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Seeoner Seen und Burghamer Filz

Wandern im Chiemgau

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Nördlich des Chiemsees liegt eine der wertvollsten Naturlandschaften Bayerns. In ihrem Kern stellt diese ein noch relativ ursprüngliches Relikt der ausgehenden Würm-Kaltzeit dar. Gleichzeitig repräsentiert sie das Idealbild einer vom Menschen gestalteten Kulturlandschaft. Ihre kleinteilige Struktur mit Seen, Mooren, Bächen und Hügeln bietet viele unterschiedliche Lebensräume. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Kloster Seeon
    2. Über den Burghamer Filz nach Seebruck
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Kloster Seeon wurde auf einer Halbinsel errichtet. Dass viele Klöster an Seen stehen, hängt mit den Fastenregeln zusammen. Fische waren nämlich als Fastenspeise erlaubt.

Die Seeoner Seen bilden zusammen mit der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und den dazwischen­liegenden Mooren einen großen Biotopverbund. Im Süden reicht das Gebiet bis an den Chiemsee. Seltene Pflanzen und Tiere sind dort heimisch. Für Naturbegeisterte gibt es zahlreiche reizvolle Wandermöglichkeiten. Schautafeln informieren über die Entstehung der Eiszeitseen, ihre Artenvielfalt und die verschiedenen Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Kulturelle Höhepunkte sind das Kloster Seeon sowie der Ort Seebruck. Die Gegend blickt auf eine mehrere Jahrtausende umfassende Siedlungsgeschichte zurück. Die ältesten Fundstücke stammen aus der Jungsteinzeit. Danach siedelten Kelten, Römer und Bajuwaren, die alle ihre Spuren hinterließen. Wer sich für Archäologie interessiert, sollte in Seebruck das Römermuseum Bedaium besuchen. Den archäologischen Rundweg, der eine Reihen von Bodendenkmälern verbindet, streift diese Wanderung nur am Rande. Das wäre eine eigene Tagesunternehmung.

Tourcharakter und Schwierigkeit

14 km3:00 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Kloster Seeon

Von Obing bis zum Griessee heißt es Augen zu und durch. Wenigstens kann man auf Nebenstraßen und Feldwege ausweichen. Hatschert, aber ruhig geht es also über Großbergham südostwärts, bis man im Norden des Griessees einen Wanderparkplatz erreicht. Alles bestens beschildert. Am Parkplatz beginnen die eigentlichen Wanderwege. Dort zunächst rechts – außer man möchte am Badeplatz vorbeischauen – und dann in südlicher Richtung zwischen Griessee und Brunnensee hindurch. Der Pfad am Ufer des Griessees1 kann feucht sein. Nach einer Brücke wird der Griessee-Rundweg zu Gunsten des Kloster Seeons wieder verlassen. Es folgt noch ein kleines Moor, bevor hinter einem Hügel schon der Klostersee auftaucht. Am schönsten läuft man nicht direkt zum Kloster Seeon, sondern links um die Nordbucht herum und gelangt so über den Steg zur Klosterinsel. Das Kloster2 wurde in der Säkularisation aufgelöst. Heute wird es für Tagungen genutzt. Besonders sehenswert sind die Renaissancefresken in der Klosterkirche.

Über den Burghamer Filz nach Seebruck

Vom Parkplatz vor dem Kloster verläuft der Fußweg einige Hundert Meter neben einer Eichenallee mit bis zu 200 Jahre alten Bäumen. Die Toteislöcher, welche sich in unmittelbarer Nähe befinden, sind wegen des Gebüschs leider nicht zu sehen. An der ersten Abzweigung rechter Hand geht es über die Straße zu einem Pferdehof. Gleich darauf links wenden und durch einen Waldgürtel zu dem kleinen Dorf Roitham. In Roitham3 an der Kapelle St. Katharina geradeaus und nach der Mühle rechts. Der Weg taucht hinter Roitham in den Wald ein. Eine ganze Reihe von Themenwegen begleiten uns unterdessen mit auffälligen Symbolen, darunter der Benediktweg, der Mozart-Radweg und der erwähnte archäologische Rundweg. Im Wald stets Richtung Seebruck halten. Fembach und Heimhilgen wären falsch. Später bei einem Wegedreieck nicht links nach Seebruck, sondern die interessantere Variante über Grafenanger wählen. Bei dem Einödhof von Grafenanger biegt der Weg links zum Hochmoor Burghamer Filz4, dessen Kernbereich renaturiert wurde. Das kleine Stück Land darf sich zur Wildnis zurückverwandeln. Wenn der Untergrund wieder fester wird, entweder links nach Burgham oder etwas länger durchs so genannte Latschenfeld. Es gibt dort keine Latschen mehr, nur Fichten und einen Beobachtungsturm fürs Moor. Anschließend steuert man in beiden Fällen den Chiemseeuferweg an und wandert am See entlang nach Seebruck.