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Widauersteig auf den Scheffauer (2111 m)

Plaisir-Klettersteig bei Kufstein

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Angesichts der heute üblichen, schweren Sportklettersteige hat der Widauersteig schon fast etwas Nostalgisches. Statt des maximalen Nervenkitzels sucht er sich lieber die günstigste Linie durch die zerklüftete Nordwand des Scheffauers. Es wäre ja echt schade um die Aussicht zum Zahmen Kaiser, wenn man nur mit Klimmzügen beschäftigt wäre. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Fußmarsch oder Kaiserlift
    2. Zur Kaindlhütte
    3. Widauersteig
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (10 Fotos)
Blick aus dem Klettersteig auf die Schuttreise am Fuße der Scheffauer Nordwand.

Der Scheffauer zählt zu den am häufigsten bestiegenen Bergen im Wilden Kaiser. Dies gilt sowohl für die Südroute von der Steiner Hochalm als auch für den Widauersteig (siehe Topo), der nach dem Kaiserführer Thomas Widauer benannt wurde. Wegen der vielen Leute kann es im Widauersteig zu Steinschlag kommen. Ich habe es selbst erlebt. Ein Mann konnte gerade noch hinter einem Felsen in Deckung gehen. Also den Steinschlaghelm nicht vergessen und darauf achten, keine Steine loszutreten. So schlimm wie in der Steinernen Rinne, wo ein Stein nach dem anderen fliegt, ist es zum Glück nicht. Bergerfahrene können ihr Klettersteigset zu Hause lassen. Einzelne kurze Ier-Stellen müssen ohne Sicherung überwunden werden.

Ursprünglich wollte ich beim Abstieg nach Süden hinab, auf dem Wilden-Kaiser-Steig zur Walleralm und über das Hochegg zurück zur Kaindlhütte. Zwei Einheimische aus Scheffau rieten mir von diesem aus ihrer Erfahrung eher langweiligem Unterfangen ab. Weit ist es obendrein. Angesichts der brütenden Sommerhitze war die kühle Nordseite sicher die bessere Wahl. An den Engstellen kam es allerdings zu Wartezeiten, da am frühen Nachmittag noch immer viele bergauf wollten.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1080 m11 km5:30 h

Anspruch■■■■■■ T4 I A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Fußmarsch oder Kaiserlift

Der Weg von Kufstein zum Brentenjoch ist lange und hatschert. Er wurde von mir beim Zettenkaiser ausführlich beschrieben. Ich empfehle für den Scheffauer den 2015 wiedereröffneten Kaiserlift zu nehmen. Man hat so einfach mehr Muße für die eigentliche Tour.
Wer bis zur Kaindlhütte mit dem Mountainbike fahren möchte, kann dieses übrigens im Lift mitnehmen. Es gibt dafür spezielle Haken an den Sesseln.

Zur Kaindlhütte

Von der Bergstation müssen wir erst einmal hinab zum Brentenjoch. Wer gleich zu Beginn eine Stärkung benötigt, hat an der Brentenjochalm1 die Gelegenheit dazu.
Auf einem beliebten Panoramaweg geht es dann vom Brentenjoch in Richtung Kaindlhütte. Die breite Kiesstraße führt dabei zunächst noch weiter bergab. Nach einem guten Kilometer gibt es eine Abkürzung über den Gaisbach zur Steinberghütte. Diese sollte man nicht verpassen. Viele rennen einfach daran vorbei, weil die Stelle nicht beschildert ist. Von der Steinberghütte2 zieht sich anschließend ein ausgewaschener Pfad durchs Gras zurück zur Kiesstraße. Kurz darauf gelangt man auf dieser zur Steinbergalm, zu der auch die Kaindlhütte3 gehört.

Widauersteig

Südöstlich der zahlreichen Hütten der Steinbergalm liegen einige große Blöcke herum. Zwischen diesen steuert eine Pfadspur auf den Wald zu. Gleich bei den ersten Bäumen trennen sich Widauersteig und Riegensteig. Normalerweise nimmt man an dieser Stelle links den Widauersteig zum Scheffauer. Nach einem Steilstück geht es an einem Tümpel vorbei und im Freien direkt auf die Nordwand des Scheffauers zu.
Die zweite Möglichkeit wäre, vorerst rechts dem Riegensteig bis zum Großen Friedhof4 zu folgen. Dabei handelt es sich um ein interessantes Felssturzgelände. Dort muss man dann aber endgültig links. Die Verbindung zwischen dem Großen Friedhof und dem Widauersteig scheint kaum mehr begangen zu werden.
Im Schatten der Scheffauer Nordwand quert der Widauersteig zum Einstieg in den versicherten Abschnitt. Wer im Klettersteig5 auf den ersten Metern keine Probleme hat, ist der Tour gewachsen. Schwieriger wird es nicht mehr. Kletterstellen und Gehgelände wechseln sich ab. Durch die Bruchstellen an den etwa 60 Grad geneigten Kalkplatten sind breite Querungen und treppenartige Anstiege entstanden. Gegen Ende zieht sich der Steig durch eine steinschlaggefährdete Rinne. Nach dem Ausstieg sind es nur noch wenige Minuten am Grat entlang zum Gipfel6.