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Schattenberg und Seeköpfle (1920 m)

Grattour zwischen Faltenbachtal und Oytal

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Der Schattenberg wird trotz seiner unmittelbaren Nähe zum touristischen Oberstdorf wenig beachtet. Ein gutes Stück unterhalb seines eigentlichen Gipfels steht ein weithin sichtbares Kreuz, welches noch relativ regelmäßig besucht wird. Der wilde Schattenberggrat hinüber zum Seeköpfle ist dagegen ausgesprochen einsam.

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Ist der unbeschilderte Aufstieg erst einmal gefunden, leitet der ausgetrampelte Pfad problemlos bis zum Schattenbergkreuz empor. Dort hat man eine wundervolle Aussicht über den Oberstdorfer Talkessel. Der sich anschließende Übergang zum Seeköpfle setzt Vertrautheit mit steilen Grasschrofen voraus und ist etwas ausgesetzt. Die oft nur fußbreite Spur quert sehr abschüssige Hänge. Auf keinen Fall bei Nässe unternehmen! Die weitere Fortsetzung vom Seeköpfle über den Hüttenkopf zum Zeigersattel, ergibt keinen Sinn, wenn man zum Seealpsee möchte. Denn der weglose Abstieg vom Seeköpfle zum See ist einfach und obendrein landschaftlich einzigartig. Tückisch sind allerdings die Seewände unterhalb des Seealpsees. Von oben erscheint das Oytalhaus zum Greifen nahe. Doch das täuscht. Der einladende Grashang wird immer steiler und endet über einer Felswand. Ein vermeintlicher Abkürzer, der trotz deutlicher Warnschilder schon für allzu viele Menschen mit einem tödlichen Absturz endete.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Aufstieg zum Schattenbergkreuz

Direkt am Bahnhofsvorplatz in Oberstdorf beginnt die Fußgängerzone. In der Fußgängerzone an der ersten Kreuzung links in die Nebelhornstraße und auf dieser bis zur Nebelhornbahn. Dort überquert man die Trettach und wendet sich beim Parkplatz an der Oybele-Festhalle rechts. Ein Fußweg führt zum Kühberg hinauf und mündet beim Gasthaus Kühberg1 in die Oytalstraße. Man bleibt ein kurzes Stück auf der Oytalstraße, bis links in spitzem Winkel ein Weg abzweigt. Auf diesem zu einer Rastbank, die unterhalb einer Baumgruppe steht. Dann rechts durch die Weide bergauf und auf den Waldrand zu. Man findet schnell einen Pfad, der von unten nicht wirklich zu erkennen ist. Dieser taucht südostwärts in den Wald ein und zieht sich gemächlich durch den Hang. Dabei kreuzt er einige Lawinenbahnen. Später biegt er nach links und wird steiler. Nach einiger Zeit gibt es einen kleinen Absatz auf einem Felsvorsprung mit schönem Blick hinaus Illertal. Ab da zunehmend mühsam und bröslig über hinderliches Wurzelwerk zum Schattenbergkreuz2.

Übergang zum Seeköpfle

Hinterm Kreuz geht es anfangs durch eine enge Latschengasse. Nach Auskunft eines Oberstdorfers liegt es zwei Jahrzehnte zurück, dass diese zuletzt mit der Motorsäge freigeschnitten wurde. Später verläuft die Route mehr im Freien, und zwar meist am Grat oder knapp darunter in der Südflanke. Es kommen mehrere namenlose Erhebungen, obwohl man zuerst den Eindruck haben könnte, es gäbe nur eine einzige. Die zweite Erhebung ist die höchste Stelle am Schattenberg3. Das Gelände wird tendenziell anspruchsvoller. Besonders die letzte Scharte vorm Seeköpfle ist heikel, da stark erodiert, sandig und ohne Latschen zum Festhalten. Wenn das geschafft ist, ist das Seeköpfle4 reine Formsache.

Abstieg ins Oytal

Am Seeköpfle südseitig um den Gipfel herum und noch ein wenig auf dem Pfad Richtung Hüttenkopf bleiben, bis das Gelände zum Seealpsee hin abflacht. Der Zielpunkt am See ist die Fischerhütte am Ostufer. Die kleinen Latschenfelder und Steilstufen sind leicht zu vermeiden. Danach vom Seealpsee5 auf dem ausgesetzten und stellenweise gesicherten Gleitweg ins Oytal, was länger dauert als gedacht.

Mit dem Roller nach Oberstdorf

Vom Oytalhaus6 nach Oberstdorf wäre es zuletzt noch ein weiter Fußmarsch von über einer Stunde. Zum Glück gibt es Leihroller. Fast ohne Anschubsen fährt man damit auf der Oytalstraße in maximal 25 Minuten bequem zur Talstation der Nebelhornbahn.