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Schmugglerweg zum Klobenstein

Wandern zwischen Kössen und Ettenhausen

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Auf dem beliebten Schmugglerweg kann man von Kössen in Tirol bis Ettenhausen in Bayern wandern. Genau in der Mitte überspannt an der Entenlochklamm eine luftige Hängebrücke die Großache. Dort gelangt man hinüber zur berühmten Wallfahrtskirche und dem Traditions­gasthaus am Klobenstein.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Staffenbrücke in Kössen
    2. Schmugglerweg
    3. Entenloch und Klobenstein
    4. Zum Rudersburger See
    5. Nach Ettenhausen
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (7 Fotos)
Die Engstelle am Entenloch maß früher weniger als vier Meter. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie erweitert, um bei Hochwasser einen Rückstau zu verhindern.

Der grenzüber­greifende Schmugglerweg verbindet Kössen mit Ettenhausen und durchquert dabei die Schlucht der Großache und der Tiroler Achen. Auf derselben Strecke verläuft auch der Grenzenlos-Wanderweg, der mit informativen Schautafeln auf sich aufmerksam macht.
Am besten nutzt man für die Wanderung die öffentlichen Verkehrsmittel, dann muss man nicht auf dem Hinweg zurück und kann die gesamte Strecke von Anfang bis zum Ende laufen.

Höhepunkt der Wanderung ist auf jeden Fall die Wallfahrtskirche am Klobenstein. Sie steht oberhalb der Entenlochklamm.
Beim Klobenstein handelt es sich um einen gewaltigen Felsblock aus Oberrhätkalk, der in zwei Hälften zerbrochen ist. Durch den schmalen Spalt zwischen den Bruchstücken führt eine Treppe hinauf zur Kirche. Das Hindurch­schlüpfen hat in der Volksfrömmigkeit eine besondere Bedeutung. Man glaubt dabei, Süden und Krankheiten abstreifen zu können.

Der Klobenstein dürfte bereits in vorchristlicher Zeit kultische Bedeutung besessen haben. Das Errichten einer Kapelle oder Kirche an einem heidnischen Kultort war eine gängige Praxis, um diese zu christianisieren.
Im Fall des Klobenseins ging die Initiative aber von der Bevölkerung aus. Zunächst wurde an der Quelle neben dem Klobenstein ein Marienbild verehrt. Dem Quellwasser werden seit jeher Heilkräfte zugesprochen. Um 1700 entstand dann eine hölzerne Kapelle. Bald darauf siedelte sich ein Eremit an. Das Gasthaus neben der Kirche geht auf die ehemalige Einsiedelei zurück. Der starke Zustrom an Wallfahrern gab schließlich den Anstoß dazu, 1733 eine steinerne Kapelle zu erbauen. Heute besteht die Wallfahrtskirche aus zwei miteinander verbundenen Kapellen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

240 m9 km2:10 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wanderung auf dem Schmugglerweg ist wirklich einfach und gemütlich. Gerade bei Familien mit kleinen Kindern erfreut sie sich großer Beliebtheit. Die Wege sind selbst bei Nässe kein Problem.
Rings um den Rudersburger See ist die Beschilderung etwas unklar.

Wegbeschreibung

Zur Staffenbrücke in Kössen

Wir begeben uns in Kössen zum Kreisverkehr und laufen von dort auf der Klobensteiner Straße zur Großache. In Tirol heißt der Fluss Großache und erst ab der bayerischen Grenze wird er Tiroler Achen genannt. Auf der eleganten Staffenbrücke geht es über die Großache. Die interessante Holzkonstruktion der 2004 neu errichteten Brücke kommt ohne Stützpfeiler aus.

Schmugglerweg

Nach der Staffenbrücke müssen wir zweimal kurz hintereinander rechts. Der Schmugglerweg zum Klobenstein ist überall ausgeschildert. Am Waldrand beginnt er dann links neben einem Anwesen. Gemächlich steigt der breite Schmugglerweg1 an und hält sich oberhalb der Großache, die unten durch eine wilde Schlucht rauscht. Zu sehen ist davon erst einmal nichts.
Schließlich kommt eine Gabelung, an der eine Biberfigur steht. Zum Klobenstein muss man rechts.

Entenloch und Klobenstein

Bevor der Steig im Zickzack zur Großache hinabführt, passiert er einen Aussichtspunkt. Auf der anderen Seite der Schlucht ist die Wallfahrtskirche Klobenstein zu sehen. Allerdings beeinträchtigen die Bäume die Sicht ziemlich.
Über den Fluss gelangt man auf einer Hängebrücke. Zu beiden Seiten der Brücke fallen die senkrecht gestellten Plattenkalke auf. Nach Norden weitet sich die Schlucht ein wenig. Eine riesige Kiesbank lädt zum Rasten ein. Dahinter verengt sich der Canyon schon wieder zum so genannten Entenloch. Bei genauer Betrachtung wird klar, dass sich das Gestein am Entenloch vom Plattenkalk bei der Hängebrücke unterscheidet. Es handelt sich beim Entenloch um Oberrhätkalk.
Von der Großache steigen wir einen kurzen steilen Weg am Gasthaus vorbei zur Wallfahrtskirche Maria Klobenstein2 hinauf.

Zum Rudersburger See

Nach dem Besuch der Wallfahrtskirche geht es wieder über die Hängebrücke und mit Gegenanstieg zum Schmugglerweg zurück. Wir folgen diesem nun weiter nach Norden Richtung Ettenhausen. Mit der Zeit wird er immer breiter.
Interessante Schautafeln informieren über Geologie, Köhlerei, Grenzstreitigkeiten und archäologische Funde. Wir erfahren auch, was geschmuggelt wurde, nämlich Holzkohle.
Bald nach dem Totermannbach kommt rechts eine Abzweigung zum Rudersburger See3. Den idyllischen Fischweiher sollte man sich nicht entgehen lassen. Südlich des Rudersburger Sees gibt es einen kleinen Wasserfall. Der Weg ist beschildert.

Nach Ettenhausen

Statt vom Rudersburger See direkt nach Ettenhausen zu wandern, kann man noch einen Bogen über den Badeplatz an der Tiroler Achen machen. Dazu von der Nordseite des Sees den Pfad durch den Wald zur Schönen Aussicht nehmen. Zu sehen gibt es allerdings nicht wirklich etwas. Es ist alles ziemlich zugewachsen.
Der Pfad endet unten an der Tiroler Achen auf einer Kiesbank. Dort ein paar Meter am Fluss entlang, bis links wieder ein Weg auftaucht. Auf diesem hinaus ins Freie und durch herrliche Blumenwiesen nach Ettenhausen. Die Bushaltestelle befindet sich in der Ortsmitte in der Wagrainer Straße, also nach der Kapelle die erste Straße auf der rechten Seite.