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Seebensee und Drachensee

Wanderung zur Coburger Hütte

Der tiefblaue Drachensee, der idyllische Seebensee und der versteckte Igelsee bilden zusammen die schönste Wanderung, die man bei Ehrwald in Tirol überhaupt unternehmen kann. Unterwegs gibt es mehrere Möglichkeiten zur Einkehr und die Länge hält sich auch in Grenzen. Beste Voraussetzungen also für ein entspanntes Bergerlebnis in einer großartigen Landschaft.
Stand:

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Der Seebensee liegt oft spiegelglatt da. Im Hintergrund sind die Ammergauer Alpen zu sehen.

Für viele Bergsteiger sind der Seebensee und der Drachensee nur Zwischen­stationen auf dem Weg zu den hohen Gipfeln der Mieminger Kette. Doch die beiden Seen sind auf jeden Fall auch für sich genommen eine Wanderung wert. Mit einem kleinen Abstecher kann man sogar noch einen dritten See mitnehmen – den Igelsee. Im Gegensatz zu den anderen kennt den Igelsee kaum jemand. Mit etwas Glück hat man ihn daher sogar für sich alleine.Der fotogenste der drei Seen ist auf jeden Fall der Seebensee.Der Blick über den oft spiegelglatten See, umgeben von grünen Almweiden mit friedlich grasenden Kühen und der schroffen Mieminger Hauptkette im Hintergrund entspricht perfekt dem romantischen Alpenbild. Durch Instagram haben diese zeitweise als Kitsch abgetanen Motive wieder an Bedeutung gewonnen.

Im Vergleich zu dem lieblichen Seebensee ist der Drachensee alpiner und rauer. Sein dunkles Blau in dem nur von wenigen Gräsern und Blumen bedeckten grauen Felskessel sieht irgendwie unwirklich aus. So ein See kann nicht natürlichen Ursprungs sein, dachten sich die Menschen wohl und erzählten sich die Sage vom Goldschacht, dem versunkenen Dorf und dem Drachen, der es bewacht. Ein Fünkchen Wahrheit steckt tatsächlich in der Geschichte.Denn in den westlichen Miemingern wurde über viele Jahrhunderte Bergbau betrieben.Es existieren Hunderte von Abbaustellen überall verteilt. Die Abraumhalden und auch einige Stollenlöcher sind noch zu sehen. Gold fand man allerdings keins, aber immerhin Silber, Blei und Zink. Der Bergbau rings um den Drachensee begann im 16. Jahrhundert. Die Silber­vorkommen waren äußerst mager. Den Reichtum der Menschen aus der Sage gab es in der Realität nicht. Er war reiner Wunschtraum der Bergleute.

Tourcharakter und Schwierigkeit

420 m 14 km3:30 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die beschilderte Wanderroute über den Seebensee zum Drachensee verläuft auf breiten, etwas hatscherten Kieswegen und einfachen, gepflegten Steigen. Alpine Schwierigkeiten gibt es keine. Trittsicherheit kann nicht schaden.
Bitte bedenken, dass die Strecke wenig Schatten bietet. An heißen Tagen früh aufbrechen.

Wegbeschreibung

Verschiedene Wege zur Ehrwalder Alm

Wer bereits an der Talstation der Ehrwalder Almbahn loswandern möchte, hat verschiedene Alternativen zur Auswahl. Schwindelfreie und Trittsichere können entweder den versicherten Steig durch den Hohen Gang nehmen oder den ebenfalls nur für Geübte geeigneten, ziemlich ausgesetzten Immensteig. Nicht empfehlenswert ist die langweilige Straße entlang des Lifts, außer vielleicht man fährt sie mit dem Mountainbike hinauf.

Seebensee über Seebenalm

Die Wanderung führt durch eine beeindruckende Bergkulisse. Links neben der eleganten Ehrwalder Sonnenspitze versteckt sich der Seebensee.

Wir starten die Wanderung an der Bergstation der Ehrwalder Almbahn und haben gleich die Qual der Wahl. Man kann den Fahrweg nämlich ein Stück über den so genannten Koatigen Weg durch die Weide abschneiden. Koatig ist das Mundartwort für lehmig. Der Steig kann also batzig sein, dafür gibt es keine Konflikte mit den Mountainbikern. Die beiden Varianten überqueren den Geißbach, einen Zufluss der Loisach, und treffen sich an einer Kreuzung unter dem Igelskopfs wieder. Von da wäre ein kurzer Abstecher zum Igelsee1 möglich. Es sind nur ein paar Minuten und es lohnt sich wirklich.Wer sich für die Bergtour auf den Igelskopf interessiert, sie beginnt direkt am Igelssee. Man benötigt dafür aber unbedingt eine solide Bergerfahrung.

Auf der weiteren Strecke Richtung Seebensee kommt bald eine Gabelung. Dort den linken Weg für die Fußgänger nehmen, während die Mountainbiker auf der Kiesstraße bleiben. Es geht durch lichten Wald am Aufstieg zum Brendlkar vorbei und relativ eben um den Sockel des Tajakopfs herum zur Seebenalm2. Vom Tajakopf ziehen sich gewaltige Schuttfelder herab. Man sieht schön, wie Latschen und ein paar mutige Fichten die alten, stabilen Flächen besiedeln, während dort, wo ständige neuer Schutt nachrutscht, alles kahl bleibt.
Nach der Seebenalm kommt noch ein kurzes steileres Stück, dann breitetet sich der Seebensee3 vor uns aus. Das Bächlein, das dem See entspringt, bildet unterhalb der Seebenalm einen eindrucksvollen Wasserfall, der während der Fahrt mit der Ehrwalder Almbahn zu sehen ist.

Bike & Hike: Die Strecke bis zum Seebensee eignet sich gut zum Mountainbiken. Sie ist einfach zu fahren und insgesamt eher flach. Fahrräder können in der Kabine der Ehrwalder Almbahn mitgenommen werden.

Coburger Hütte am Drachensee

Perspektive von der Ehrwalder Sonnenspitze auf den Drachensee. Etwas oberhalb ist ein Teil des Grünsteinsees erkennbar.
Entlang des Seebensee­ufers verläuft ein breiter Weg, der an der Materialseilbahn der Coburger Hütte endet. Bei dem nun folgenden Aufstieg zur Coburger Hütte muss man eine steile Karstufe überwinden. Drachensee und Seebensee bilden eine typische Karserie. Zwischen den vom Gletscher ausgeräumten Mulden der beide Karseen liegt der ehemalige Gletscherbruch. Die weniger stark ausgeprägte Karstufe unterhalb des Seebensees haben wir ja auf der Wanderung bereits kennengelernt.
Schweiß­treibenden windet sich der Steig durch die Latschen zum Drachensee4 hinauf. Bald ist es geschafft und die wundervolle Szenerie oben an der Coburger Hütte belohnt mehr als genug für die Anstrengung.Viele wandern vom Drachensee noch weiter zum Tajatörl und steigen durch das Brendlkar wieder zur Ehrwalder Alm ab. Sehr lohnend, doch dann hat man weniger Zeit an den Seen.