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Schöttelkarspitze (2050 m) über Seinskopf

Stiller Aufstieg von Krün

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Einer der interessantesten Berge in der Soierngruppe ist die Schöttelkarspitze. Der unglaublichen Aussicht wegen ließ König Ludwig II. auf dem Gipfel einen Pavillon errichten. Dafür wurden sogar ein paar Meter des Gipfels weggesprengt. Für einen Romantiker konnte der König manchmal ganz schön rabiat sein.

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Der Pavillon auf der Schöttelkarspitze existiert schon lange nicht mehr, aber das planierte Gipfelplateau ist geblieben. Ebenfalls aus der königlichen Zeit stammen die beiden Soiernhäuser sowie der Reitweg, welcher bis auf den Gipfel führt. Der breit ausgebaute Reitweg ist der bequemste und einfachste Aufstieg, weshalb er auch am häufigsten genutzt wird. Landschaftlich besonders reizvoll ist darüber hinaus die hier vorgestellte Strecke über den Seinskopf. Sie ist ein wenig anspruchsvoller und erfordert stellenweise eine solide Trittsicherheit. Solange noch Altschneefelder zu erwarten sind, muss von der Tour abgeraten werden. Das Risiko auf den Steilhängen abzurutschen wäre zu hoch.
Unabhängig von der gewählten Route ist die Schöttelkarspitze als Tagestour sehr anstrengend. Sollten angesichts des Pensums Zweifel bestehen, kann eine Übernachtung im Soiernhaus (DAV) eingeplant werden.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Über den Schwarzkopf auf den Seinskopf

In Krün geht es von der Kirche St. Sebastian zur Isar. Unmittelbar auf der anderen Flussseite startet der Aufstieg zur Schöttelkarspitze. Wer sich die Hüttlebachklamm1 ansehen möchte, muss dafür einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Oberhalb der Hüttlebachklamm wird der anfangs mit Stufen befestigte Weg schnell zu einem normalen Steig. Das nächste Etappenziel ist der nette, aber unspektakuläre Aussichtspunkt namens Schwarzkopf2. Im Anschluss an den Schwarzkopf folgt die Route vorübergehend einem Schuttstrom, der mitten durch den Wald fließt und kleinere Bäume unter sich begräbt. Aufpassen, wann die Markierungen links aus dem Schutt hinausleiten. Durch zunehmend lichteren Wald quert der Weg nun mäßig ansteigend den Hang nach Norden. Dabei werden zwei wild aussehende Gräben gekreuzt. Beim so genannten Felsenhüttl3 zweigt der Herzogsteig ins Schöttelkar ab, während wir wieder stärker bergwärts steigen. Bald kommen wir in einer Scharte neben dem Felsenköpfel heraus und gewinnen wenig später den Seinskopf4. Die letzten Fichten und Latschen treten zurück und geben die prachtvolle Aussicht über das Werdenfelser Land frei. Außerdem hat man einen guten Einblick in die Westflanke der Schöttelkarspitze. Beachtenswert sind die dickbankigen Gesteinsschichten, welche teils leicht geneigt, teils völlig waagrecht liegen.

Zur Schöttelkarspitze

Hinter dem Seinskopf wird erst einmal etwas Höhe abgegeben. Es gibt zwei gleichwertige Varianten – entweder über den Kamm oder durch die Südflanke. Beide Steige sind recht schmal. An der Schafkehre5 treffen sie sich wieder. Der Name weist darauf hin, dass die steilen Grashänge am Seinskopf früher mit Schafen beweidet wurden. Von der Schafkehre ist es nicht mehr weit zum Feldernkreuz, an dem sich eine zerklüftete Scharte zur Schöttelkarspitze hin öffnet.
In brüchigem Fels (I) kraxelt man hinab zum Sattel zwischen Feldernkreuz und Schöttelkarspitze. Von tief unten lachen die beiden Seen aus dem Soiernkessel herauf. Die andere Seite fällt zum Schöttelkar hin ab. In einer kurzen, heiklen Querung auf einem brösligen Band gelangt man zur Nordseite, wo der Steig in den königlichen Reitweg mündet. Von da sind es nur noch ein paar Schritte bis auf den Gipfel6.

Abstieg via Ochsenalm

Der Abstieg von der Schafkehre zur Ochsenalm beginnt mit einer steilen Schotterspur, die etwas mühsam zu gehen ist. Die Hänge werden nur von einer dünnen Grasnarbe bedeckt. Daher möglichst genau auf dem Weg laufen, damit dieser nicht noch mehr ausfranst. Weiter unten in den Latschen flacht der Weg ab. Nach der Ochsenalm7 wird eine Kiesstraße erreicht, der man bis hinab zur Seinsalm an der Isar folgt. Das zieht sich. Flussabwärts geht es schließlich den abwechslungsreichen Isaruferweg zurück nach Krün.