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Teufelstättkopf (1758 m) bei Unterammergau

Wanderung über Kuhalm und Pürschlinghaus

Durch seine Nähe zum Pürschlinghaus ist der Teufelstättkopf einer der bekanntesten Berge der Ammergauer Alpen. Von Unterammergau aus führen mehrere markierte Wege hinauf, so dass man eine schöne Rundwanderung machen kann. Der Gipfel bietet ein hervorragendes Panorama. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur Zugspitze.
Stand:

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Teufelstättkopf
Vom Gipfel des Teufelstättkopfs reicht der Blick über die Ammergauer Alpen bis zur Zugspitze.

Der Teufelstättkopf gehört zu den schönsten Gipfel­zielen bei Unterammergau, noch vor dem Hörnle und dem Steckenberg. Wer Wert auf eine ruhige Gipfelrast legt, sollte deshalb einen Werktag wählen.

Auch die bayerischen Könige schätzten den wilden Reiz der Gegend und hinterließen ihre Spuren. König Maximilian II. ging dort häufig auf die Gamsjagd. Für ein wenig Komfort sorgten die 1854/55 errichteten Pürschling­häuser unterhalb des Teufelstättkopfs. Der Name des Pürschling kommt von der Pirsch.
Später nächtigte am Pürschling auch König Ludwig II. des Öfteren auf seinen Bergfahrten. Zur Jagd ging Ludwig jedoch aus Gründen der Tierliebe nicht. Stattdessen wanderte der König gerne auf dem heutigen Maximiliansweg zwischen den Jagdhäusern am Pürschling und am Brunnenkopf hin- und her.

Seit dem Jahr 1919 dient das ehemalige Haus der königlichen Bediensteten als Bergsteiger­unterkunft, wobei das heutige August-Schuster-Haus Anfang der 1970er Jahre komplett neu erbaut wurde. Original erhalten blieb das obere Haus, das der Sektion vorbehalten ist.

Tourcharakter und Schwierigkeit

930 m 14 km4:20 h

Anspruch ■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Einige wenige Stellen am Teufelstättkopf verlangen nach Tritt­sicherheit und Schwindel­freiheit. Ansonsten ist die Wanderung einfach. Die konditionelle Anforderung bewegt sich im Bereich des Üblichen. Alle Wege sind bestens beschildert. Leider gibt es ein paar längere Forststraßen­passagen, aber das kennt man ja aus den Bayerischen Alpen.

Wegbeschreibung

Durch die Schleifmühlklamm

Schleifmühlklamm
In der Unterammergauer Schleifmühl­klamm gibt es ein paar nette Wasserfälle zu sehen.
Wer mit dem Zug anreist, läuft zunächst vom Bahnhof auf der Pürschlingstraße zum Wanderparkplatz Pürschling. Das ist ein guter Kilometer. Mit der Schleifmühlkamm1 kommt dann gleich das erste Highlight der Tour. Der Weg in die Klamm zweigt oberhalb des Parkplatzes bei einem Bildstock der Wetzsteinmacher rechts ab. Wer die Klamm bereits kennt, kann geradeaus auf der Kiesstraße bleiben. Das geht etwas schneller.
Bis ins beginnende 20. Jahrhundert wurden in den Bergen zwischen Halblech und Unterammergau mehrere Dutzend Wetzsteinbrüche betrieben. In den Schleifmühlen unterhalb der Klamm entstanden aus dem Rohmaterial die fertigen Wetzsteine mit ihrer typischen elliptischen Form, die speziell zum Schärfen von Sensen geeignet war. Vor dem Beginn der eigentlich Klamm steht eine alte Schleifmühle, die hin und wieder museal betrieben wird.
Vorbei an einigen netten Wasserfällen leitet der Steig gut gesichert über Stege und Brücken durch die kleine Schleifmühl­klamm hindurch. Am oberen Ende wird wieder die Kiesstraße Richtung Pürschling erreicht.

Verschiedene Wege zur Kuhalm

Kuhalm
Ammergauer Idylle auf der Kuhalm. Das obere Gebäude ist eine Jagdhütte. Im Hintergrund sieht man den Sonnenberggrat.
Der spannendste, jedoch auch längeste Aufstieg zur Kuhalm zweigt direkt oberhalb der Schleifmühl­klamm rechts ab. Er führt auf alten Steigen, teils sogar weglos über die Wetzsteinbrüche und den Rosengarten. Bedingt durch die komplexe Orientierung ist das für sich genommen eigentlich schon eine komplette Tour.
Besser folgt man deshalb erst einmal dem Pürschling­weg. Bei der Gabelung nach einem halben Kilometer unbedingt rechts halten. Einige Wegschleifen weiter liegt in einer Mulde im so genannten Kurztal ein naturnah angelegter Speicherteich2. Er dient der Strom­erzeugung. Rohre verlaufen unterirdisch zu einer Turbine im Tal.
Beim Speicherteich verlassen wir wie beschildert den Pürschlingweg und wandern bergauf zur Kuhalm. Wer sich auskennt, wechselt bei der zweiten Möglichkeit rechts von der Kiesstraße auf einen Forstweg. Auf der Kuhalm3 steht ein Kaser nebst Jagdhütte. Die Wetterstation dort wird vom Lawinen­warndienst Bayern zur Nieder­schlags­messung betrieben.

Teufelstättkopf von Norden

Teufelstättkopf
Der wuchtige Gipfel des Teufelstättkopfs von Norden betrachtet.
Bisher war die Wanderung recht gemütlich, doch nun zieht sich der Steig zum Teufelstättkopf längere Zeit ziemlich gradlinig den Nordrücken hinauf, so dass man ordentlich ins Schwitzen gerät. Bei dem markanten Felsturm Auf dem Stein verengt sich der Rücken zum Grat.
Auf der Ostseite des Gipfels klafft in Nord-Süd-Richtung ein tektonischer Spalt mit einer mehrere Meter tiefen Klufthöhle. Die Route verläuft über die Rippe links des Spalts und wechselt dann kurz vor dem Gipfel hinüber. Die letzten Meter geht es am Drahtseil zu dem schmalen Gipfel des Teufelstättkopfs4 hinauf. Das Panorama lässt kaum Wünsche offen. Kreuzspitze, Hochplatte, Klammspitze, alle sind sie versammelt. Sogar die Zugspitze ist in der Ferne zu sehen.

Abstieg über das Pürschlingaus

Pürschling
Neben dem felsigen Pürschling steht das August-Schuster-Haus vom DAV. Dahinter schließt sich der Sonnenberg an.
Beim Abstieg vom Teufelstättkopf trifft man an der Südseite nach wenigen Minuten auf einen quer verlaufenden Wanderweg. Wer noch Lust auf einen zweiten Gipfel verspürt, käme von dort, dem Klamm­spitz­kamm folgend, rechts zum Hennenkopf. In die andere Richtung leitet ein ausgefranster Steig über einen locker bewaldeten Rücken hinab zum August-Schuster-Haus5 am Pürschling.
Am Pürschling hat man dann zwei Alternativen. Am einfachsten nimmt man den flotten Fahrweg über die malerische Josefskapelle ins Langenthal6. Außerdem verläuft ein netter Steig mit ein paar schönen Ausblicken über den Plattenberg­grat. Er endet im Langenthal am Pürschlingweg.