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Dreiländereck am Schwarzenberg

Kulturwanderung bei Füssen

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Diese Wanderung bei Füssen führt hinauf zum historischen Dreiländereck am Schwarzenberg. Unterwegs kann man sich dabei auf Spurensuche nach der Via Claudia Augusta begeben und die geheimnisvolle Höhlenburg Schloss im Loch besuchen. Zurück geht es dann durch die idyllische Landschaft am Alpsee und Schwansee. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Maxsteg am Lechfall
    2. Auwald bei Ziegelwies
    3. Nach Unterpinswang
    4. Dreiländereck am Schwarzenberg
    5. Zum Alpsee
    6. Schwansee
    7. Kalvarienberg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Blick über den Schwansee zu Tegelberg und Säuling.

Die Umgebung von Füssen hat weit mehr zu bieten als nur die Königsschlösser. Fast an jeder Ecke trifft man auf Interessantes aus der Vergangenheit. Die Spuren reichen bis in die Römerzeit und sogar noch weiter zurück.

Am Nordufer oberhalb des Lechfalls erinnert die Nachbildung eines römischen Meilensteins daran, dass dort die Via Claudia Augusta vorbeiführte. Spannend ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob die so genannte Römerstraße am Stiglberg bei Unterpinswang tatsächlich von den Römern gebaut wurde. Früher wurde sie für ein Originalstück der Via Claudia Augusta gehalten, doch vermutlich entstand sie bei einer Strecken­verlagerung um 1540. Nach allgemeiner Übereinkunft der Heimatforscher nahm die Römerstraße stattdessen die Route über den Kratzer. Somit wandern wir am Kratzer genau auf der Via Claudia Augusta.

Dass in Blickweite der ehemaligen Römerstraße die mittelalterliche Höhlenburg Schloss im Loch liegt, kann kein Zufall sein. Schließlich war die Straße auch lange nach den Römern eine wichtige, überregionale Verkehrsverbindung.
Unterhalb der Burg erstreckt sich eine Wallanlage, die vermutlich der Straßen­sicherung diente. Von der Höhlenburg selbst sind ein paar Grundmauern erhalten.
An der höchsten Stelle in der Burg befindet sich im Boden ein Schalenstein mit drei Vertiefungen. Er könnte prähistorischen Ursprungs sein oder aus dem Mittelalter stammen. Die Bedeutung des Schalensteins ist ebenso wenig geklärt wie der Grundriss der Burg. Der Ort dürfte bereits in der Steinzeit als Lager gedient haben. Eine genaue Erforschung steht noch aus.

Historisch bedeutsam ist auch der Gipfel des Schwarzenbergs. Am Dreiländereck trafen bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Grafschaft Tirol, das Kurfürstentum Bayern und das Hochstift Augsburg zusammen. Der alte Grenzstein am Dreiländereck ist besonders kunstvoll gestaltet und erfüllt bis heute seinen Zweck.

Tourcharakter und Schwierigkeit

780 m17 km4:30 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung verläuft überwiegend auf breiten, befestigten Wegen. Nur am Schwarzenberg sind die Steige zum Teil schmäler, jedoch stets ungefährlich. Beim Aufstieg von Unterpinswang werden einige Stellen bei Nässe schnell morastig.

In dem ansonsten perfekt beschilderten Wandergebiet fällt der Schwarzenberg etwas aus der Reihe. Wegweiser und Markierungen sind dort eher spärlich vorhanden, so dass eine gewisse Orientierungs­fähigkeit gefragt ist.

Wegbeschreibung

Zum Maxsteg am Lechfall

Wir spazieren vom Bahnhof durch die Füssener Altstadt zur Lechbrücke und nehmen beim Kloster St. Mang rechts den Uferweg nach Bad Faulenbach.
Bei Bad Faulenbach verengt sich der Lech zur Klamm. Der Ländeweg weicht wegen des Steilufers nach oben aus. Diese Strecke wählten schon die Römer, als sie die Via Claudia Augusta bauten. Nach der kurzen Hohlgasse am Scheitelpunkt links zum Maxsteg hinunter. Der Maxsteg überspannt den Fluss genau zwischen dem Lechfall1 und der Lechklamm. So genießt man von der Brücke einen tollen Blick auf die beiden Geotope.

