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Wildalpjoch (1720 m) von Bayrischzell

Genussrunde vis-a-vis dem Wendelstein

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Das Wildalpjoch im Wendelsteingebiet ist ein freundlicher Wanderberg mit reizvoller Aussicht. Besonders im Frühjahr und Herbst bietet sich der hier beschriebene Aufstieg von Bayrischzell aus an. Denn die sonnige Südseite ist oft schon zeitig im Jahr schneefrei und bleibt das meistens auch bis in den Spätherbst hinein.

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Zunächst ein Hinweis an alle, die den Rat, markierte Wege nicht zu verlassen, ganz strikt auslegen. Bei dieser Tour wird nämlich zwischen der ehemaligen Holzerhütte und der Lacheralm ein unbezeichneter Schleichweg genutzt. Dadurch ergibt sich eine besonders abwechslungsreiche Runde. Auf diesem Schleichweg ist freilich ein Minimum an Orientierungssinn von Nöten. Ansonsten sollte die Wanderung selbst Unerfahrene vor keine nennenswerten Probleme stellen.

Auf den ersten Blick ist man geneigt, das Wildalpjoch wegen der räumlichen Nähe dem Ort Bayrischzell zuzuordnen. In Wirklichkeit gehört es aber zu Oberaudorf. Die Wildalm, die Lacheralm und die Schweinsteigeralm werden von Oberaudorf aus bestoßen. Wer den Verlauf der Almzubringer studiert, wird feststellen, dass sie alle ihren Ausgangspunkt im Osten haben. Das kommt daher, dass die Gegend einst vom Inntal her in Besitz genommen wurde und nicht aus dem abgelegenen Leitzachtal.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Über die Lacheralm aufs Wildalpjoch

Man verlässt den Bahnhof in Bayrischzell nach Norden und wendet sich bei der ersten Gelegenheit rechts. Gleich nach Überqueren des Bachs aus dem Legerwaldgraben geht es spitz links. Fürs Erste gilt die Beschilderung zum Wendelstein. Der Weg führt ein paar Minuten an der Deutschen Alpenstraße entlang, bevor er über offenes Weideland verläuft und schließlich in einen lichten Wald eintaucht. Es wird noch ein Forstweg gekreuzt, dann heißt es an der folgenden Gabelung geradeaus. Also nicht weiter Richtung Wendelstein. Das ist die oben erwähnte, unbezeichnete Verbindung zur Lacheralm. In alten Karten ist an dieser Stelle die nicht mehr vorhandene Holzerhütte1 eingetragen. Nach einem Rechtsbogen scheint wenig später an einem Jägerstand bereits Schluss zu sein. Die Zufahrt für den Jäger ist eine Sackgasse. Doch linker Hand zieht sich am Rande einer kleinen Aufforstung ein unscheinbarer Trampelpfad bergauf. Nicht direkt durch die Aufforstung laufen! Der Trampelpfad dreht ein Stück höher nach rechts in einen Graben. Auf der anderen Grabenseite wird der Weg schnell breiter und leitet hinaus auf das Weidegebiet der Lacheralm2. Dort treffen wir auf den geteerten Almweg. Zwischen der mittleren und der oberen Alm kann dieser abgeschnitten werden. Der letscherte Teerweg endet an einer feuchten Mulde mit typischer Lägerflur. Bei der Mulde entsprechen dem Wegweiser zum Wildalpjoch geradeaus, jedoch schon kurz darauf an einer Hirtenhütte3 nach rechts abzweigen. Obwohl der Steig nicht markiert ist, macht er einen gepflegten Eindruck. Durch Fichtenwald, Latschen und zuletzt im Freien wird der grasbewachsene Kamm gewonnen. Oben wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Und zum Wildalpjoch4 ist es auch nur noch ein Katzensprung.

Abstieg zu den Wendelsteiner Almen

Der Steig an der Westflanke des Wildalpjochs ist steil und ein wenig felsig. An der Seescharte5 unter dem Seewandköpfl verzweigen sich mehrere Wege. Wir halten uns westwärts und passieren das Seewandköpfl an seiner Südseite. In einem moderaten Gegenanstieg wird die ebene Hochfläche des so genannten Lacherangers erreicht. Wer Lust auf einen zweiten Gipfel hat, könnte praktisch en passant beim Lacherspitz6 vorbeischauen.
Den Wendelstein vor Augen gelangt man über den Lacheranger in den Lachersattel unterhalb der Kesselwand. Vom Lachersattel steigt man dann zu den Wendelsteiner Almen ab, wobei es recht nahe an der Zeller Scharte vorbeigeht. Nicht vergessen, von den Wendelsteiner Almen7 nochmals zum Wendelstein zurückzublicken. Denn danach verschwinden wir im Wald und treffen bald auf den Hinweg.
Ganz unten kann man sich zum Schluss noch die Grüne Gumpe und den Wasserfall ansehen.