Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Ammergebirge 

Teufelstättkopf (1758 m) über Sonnenberggrat

Überschreitung von Oberammergau nach Linderhof

(0)

Das Pürschlinghaus mit dem nahen Teufelstättkopf ist einer der Hauptanziehungs­punkte in den Bergen zwischen Oberammergau und Linderhof. Hängt man den Sonnenberggrat davor und wandert anschließend oben herum weiter Richtung Brunnenkopfhütte, dann ergibt sich eine abwechslungsreiche und verhältnismäßig einsame Überschreitung. Aktualisiert am

Anzeige von Amazon

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Hinauf zum Sonnenberggrat
    2. Über den Sonnenberggrat zum Pürschling
    3. Teufelstättkopf
    4. Hennenkopf
    5. Abstieg nach Linderhof
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (11 Fotos)
Der Klammspitzkamm mit Laubeneck, Hennenkopf und Klammmspitze. Links im Hintergrund ist die Hochplatte zu sehen.

Beginnend vom Kofel bei Oberammergau zieht sich ein langer felsiger Kamm über den Teufelstättkopf nach Westen. Dieser so genannte Klammspitzkamm markiert den Übergang von den Flyschbergen zu den Kalkalpen.
Während in den nördlich vorgelagerten Trauchbergen und der Hörnlegruppe das Flyschgestein sanfte Hügel formt, bildet das Kalkgestein am Klammspitzkamm Zacken und Türme aus. Gerade dieser unterschiedliche Charakter der Berge um Oberammergau macht den besonderen Reiz der Landschaft aus.

Die Naturschönheit der Gegend blieb auch den bayerischen Königen nicht verborgen. Maximilian II. besaß ein Jagdhaus am Pürschling sowie ein weiteres Jagdhaus am Brunnenkopf. Sein Sohn, König Ludwig II., verabscheute zwar die Jagd, besuchte aber ebenfalls gerne die beiden Berghäuser.
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die DAV-Sektion Bergland die Gebäude, sanierte sie und baute sie nach ihren Bedürfnissen um. Die Brunnenkopfhäuser sind in ihrer Bausubstanz noch weitgehend original. Das heutige August-Schuster-Haus am Pürschling wurde Anfang der 70er Jahre an Stelle der ehemaligen Wirtschaftsgebäude erbaut. Das alte königliche Pürschlinghaus oben auf dem Felssporn dient der Sektion Bergland als private Hütte.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1200 m1090 m17 km6:20 h

Anspruch■■■■■■ T4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Steige am Klammspitzkamm sind vielerorts schmal, exponiert und anspruchsvoll. Insbesondere der Abschnitt über den Sonnenberggrat eignet sich nur für erfahrene Bergwanderer. Trotz der Sicherungen kommt es dort immer wieder zu tödlichen Unfällen.
Auf keinen Fall sollte man die Tour unternehmen, wenn Schnee liegt oder die Steige nass sind. Vorsicht ist auch bei Gewitterneigung geboten, denn man kann nicht überall schnell vom Grat talwärts flüchten.

Wegbeschreibung

Hinauf zum Sonnenberggrat

Vom Bahnhof Oberammergau laufen wir zur Talstation der Kolbenbahn, die sich südwestlich des Orts befindet. Bei den Liftanlagen links wenden und im Waldschatten am Kolbenbach entlang. Man gelangt nach einigen Minuten an einen Fahrweg, dem man zur Kolbenalm1 folgt. Ein Stück hinter dem Gasthof zweigt links der steile Pfad hinauf zum Sonnenberggrat ab. Auf halber Höhe kreuzt bei einem Unterstand der Königsteig vom Kofel, der zum Kolbensattel verläuft. Wir halten uns stattdessen bergwärts zum Sonnenberggrat.

Über den Sonnenberggrat zum Pürschling

Knapp unterhalb des Grats mit seinen Zacken und Türmen windet sich der Steig in einer langen Traverse romantisch zwischen den Felsen hindurch. Einige wenige Drahtseile helfen an heiklen Stellen. Mittendrin kann man den Sonnenberg2 besteigen, was leicht zu übersehen ist. Gegen Ende wechselt der Steig in die Südflanke. Dort erfordert das extrem abschüssige Gelände äußerste Konzentration! Es gab schon tödliche Abstürze. Zuletzt geht es wieder zurück auf die Nordseite, wo kurz darauf das August-Schuster-Haus3 am Pürschling erreicht wird.

Teufelstättkopf

Am Pürschlinghaus teilen sich die Wege. Der Höhenweg links stellt die schnellste Verbindung zur Brunnenkopfhütte dar und wird vom Maximiliansweg genutzt. Das ist alles andere als eintönig, aber die Gipfelroute ist noch reizvoller. Dazu an der Bergwachthütte vorbei zum Grat empor und dahinter in einen Sattel. Aufpassen, wann rechts der Abstecher zum Teufelstättkopf abzweigt. Der Aufstieg zum Gipfel4 ist unschwierig. Nur für die letzten Meter werden die Hände benötigt. Das Drahtseil möchte man angesichts der speckigen Felsen nicht missen.

Hennenkopf

Der Weiterweg vom Teufelstättkopf Richtung Brunnenkopf muss den Gipfeln ausweichen, da diese nicht überschritten werden können. Unter den Felswänden des Laubenecks geht es nordseitig vorbei, später beim Hennenkopf an der Südseite. Beide Gipfel könnten einfach bestiegen werden. Zum Laubeneck existieren nur schwache Trampelpfade. Der markierte Steig zum Hennenkopf ist besser zu finden und kürzer. Gleich nach der Querung unter seinen Südabbrüchen kommt man rechts durch ein Trümmerfeld zum Gipfel5. Dieser bietet nochmals eine lohnende Fernsicht.

Abstieg nach Linderhof

Nach dem Hennenkopf leiten Serpentinen einen steilen Grashang abwärts zu dem bereits erwähnten Maximiliansweg. Diesem folgt man weiter nach Westen. Bald taucht der Maximiliansweg in den Wald ein. Am Dreisäuler Kopf leitet er unterhalb vorbei. Unweit der Brunnenkopfhütte mündet er schließlich in den ehemaligen Reitweg6 von König Maximilian II. Der Reitweg zu den Brunnenkopfhäusern ist ein sehr beliebter Wanderweg. Auf ihm gelangt man bequem hinab ins Graswangtal zu Schloss Linderhof.