Auwald bei Ziegelwies

Nach Überqueren des Maxstegs wenden wir uns auf der anderen Seite flussaufwärts. Wenige Meter weiter können wir die befahrene Tiroler Straße verlassen und in den Auwald hinein. Der Auwald wurde sehr liebevoll für Spaziergänger angelegt und bietet viele naturkundliche Informationen. Sobald die ersten Stelzen des Baumkronenwegs Ziegelwies auftauchen, muss man links zur Tiroler Straße zurück.
Bei Hochwasser ist der Auwald gesperrt. In diesem Fall läuft man neben der Tiroler Straße durch Ziegelwies hindurch.

Nach Unterpinswang

Der Weg Richtung Unterpinswang startet in Ziegelwies2 gegenüber dem Eingang zum Baumkronenweg. Nach einem kurzen Anstieg im Wald kommt eine Kiesfläche mit großen Holzinstrumenten. An dieser Stelle spitz rechts abzweigen.
Bis Unterpinswang gehört die Strecke auch zum GEOgrenzGÄNGER, der mit Schautafeln über geologische Besonderheiten informiert.
Es geht zunächst unterhalb der Rotwand3 entlang, aus der früher bunte Jurakalke gewonnen wurden. Diese sehen ähnlich wie Marmor aus und fanden unter anderem in der Barockkirche St. Mang in Füssen Verwendung.
Vorm Kratzer biegt der GEOgrenzGÄNGER nach Süden in einen Sattel. Dahinter leitet links ein Fußweg an einem spätgotischen Bildstock vorbei in den Talboden von Unterpinswang.Zuvor wäre noch ein Abstecher zur Römerstraße am Stiglberg möglich. Dazu folgt man vom Sattel etwa 300 Meter dem Forstweg, der einen Rechtsbogen um den Kratzer beschreibt. Bei der Gabelung zwischen Stiglberg und Kratzer rechts. Wie oben erläuter, ist es umstritten, ob es sich bei der gepflasterten Straße tatsächlich um die Via Claudia Augsta handelt.

Dreiländereck am Schwarzenberg

Östlich von Unterpinswang liegt am Waldrand ein Teich. Bei diesem beginnt der Aufstieg zum Schwarzenberg. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Schloss im Loch4 zu besuchen.
Nach der Höhlenburg schlängelt sich der Steig neben einer Felswand recht steil bergauf. Mit der Zeit wird es flacher. Man hält sich stets an die Wegweiser zum Dreiländereck und ignoriert die Abzweigungen rechter Hand. Kurz vorm Ziel gibt es noch einen Forststraßenabschnitt. Nach einigen Hundert Metern auf der Forststraße geht es links zum Gipfelkreuz5 hinauf.
Südlich des Kreuzes steht am Dreiländereck ein kunstvoller, alter Grenzstein.

Zum Alpsee

Vom Grenzstein am Dreiländereck folgt man einem sporadisch markierten, unscheinbaren Steig nach Osten, der bald nach rechts schwenkt. Nicht auf dem Rücken weiterlaufen. Der breiter werdende Steig führt die Südseite hinab. Auf halber Höhe schließt sich ein Forstweg an, der unten in die Fürstenstraße mündet. Auf dieser gelangt man zum Alpsee.
Am Westende des Alpsees befindet sich der beliebte Platz am Marienmonument6, den die bayerische Königin Marie von Preußen besonders schätzte. Ihr Gatte, König Maximilian II., hielt sich gerne weiter östlich am Pindarplatz auf.

Schwansee

Vom Marienmonument wandern wir am Nordufer des Alpsees entlang. Der Weg verläuft leicht ansteigend durch einen lichten Kiefernwald. Beim bereits erwähnten Pindarplatz gibt es nochmals einen tollen Blick über den See. Danach links zum tiefer gelegenen Schwansee wenden.
Sein Wasser bezieht der Schwansee unterirdisch vom Alpsee. Eine Karstquelle sprudelt direkt neben dem Wanderweg.
Beim Schwansee7 kann man je nach Belieben links oder rechts herum. Der parkähnliche Charakter der Umgebung ist kein Zufall, sondern beruht auf dem einstigen Schlosspark den Maximilian II. sich dort anlegen ließ.

Kalvarienberg

Der schönste Weg vom Schwansee nach Füssen ist derjenige über den Kalvarienberg. Fast 200 Höhenmeter sind dafür zu überwinden. Doch für das Panorama von der Plattform oben am Kalvarienberg8 lohnt sich die Anstrengung.
Auf der anderen Seite nimmt man den Kreuzweg, der über die Marienkapelle hinab nach Füssen führt.