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Untersberg-Überschreitung (1972 m)

Berchtesgadener und Salzburger Hochthron

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Das weitläufige Hochplateau des Untersbergs ist ein Labyrinth aus gewaltigen Dolinen, zerfurchten Karrenfeldern und schier endlosem Latschengestrüpp. Abgesehen von den wenigen Wanderwegen ein sehr unzugängliches Gebiet. Zieht noch etwas Nebel umher, hat die Landschaft etwas Unwirkliches und Fremdartiges.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Berchtesgadener Hochthron
    2. Salzburger Hochthron
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Blick zurück zum Berchtesgadener Hochthron auf dem Weg zur Mittagsscharte.

Der unheimliche Untersberg – der gefährlichste Berg der Ost-Alpen titelte das Salzburger Fenster im Jahr 2014 und schrieb weiter: 18 Tote in 10 Jahren, 36 Menschen verschwanden in den letzten 100 Jahren am Berg.
Zwar gibt es bei Weitem gefährlichere Berge. Am nahen Watzmann fanden allein in der Ostwand mehr als 100 Menschen den Tod! Doch heimtückisch ist der Untersberg allemal, sobald die markierten Wege verlassen werden. Schuld daran sind seine zahllosen Karsthöhlen. Mit Schnee bedeckt oder vom Gestrüpp überwuchert, können Spalten und Löcher zur tödlichen Falle werden. Die Verunglückten sind im wahrsten Sinne des Wortes wie vom Erdboden verschluckt. Wenn Höhlenforscher von dem einen oder anderen nach Jahrzehnten die Knochen durch Zufall auffinden, ist eine Zuordnung nicht immer möglich.

Ohne die Untersbergbahn wäre die Überschreitung eine Gewalttour. Da ist die Versuchung groß, die mechanische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Fragt sich nur, ob man die Tour an der Seilbahn beginnen oder enden lassen möchte. Viele starten an der Untersbergbahn, um sich den harten Aufstieg zu ersparen. Ich entschied mich für die umgekehrte Richtung, weil so die wunderbare Überschreitung des Hochplateaus in den zweiten Abschnitt fällt. Erfahrungsgemäß hat man gegen Ende mehr Muße und nimmt sich eher Zeit für Pausen, als wenn man gerade erst losgelaufen ist.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1600 m410 m14 km5:50 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Berchtesgadener Hochthron

Übliche Ausgangspunkte zum Berchtesgadener Hochthron sind Maria Gern (Stöhrweg), Hinterettenberg (Roßlandersteig) und Bischofswiesen. Letztere ist nicht unbedingt die schönste Alternative, jedoch ruhig und am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Bevor es bergauf geht, wandert man vom Bahnhof Bischofswiesen auf dem Maximiliansreitweg am Waldsaum nach Winkl. Alles perfekt beschildert. Von den übertriebenen Zeitangaben darf man sich nicht beeindrucken lassen. Oberhalb von Winkl1 heißt es dann erst einmal im langweiligen Fichtenwald Höhenmeter abarbeiten. Hinter einem Minisattel beim Nierntalkopf stößt von links der Weg aus Hallthurm hinzu. Bald tauchen über uns Felswände auf, die freundlicherweise einen breiten Durchlass offen halten. Oberhalb der Wände flacht das Gelände am Reisenkaser2 unvermittelt ab. Rechts gibt es einen Aussichtspunkt mit Kreuz und Bank. Der Weg dreht nun nach Nordosten und nähert sich bei moderater Steigung dem so genannten Gatterl3. Wanderer aus allen Richtungen treffen dort zusammen. Der Schlussanstieg zum Stöhrhaus ist wieder steiler und im südseitigen Latschenfeld bei sonnigem Wetter arg schweißtreibend. Vom Stöhrhaus anschließend im Slalom um riesige Dolinen herum zum Gipfel des Berchtesgadener Hochthrons4, der viel Platz zum Rasten bietet.

Salzburger Hochthron

In leichtem Auf und Ab dem gut markierten Überschreitungsweg folgend Richtung Mittagsscharte. Die Strecke ist wegen der verkarsteten Felsen und der Latschenwurzeln recht holprig, ansonsten jedoch einfach. Es gibt bis zur Mittagsscharte nur eine einzige beschilderte Abzweigung. Das ist der Grenzsteig zum Hirschangerkopf. Danach wird es sehr einsam, bis an der Mittagsscharte5 jede Menge Wanderer den Thomas-Eder-Steig von der Schellenberger Eishöhle heraufkommen. In mühsamem Gegenanstieg wird der Salzburger Hochthron gewonnen. Tolle Aussicht, aber viel Rummel. Zuletzt nochmals mit minimalem Gegenanstieg in wenigen Minuten zur Bergstation der Untersbergbahn am Geiereck.