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Säuling (2039 m) via Säulinghaus

Überschreitung von Pflach nach Hohenschwangau

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Der Säuling ist namentlich bereits um 900 in der Lebensbeschreibung des heiligen Magnus von Füssen schriftlich bezeugt. Der wuchtige und markante Berg muss die Menschen seit jeher fasziniert haben. Vom Alpenvorland aus ist er ein echter Blickfang. Sein Name soll Säule bedeuten und eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Säule ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.

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Um den Säuling ranken sich allerhand Legenden und Geschichten. Etwa vom heiligen Magnus, dem ein Bär eine Eisenader zeigte, von unheimlichen Hexentänzen am Hexabödele oder von der Bergleidenschaft eines wahnsinnig gewordenen bayerischen Königs. Inzwischen ist der Gipfel fest im Griff gewöhnlicher Bergwanderer, die diesen jedes Jahr zu Tausenden aufsuchen. Verständlich, denn er ist wirklich einer der schönsten Berge, die wir in Bayern haben. Wer es sich einrichten kann, wählt einen Tag unter der Woche.
Wie bei allen berühmten Bergen ist die Liste der schweren Unglücksfälle lang. Diese ereignen sich nicht nur beim Klettern über den anspruchsvollen 12-Apostel-Grat oder im weglosen Gelände beim Kleinen Säuling und der Lähngera, sondern auch auf den markierten und gut gesicherten Hauptwegen. Rudimentäre Bergerfahrung und Trittsicherheit müssen gegeben sein, denn die Passage vom Säulinghaus zur Gamswiese sowie die Nordroute sind beide schrofig und leicht ausgesetzt. Wegen der abgespeckten Felsen sind die Ketten und Drahtseile angenehm, obwohl es sich nur um kurze Ier-Stellen handelt.

Hinweis: Der Weg durch die Pöllatschlucht ist seit 2014 wegen Steinschlaggefahr gesperrt und wird seit Jahren aufwändig saniert. Die Wiedereröffnung musste immer wieder verschoben werden. Voraussichtlich kann sie erst ab Herbst 2018 wieder geöffnet werden.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Südanstieg von Pflach

Am Bahnhof Pflach über die Gleise, unter der Fernpassstraße hindurch und dann sogleich rechts. Nach 300 m quert ein Sträßchen. Dort befindet sich links ein Wanderparkplatz, der den üblichen Startpunkt Richtung Säulinghaus und Säuling darstellt. Wir nehmen nicht den Fahrweg, sondern folgen dem gut beschilderten Säulingsteig1, der kurz hinter dem Parkplatz rechter Hand beginnt. Er kreuzt schon bald eine erste Forststraße. Bei der Nächsten einige Meter nach rechts, bevor der Steig wieder links weiterführt. Anschließend die vielen Abschneider möglichst vermeiden, um die Vegetation nicht noch mehr zu zerstören. Zwischendrin zweigt der Weg zum Pflacher Älpele und dem Koflerjoch rechts ab. Der Säulingsteig quert noch mehrmals verschiedene Fahrwege und nähert sich den düster aufschießenden Felswänden. Rechts ragt der Brunstgrat mit dem Kleinen Säuling empor. Schließlich gelangt man zum Säulinghaus2, das am Rande einer kleinen, ebenen Fläche errichtet wurde. Von dort leitet der Steig direkt in die Felsen. Ein paar Ketten geben Sicherheit. Die grüne Gamswiese3 darüber bildet einen schönen Kontrast zu den schroffen Flanken. Nun im Schotter, der durch die vielen Wanderschuhe freigelegt wurde, zunächst völlig unschwierig an den Gipfel heran. Zuletzt über ein paar Schrofen zum Kreuz4. Dieses steht geringfügig unterhalb des höchsten Punkts, zu dem kaum einer hinübersteigt.

Abstieg nach Hohenschwangau

Auf dem Hinweg hinab zur Gamswiese, wo man zur Abwechslung den Steig durch die Nordflanke wählen sollte. Dieser präsentiert sich durchaus alpin und ordentlich steil. Er ist mit einigen hilfreichen Stahlseilen versehen. Mehrere Hundert Höhenmeter tiefer trifft er auf den einfacheren Höhenweg. Nun links zur Wildsulzhütte5. Wer zum Auto nach Pflach muss, wandert mit Gegenanstieg um den Pilgerschrofen herum zurück zum Säulinghaus. Ansonsten talwärts zum Älpele. Ab da auf breiten, teils etwas letscherten Wegen bis kurz vor Schloss Neuschwanstein. Ein Abstecher zur Marienbrücke6 kann nachmittags zur Geduldsprobe werden. Manchmal ist die Brücke derart überfüllt, dass man sich anstellen muss. Auch die Pöllatschlucht7 ist häufig völlig überlaufen, aber dennoch lohnend. Am Ausgang steht die verfallene und abgebrannte Gipsmühle, in der früher Gips aus der Bleckenau zerkleinert wurde. Nach Hohenschwangau geht es links.