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Rotwand (1884 m) vom Taubenstein

Panoramawanderung am Spitzingsee

Die einfache Rundwanderung von der Taubensteinbahn zur Rotwand und zurück durch das Kleintiefental gehört zu den schönsten Panoramatouren im Spitzinggebiet. Als klassischer Münchner Hausberg ist die Rotwand bei gutem Wetter freilich häufig überlaufen. Das ist eben der Preis für die wundervolle Landschaft und Aussicht. Deshalb aber einen trüben Tag zu wählen, wäre auch Unsinn.
Stand:

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Der Rotwandkamm mit der Rotwand ganz rechts und dem Rotwandhaus.

Die Rotwand ist der höchste Gipfel der Schlierseer Berge und bietet damit auch die beste Aussicht von allen. Auf der Panorama­platte oben sind bestimmt über hundert Gipfel eingetragen, die man bei klarem Wetter sehen kann. Wer sie wohl alle kennt?
Auf einem Absatz an der Südseite der Rotwand steht das 1906 errichtete großzügige Rotwandhaus (DAV). Eine erste hölzerne Schutzhütte gab es bereits 1882 direkt auf dem Gipfel der Rotwand. Sie bestand aus einem Raum ohne Feuerstelle und bot Platz für vier Schlafplätze, also eher ein Notbiwak.
Durch die leichte und schnelle Erreich­barkeit von der Taubensteinbahn aus bildet das DAV-Haus heute das touristische Zentrum des Rotwand­gebiets. Der Weg vom Taubenstein gilt als einer der meistgenutzten im ganzen Mangfallgebirge. Doch sobald man um die Rotwand herum zum Miesingsattel und durch das Kleintiefental wandert, wird es deutlich ruhiger.

Ihren Namen hat dir Rotwand von dem rotbraunen Juragestein, das in einer Art Insel den Gipfel aufbaut, während ringsum heller Kössener Kalkstein und Plattenkalk dominieren. Nach dem Vorkommen an der Rotwand werden die rötlichen Kieselkalksteine von den Geologen als Rotwand-Schichten bezeichnet. Auf der anderen Talseite am Stolzenberg treten die Rotwand-Schichten erneut zutage. Insgesamt kommen sie in den Bayerischen Alpen nur sehr zerstreut vor.

Tourcharakter und Schwierigkeit

490 m 7 km2:10 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wege im Rotwandgebiet sind hervorragend beschildert. Bis zur Rotwand und dem Rotwandhaus ist die Wanderung sehr einfach. Danach werden die Steige etwas holpriger, jedoch nirgends ausgesetzt oder gar gefährlich.
Trotz mehrerer Gegenanstiege kommen gerade einmal 500 Höhenmeter zusammen, also eine sehr gemütliche Genusstour.

Wegbeschreibung

Bergbahn oder Aufstieg zu Fuß

Die Tour startet an der Bergstation der Taubensteinbahn. Wer stattdessen lieber zu Fuß aufsteigen möchte, kann von der Talstation den direkten Steig entlang der Seilbahn nehmen. Er verläuft überwiegend im Freien durch die Schneise der Skipiste und über Almweiden.
Alternativ kann man auch am Spitzingsattel loslaufen und über die Schönfeldhütte zur Bergstation wandern. Das spart etwa 50 Höhenmeter, ist dafür aber länger.

Vom Taubenstein zur Rotwand

Das Panorama ist von Anfang an herrlich. Gegenüber sind der Stolzenberg und der Roßkopf zu sehen, dahinter die Tegernseer Berge mit Risserkogel, Blankenstein und Wallberg.

Von der Bergstation wandern wir zunächst links am felsigen Taubenstein vorbei. Wer mag, kann en passant am Drahtseil die paar Meter problemlos zum Gipfel hinaufturnen.
Der Weg vom Taubensteinsattel Richtung Rotwandhaus war durch die hohe Frequentierung stark ausgefranst, erodiert und ausgewaschen. Bei Regen oder Tauwetter ließ er sich nur noch schlecht gehen. Mittlerweile wurde er mustergültig saniert.
Hinter dem Taubenstein passiert der Weg einen namenlosen Kopf und quert danach moderat ansteigend durch die Westseite des Lämpersberg. Weiter unten liegt in einem Kessel die Obere Wallenburgalm. Die steileren Weideflächen dort sind stark mit Zwergsträuchern verbuscht. Das mühsame Schwenden der aufkommenden Gehölze erledigt heute niemand mehr. Wenn außerdem die Anzahl der Weidetiere abnimmt, wachsen die Almlichtungen langsam zu.

Wir erreichen schließlich den Kirchsteinsattel1 im Westen der Rotwand und erblicken von da das Rotwandhaus. Im Süden breitet sich das weitläufige Gebiet der Valepp mit dem markanten Schinderberg und dem Hinteren Sonnwendjoch aus.
Dem breit ausgetrampelten Pfad links durch das Gras folgend, geht es unter dem Rotwandkopf nun recht schnell zur Rotwand2 hinauf.

Über die Kümpflscharte zum Miesingsattel

Unterwegs von der Kümpflscharte zum Miesingsattel mit Blick ins Großtiefental.
Vom Rotwandgipfel gelangt man in wenigen Minuten zum Rotwandhaus hinab. Statt wieder über den Kirchsteinsattel zurückzulaufen, ist es lohnender, die Rotwand zu umrunden. Dazu begibt man sich erst einmal wie beschildert zur Kümpflscharte3, einem zentralen Schnittpunkt, an dem mehrere Wege zusammen­treffen. An der Kümpflscharte muss man links. Aufpassen und den oberen Steig wählen, der untere führt bergab zur Großtiefentalalm.
Der Steig durchquert ein kleines Latschenfeld zu Füßen der so genannten Nebelwand und verläuft dann bergauf in den Miesingsattel4. Dabei hat man eine tolle Perspektive auf die zerklüfteten Ruchenköpfe. Sie sind ein Dorado für Kletterer. Von Osten existiert eine einfache Route durch die Schnittlauchrinne, die mit etwas Berg­erfahrung problemlos zu meistern ist.

Durch das Kleintiefental

Die Rotwand vom Miesingsattel aus betrachtet.
Zur Bergstation müssen wir durch das Kleintiefental ein letztes Mal bergab und wieder bergauf. Wir kommen jenseits des Miesingsattels als Erstes bei der unbewirt­schafteten Kleintiefentalalm5 vorbei. Sie besteht aus zwei Hütten und einem Stall. Die obere Hütte aus Bruchsteinen ist noch ganz traditionell mit einem Schindeldach gedeckt. Auf der Alm gibt es drei von Klaubstein­mauern eingefasste Almgärten. Diese werden nicht beweidet, sondern liefern Heu für Notzeiten, etwa bei plötzlichem Schneefall.
Nach der Kleintiefentalalm darf man nur 100 Meter der Kiesstraße folgen und muss an der Biegung geradeaus auf einen Steig wechseln. Über offenes Weideland mit einzelnen Waldstreifen und Baumgruppen geht es zum Taubensteinhaus des DAV. Bald darauf erreichen wir wieder die Bergstation.