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Wildalpjoch (1720 m) von Bayrischzell

Rundwanderung mit Geheimtipp

(aktualisiert am )

Weil die Wanderung vom Sudelfeld zum Wildalpjoch viel auf Fahrwegen verläuft, startet man besser in Bayrischzell. Von dort geht es über zauberhafte, kleine Steige auf den wunderbaren Aussichtsgipfel. Dass von Bayrischzell etwas mehr Höhenmeter zu bewältigen sind, lässt sich angesichts dessen leicht verkraften.


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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg Richtung Wendelstein
    2. Schleichweg zur Lacheralm
    3. Wildalpjoch
    4. Lacherspitz
    5. Abstieg über die Wendelsteiner Almen
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Rückblick zum Wildalpjoch beim Abstieg in die Seescharte.

Zunächst ein Hinweis an alle, die den Rat, markierte Wege nicht zu verlassen, ganz strikt auslegen. Bei dieser Tour wird nämlich zwischen der ehemaligen Holzerhütte und der Lacheralm ein unbezeichneter Schleichweg genutzt. Schwer zu finden ist das nicht. Erst dadurch ergibt sich von Bayrischzell aus eine richtige Rund­wanderung. Sonst wären Hin- und Rückweg identisch.
Wer dagegen doch lieber die übliche Route nehmen will, wandert vom Sudelfeld über die Lacheralm zum Gipfel.

Wegen seiner räumlichen Nähe zu Bayrischzell möchte man das Wildalpjoch auf den ersten Blick dort verorten. In Wirklichkeit gehört der Berg aber zu dem weiter entfernten Talort Oberaudorf. Wer den Verlauf der Almzubringer studiert, wird feststellen, dass sie alle ihren Ausgangspunkt im Osten haben. Wildalm, Lacheralm und Schweinsteigeralm werden von Oberaudorf aus bewirtschaftet. Die Familie Schweinsteiger stammt ja auch aus Oberaudorf, wie allen Fußballfans sicher bekannt sein dürfte.Ursprünglich wurde die Gegend vom Inntal her in Besitz genommen und nicht aus dem abgelegenen Leitzachtal.Viele Hochalmen am Sudelfeld gehören ebenfalls den Bauern aus dem Inntal. Man beachte diesbezüglich den Namen der Niederaudorfer Waldalm am Unteren Sudelfeld. Erst im westlichen Teil des Wendelsteingebiets beginnt mit den Wendelsteiner Almen der Bereich der Bayrischzeller Bauern.

Tourcharakter und Schwierigkeit

970 m11 km4:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wanderung auf das Wildalpjoch stellt selbst weniger Erfahrene vor keine nennenswerten Schwierigkeiten. Einzig am Westgrat gibt es ein etwas felsiges und leicht ausgesetztes Stück.
Der oben erwähnte Schleichweg zur Lacheralm erfordert ein Minimum an Orientierungssinn.
Wegen der Südexposition eignet sich die Wanderung besonders gut für das Frühjahr oder den Herbst. Die Strecke ist oft schon zeitig im Jahr schneefrei und bleibt das meistens auch bis in den Spätherbst hinein.

Wegbeschreibung

Aufstieg Richtung Wendelstein

Man verlässt den Bahnhof in Bayrischzell am besten nach Norden und wendet sich bei der ersten Gelegenheit rechts. Gleich nach Überqueren des Legerwaldgrabens geht es spitz links. Vorerst gilt die Beschilderung zum Wendelstein. Der Weg führt ein paar Minuten an der Deutschen Alpenstraße entlang, bevor er über offenes Weideland verläuft und schließlich in einen lichten Wald eintaucht.
Es wird noch ein Forstweg gekreuzt, dann heißt es aufpassen. An der folgenden Gabelung nicht weiter Richtung Wendelstein, sondern geradeaus in den steinigen Fahrweg mit der improvisierten Holzschranke. Das ist die oben erwähnte, unbezeichnete Verbindung zur Lacheralm. In alten Karten ist an dieser Stelle die abgegangene Holzerhütte1 eingetragen.

Schleichweg zur Lacheralm

Nach der ersten Kurve auf dem steinigen Fahrweg scheint an einem Jägerstand bereits Schluss zu sein. Doch linker Hand zieht sich am Rand einer kleinen Aufforstung ein undeutlicher Trampelpfad bergauf. Nicht direkt durch die Aufforstung laufen, das ist verboten! Der Trampelpfad dreht ein Stück höher nach rechts in einen Graben. Auf der anderen Grabenseite wird der Weg schnell breiter und leitet hinaus auf die Weideflächen der Lacheralm2.

Wildalpjoch

Bei der Lacheralm treffen wir auf einen geteerten Almweg. Zwischen den mittleren und den oberen Hütten kann dieser abgeschnitten werden. Der letscherte Teerweg endet an einer feuchten Mulde mit typischer Lägerflur. Bei der Mulde entsprechen dem Wegweiser zum Wildalpjoch geradeaus, jedoch schon kurz darauf an einer süßen Hirtenhütte3 nach rechts abzweigen. Obwohl dieser Steig nicht markiert ist, macht er einen gepflegten Eindruck. Durch Fichtenwald, Latschen und zuletzt im Freien wird der grasbewachsene Kamm gewonnen. Oben wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Rechts steht die Kaserwand, links das Wildalpjoch4, zu dessen Gipfel es nun gar nicht mehr weit ist.

Lacherspitz

Der Steig an der Westflanke des Wildalpjochs ist steil und ein wenig felsig. An der Seescharte5 unter dem Seewandköpfl verzweigen sich mehrere Wege. Wir halten uns westwärts und passieren das Seewandköpfl an seiner Südseite. In einem moderaten Gegenanstieg wird die idyllische Hochfläche des so genannten Lacherangers erreicht. Wer Lust auf einen zweiten Gipfel hat, könnte praktisch en passant beim Lacherspitz6 vorbeischauen.

Abstieg über die Wendelsteiner Almen

Den Wendelstein vor Augen gelangt man über den Lacheranger in den Lachersattel. Dieser liegt unterhalb der Kesselwand, die aus dieser Perspektive mit der senkrechten Felswand recht abweisen wirkt. Von Norden her führt aber ein einfacher Trampelpfad zum Gipfelkreuz.
Vom Lachersattel steigt man dann zu den Wendelsteiner Almen ab, wobei es nahe an der Zeller Scharte vorbeigeht. Nicht vergessen, von den Wendelsteiner Almen7 nochmals zum Wendelstein zurückzublicken. Denn gleich danach verschwinden wir im Wald und treffen bald auf den Hinweg.
Ganz unten kurz vor Bayrischzell kann man sich zum Schluss noch die Grüne Gumpe und den Wasserfall ansehen. Das ist beschildert.