsspuren zu erkennen sind. Offenbar gab es Versuche, ihn zu spalten – vielleicht um daraus Mühlsteine herzustellen. Dass die Menschen das für sie ungewöhnliche Gestein nutzen wollten, lässt sich gut nachvollziehen.

Wildbarren über Felixalm

Vom Findling wandern wir entsprechend der Beschilderung durch ein Waldstück bergauf zur Weide von Zaglach. An deren oberem Rand führt ein Forstweg in den Wald. Ein paar Kurven weiter wechselt die Wanderroute unter dem Felixköpfl auf einen schmäleren Weg, der einen beeindruckend steilen Hang quert. Der Inn-Gletscher leistete dort ganze Arbeit. Dann öffnet sich eine kleine Lichtung mit den zwei Hütten der Felixalm3. Die Alm gehört zum Münchner Priesterseminar und wird nicht mehr almwirtschaftlich genutzt.
Ab der Felixalm kommt noch einmal kurz ein Stück Forstweg, bevor rechts der Steig zum Gipfel abzweigt. Über dem Oberen Holzplatz schwenkt er in die Ostflanke und gewinnt kurz vorm Gipfel den Südrücken.Alternativ könnte man vom Holzplatz auch den Jagdsteig nehmen, der sich direkt den Südrücken hinaufzieht. Er bietet mehr Aussicht.Der höchste Punkt am Wildbarren4 befindet sich an seiner Ostspitze. Von dort reicht der Blick an klaren Tagen über das Unterinntal bis in die Zentralalpen.

Abstieg zum Bichlersee

Bergab nehmen wir den Weg nach Westen. Beiderseits stehen und liegen zahllose silbergraue Baumskelette herum. An geschützten Stellen wachsen zwischen dem Totholz wieder junge Bäume heran. Schön anzusehen, wie sich ein Wald nach einem Windbruch selbst regeneriert.
Hinter einem Bildstock wird das Gelände ziehmlich abschüssig. Das viele Wurzelwerk mahnt zur Vorsicht. Zwischendrin kommt man beim Aussichtspunkt am Dreifaltigkeits­felsen vorbei. Später schwenkt der Steig nach rechts und mündet schließlich in einen Forstweg. Diesem folgt man nun eine Zeit lang. An einer Kreuzung geradeaus halten und bei der Bichleralm spitz links zum Bichlersee5 hinab.

Höhlenstein

Knapp 200 Meter westlich des Bichlersees liegt der so genannte Höhlenstein. Die Haupthöhle scheint tektonischen Ursprungs zu sein. Hinter ihrem mächtigen Portal ist schnell Schluss. Neben der großen Höhle existieren noch kleinere Löcher. Der Höhlenstein ist ein Fledermaus­biotop und darf während der Schutzzeit von 01.10. bis 31.03 nicht betreten werden. Das Schild mit dem ganzjährigen Verbot entbehrt jedoch laut dem Verein für Höhlenkunde in München jeglicher Rechtsgrundlage.

Rückweg über Regau

Nicht weit vom Bichlersee entfernt befindet sich der Weiler Regau mit einem Berggasthof6. Ab Regau verläuft die Wanderung gute zwei Kilometer auf einer wenig befahrenen Teerstraße. Entlang der Straße liegen einige Anwesen in lockerer Anordnung. An einer scharfen Rechtskurve unterhalb von Zaglach kann man sie wieder verlassen. Gleich danach, kurz vor einem einzelnen Haus, links über die Wiese. Das ist ganz in der Nähe des Grauen Steins, wo wir uns ja bereits auskennen. Von da auf dem Hinweg über Agg zurück nach Oberaudorf.