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Alpsee und Schwansee

Kulturwandern am Schwarzenberg bei Füssen

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Die Umgebung von Füssen hat derart viel zu bieten, dass es auf jeder Wanderung wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Wie wäre es beispielsweise mit einem Originalstück der Römerstraße Via Claudia Augusta oder der verfallenen Höhlenburg Schloss im Loch am Schwarzenberg.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Von Füssen nach Unterpinswang
    2. Über den Schwarzenberg
    3. Alpsee und Schwansee
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Blick über den Schwansee zu Tegelberg und Säuling.

Für den 2015 eröffneten geologischen Rundweg GEOgrenzGÄNGER entstand an der Nordseite des Schwarzenbergs ein neuer Steig. Dieser stellt eine echte Verbesserung dar, weil man seitdem oberhalb der Straße nach Pinswang gelangen kann. Der Schwarzenberg selbst wird vom GEOgrenzGÄNGER nur umrundet. Auch sonst spielt der Schwarzenberg keine große Rolle im Wander­wegenetz. Die Beschilderung und Steigqualität ist daher eher mittelmäßig. Der Aufstieg von Pinswang wird bei Nässe schnell morastig. Von der Aussicht darf man sich nicht zu viel erwarten. Aber schön ruhig ist es dort oben. Ganz anders natürlich als unten an Alpsee und Schwansee. Doch wen wundert das angesichts der einmaligen Szenerie!

Interessant ist am Schwarzenberg die mittelalterliche Höhlenburg Schloss im Loch, von der ein paar Grundmauern erhalten sind. Die Versorgung der schwer zugänglichen Burg muss mühsam gewesen sein. An der höchsten Stelle befindet sich im Boden ein prähistorischer Schalenstein mit drei Vertiefungen. Seine Bedeutung ist ebenso wenig geklärt wie der Grundriss der Burg. Der beeindruckende Ort könnte bereits in der Steinzeit als Lager gedient haben. Eine genaue Erforschung steht noch aus.

Tourcharakter und Schwierigkeit

780 m17 km4:50 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Von Füssen nach Unterpinswang

Wir spazieren durch die Füssener Altstadt zum Lech und nehmen am Kloster St. Mang vor der Brücke rechts den Uferweg. Bald wird der Lechfall1 erreicht, wo es auf dem Maxsteg über den Lech geht. Auf der anderen Flussseite rechts und entweder an der Straße entlang oder durch die Lechauen. Bei Hochwasser ist der Auwaldpfad gesperrt. Beim Eingang zum Baumkronenweg Ziegelwies überquert man die Straße und hält sich an die Beschilderung für Pinswang. Ein breiter Weg führt im Wald bergauf. An einer Kiesfläche mit großen Holzinstrumenten aufpassen und spitz rechts auf den GEOgrenzGÄNGER wechseln, der uns nach Pinswang leitet. Er verläuft als bequemer Steig unterhalb der Rotwand2, welche früher als Steinbruch diente. Die dort gewonnenen bunten Jurakalke sehen ähnlich wie Marmor aus. Sie fanden auch in der Barockkirche St. Mang in Füssen Verwendung. Nach der Rotwand geht es auf einem Forstweg weiter. Vorm Kratzer biegt der GEOgrenzGÄNGER nach Süden in einen Sattel. Wer das kleine Originalstück der Römerstraße Via Claudia Augusta3 hinter dem Kratzer aufsuchen möchte, bleibt auf dem Forstweg. Das sind ca. 200 m. Ansonsten wie beschildert links halten, wo man einen Bildstock passiert und außerhalb von Unterpinswang an einen Teich gelangt.

Über den Schwarzenberg

Der Aufstieg zum Dreiländereck am Schwarzenberg beginnt direkt an dem Teich. Man sollte dabei unbedingt beim Schloss im Loch4 vorbeischauen. Anschließend neben einer Felswand recht steil bergauf. Mit der Zeit wird es flacher. Einige Abzweigungen rechter Hand ignorieren und stets den Wegweisern zum Dreiländereck folgen. Kurz vorm Ziel5 gibt es noch einen Forststraßenabschnitt. Nicht irritieren lassen, dass es zwischendrin ein wenig bergab geht.
Wenige Meter südlich des Kreuzes steht am Dreiländereck ein kunstvoller, alter Grenzstein. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts trafen dort noch drei Herrschaftsgebiete zusammen, nämlich die Grafschaft Tirol, das Kurfürstentum Bayern und das Hochstift Augsburg.
Vom Grenzstein folgt man einem sporadisch markierten, zunächst unscheinbaren Pfad, der immer besser wird und sich die Südseite hinabzieht. Auf halber Höhe schließt sich ein Forstweg an, der unten in die Fürstenstraße mündet. Auf dieser links zum Alpsee.

Alpsee und Schwansee

Am Westende des Alpsees befindet sich der beliebte Platz am Marienmonument6. Diesen schätzte die bayerische Königin Marie von Preußen besonders. Ihr Gatte, König Maximilian II., soll sich gerne weiter östlich am Pindarplatz aufgehalten haben.
Leicht ansteigend wandert man nun am Nordufer entlang durch einen lichten Kiefernwald. Das ist schöner und kürzer als über die Südseite. Beim Pindarplatz dann links zum Schwansee wenden, der ein Stück tiefer liegt und sein Wasser unterirdisch vom Alpsee bezieht.
Am Schwansee7 je nach Belieben links oder rechts herum. Danach gibt es mehrere Möglichkeiten zurück nach Füssen, die alle nicht ohne Gegenanstieg auskommen. Ich empfehle den Weg über den Kalvarienberg8. Das Panorama von der Plattform oben am Kalvarienberg auf Füssen, die Königsschlösser und die vielen Seen ist wunderbar.