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Schöttelkarspitze (2050 m) über Seinskopf

Königliche Bergtour bei Krün

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Die Bergtour von Krün über den Seinskopf auf die Schöttelkarspitze ist landschaftlich einmalig. Das unglaubliche Panorama von der Schöttelkarspitze genoss schon König Ludwig II. gerne und ließ deshalb oben einen Pavillon errichten. Zu diesem Zweck wurden sogar ein paar Meter des Gipfels weggesprengt.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Hüttlebachklamm bei Krün
    2. Über den Schwarzkopf zum Seinskopf
    3. Zur Schöttelkarspitze
    4. Rückweg via Ochsenalm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (11 Fotos)
Blick von der Scharte am Feldernkreuz zur Schöttelkarspitze.

Fast überall, wo es ein schönes Platzerl in den Münchner Hausbergen gibt, hinterließ Ludwig II. seine Spuren. Das vom bayerischen Märchenkönig selbst in Auftrag gegebene Soiernhaus nahm einen festen Platz in seinen regelmäßigen Bergfahrten ein. Ungefähr 20 Mal soll sich der König dort jeweils für mehrere Tage aufgehalten haben.

Vom Berghaus ließ sich Ludwig II. einen Reitweg zum Gipfel der Schöttelkarspitze anlegen. Zu Fuß ging er nicht hinauf. Denn nicht die sportliche Betätigung, sondern die Bewunderung der Naturschönheit und die Einsamkeit trieben ihn in die Berge. Oben stand ein schlicht eingerichteter Pavillon, in dem er angeblich auch übernachtete. Der Pavillon verfiel nach dem Tod des Königs und brannte schließlich ab. Eine ebene Fläche am Gipfel erinnert noch an die Stelle. Erhalten geblieben ist der in gemütlichen Serpentinen ansteigende Reitweg.

Der Königsweg von Krün über das Soiernhaus eignet sich eher für eine zweitägige Tour mit Übernachtung im Soiernhaus (DAV). Als Tagestour empfiehlt sich stattdessen der hier beschriebene, kürzere Aufstieg über den Seinskopf.

Die Route über den Seinskopf gewährt interessante Einblicke in die Westflanke der Schöttelkarspitze. Beachtenswert sind die wagrecht liegenden, dickbankigen Gesteinsschichten und der gestufte Aufbau. Zu Füßen der Schöttelkarspitze sammeln sich im Schöttelkar gewaltige Schuttmassen. Das ist typisch für den Hauptdolomit, aus dem die westliche Soierngruppe aufgebaut ist. Im Ostteil um die Soiernspitze dominiert dagegen der hellere Plattenkalk.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1370 m18 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Bis zum Seinskopf ist die Strecke einfach. Danach wird es anspruchsvoller und man benötigt unbedingt eine solide Trittsicherheit. Solange noch Altschneefelder zu erwarten sind, muss von der Tour abgeraten werden. Das Risiko auf den Steilhängen abzurutschen wäre zu hoch.
An der Schöttelkarspitze selbst gibt es etwas Felskontakt. Die Kletterstellen erreichen aber kaum den ersten Grad.
Darüber hinaus ist die Unternehmung außerordentlich anstrengend und nur für Trainierte geeignet.

Wegbeschreibung

Hüttlebachklamm bei Krün

In Krün geht es bei der Kirche St. Sebastian hinab zur Isar. Unmittelbar auf der anderen Flussseite startet der Aufstieg zur Schöttelkarspitze. Wer sich die Hüttlebachklamm1 ansehen möchte, muss dafür einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Lohnend ist das allemal. Der Graben verengt sich schnell zu einer wild zerklüfteten Schlucht, durch die ein gut befestigter Steig führt.

Über den Schwarzkopf zum Seinskopf

Das nächste Etappenziel oberhalb der Hüttlebachklamm ist ein netter, aber unspektakulärer Aussichtspunkt namens Schwarzkopf2. Im Anschluss an den Schwarzkopf folgt die Route vorübergehend einem Schuttstrom, der mitten durch den Wald fließt und kleinere Bäume unter sich begräbt. Aufpassen, wann die Markierungen links aus dem Schutt hinausleiten. Durch zunehmend lichteren Wald quert der Weg nun mäßig ansteigend den Hang nach Norden. Dabei werden zwei wild aussehende Gräben gekreuzt.
Beim so genannten Felsenhüttl3 zweigt der Herzogsteig ins Schöttelkar ab. Wir steigen dagegen wieder stärker bergwärts und kommen bald in der Scharte neben dem Felsenköpfel heraus. Während die letzten Fichten und Latschen zurückweichen, gewinnen wir wenig später den Seinskopf4, von dem es eine prachtvolle Aussicht über das Werdenfelser Land gibt.

Zur Schöttelkarspitze

Hinter dem Seinskopf wird erst einmal etwas Höhe abgegeben. Es stehen zwei gleichwertige Varianten zur Auswahl – entweder über den Kamm oder durch die Südflanke. Beide Steige sind recht schmal. An der Schafkehre5 treffen sie sich wieder. Der Name weist darauf hin, dass die steilen Grashänge am Seinskopf früher mit Schafen beweidet wurden. Von der Schafkehre ist es nicht mehr weit zum Feldernkreuz, an dem sich eine zerklüftete Scharte zur Schöttelkarspitze hin öffnet.
In brüchigem Fels (I) kraxelt man abwärts in den Sattel zwischen Feldernkreuz und Schöttelkarspitze. Von tief unten lachen die beiden smaragdgrünen Seen aus dem Soiernkessel herauf. Die andere Seite fällt zum Schöttelkar hin ab. In einer kurzen, heiklen Querung gelangt man auf einem brösligen Band zur Nordseite, wo der Steig in den königlichen Reitweg mündet. Von da sind es nur noch ein paar Schritte bis auf den Gipfel6.

Rückweg via Ochsenalm

Der Abstieg von der Schafkehre zur Ochsenalm beginnt mit einer steilen Schotterspur, die etwas mühsam zu gehen ist. Die Hänge werden nur von einer dünnen Grasnarbe bedeckt. Daher möglichst genau auf dem Weg laufen, damit dieser nicht noch mehr ausfranst. Weiter unten in den Latschen flacht der Weg ab. Nach der Ochsenalm7 wird eine Kiesstraße erreicht, der man bis hinab zur Seinsalm an der Isar folgt. Das zieht sich ziemlich in die Länge. An der Isar geht es schließlich flussabwärts auf dem abwechslungsreichen Uferweg zurück nach Krün.