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Säuling (2039 m) über Säulinghaus

Bergtour von Pflach nach Hohenschwangau

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Auf den Säuling kann man entweder von Pflach über das Säulinghaus oder von Hohenschwangau aus wandern. Beide Anstiege erfordern Erfahrung. Am abwechslungs­reichsten ist es, die zwei Möglichkeiten zu kombinieren und aus der Bergtour eine Überschreitung von Tirol nach Bayern zu machen. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Vom Bahnhof zum Wanderparkplatz
    2. Säulingsteig zum Säulinghaus
    3. Südanstieg zum Säuling
    4. Abstieg zur Wildsulzhütte
    5. Nach Hohenschwangau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
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Ist dieses verfallene Gemäuer am Hexabödele der Rest eines Hexenhauses?

Der Säuling ist namentlich bereits um 900 in der Lebensbeschreibung des heiligen Magnus von Füssen schriftlich bezeugt. Er ist damit wohl der älteste schriftlich erwähnte Berg in den Bayerischen Alpen. Seine wuchtige und markante Erscheinung muss die Menschen seit jeher fasziniert haben. Vom Alpenvorland aus ist er ein echter Blickfang.
Nach allgemeiner Ansicht der Flurnamenforscher soll sein Name Säule bedeuten. Eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Säule lässt sich auch nicht von der Hand weisen.

Um den Säuling ranken sich allerhand Legenden und Geschichten. Etwa über den heiligen Magnus von Füssen, dem ein Bär eine Eisenader gezeigt haben soll. Die originelle Legende hat einen wahren Kern. Denn rings um den Säuling wurde von der lokalen Bevölkerung tatsächlich in geringem Umfang Eisenerz abgebaut.
Ganz geheuer scheint der Säuling den Menschen nicht gewesen zu sein. Oben auf der Gamswiese vermutete man Hexentänze, weshalb der Ort im Volksmund Hexabödele genannt wird.
Da passt es gut ins Bild, dass der Säuling auch auf der Gipfelliste eines etwas verrückten bayerischen Königs steht.

Inzwischen befindet sich der Gipfel fest im Griff ganz gewöhnlicher Bergwanderer, die diesen jedes Jahr zu Tausenden aufsuchen. Wer es sich einrichten kann, wählt am besten einen Werktag.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1200 m1240 m13 km5:50 h

Anspruch■■■■■■ T4 I A
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Wie bei allen berühmten Bergen ist die Liste der schweren Unglücksfälle lang. Diese ereignen sich nicht nur beim Klettern über den anspruchsvollen 12-Apostel-Grat oder im weglosen Gelände beim Kleinen Säuling und der Lähngera, sondern auch auf den gut gesicherten Hauptwegen.
Eine gewisse Bergerfahrung nebst solider Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Die Passage vom Säulinghaus zur Gamswiese sowie die Nordroute sind beide felsig und leicht ausgesetzt. Wegen der abgespeckten Felsen sind die Ketten und Drahtseile durchaus angenehm, obwohl es sich nur um kurze Ier-Stellen handelt.

Wegbeschreibung

Vom Bahnhof zum Wanderparkplatz

Am Bahnhof Pflach überquert man die Gleise und läuft unter der Fernpassstraße hindurch. Drüben sogleich rechts. Nach 300 m quert ein Sträßchen. Dort befindet sich links ein großer Wanderparkplatz, der den üblichen Startpunkt Richtung Säulinghaus und Säuling darstellt.

Säulingsteig zum Säulinghaus

Wir nehmen am Wanderparkplatz nicht den Fahrweg, sondern folgen dem gut beschilderten Säulingsteig1. Er beginnt rechts hinter dem Parkplatz und kreuzt schon bald eine erste Forststraße. Auf dieser einige Meter nach rechts, bevor der Steig wieder links weiterführt. Anschließend die vielen Abschneider möglichst vermeiden, um die Vegetation nicht noch mehr zu zerstören.
Zwischendrin zweigt der Weg zum Pflacher Älpele und dem Koflerjoch rechts ab. Der Säulingsteig quert noch mehrmals verschiedene Forststraßen und nähert sich den düster aufschießenden Felswänden. Rechts ragt der Brunstgrat mit dem Kleinen Säuling empor. Schließlich gelangt man zum Säulinghaus2, das am Rande einer kleinen, ebenen Fläche errichtet wurde.

Südanstieg zum Säuling

Vom Säulinghaus leitet der Steig direkt in die Felsen. Ein paar Ketten geben Sicherheit. Die grüne Gamswiese3 darüber bildet einen schönen Kontrast zu den schroffen Flanken. Nun im Schotter, der durch die vielen Wanderschuhe freigelegt wurde, zunächst völlig unschwierig an den Gipfel heran. Zuletzt über ein paar Schrofen zum Kreuz4. Dieses steht geringfügig unterhalb des höchsten Punkts, zu dem kaum jemand hinübersteigt.

Abstieg zur Wildsulzhütte

Beim Rückweg nehmen wir von der Gamswiese den Steig durch die Nordflanke. Dieser präsentiert sich durchaus alpin und ordentlich steil. Er ist mit einigen hilfreichen Stahlseilen versehen. Mehrere Hundert Höhenmeter tiefer trifft er auf den einfacheren Höhenweg. Auf diesem links zur Wildsulzhütte5.

Nach Hohenschwangau

Wer zurück zum Auto nach Pflach muss, wandert von der Wildsulzhütte mit Gegenanstieg um den Pilgerschrofen herum zum Säulinghaus.
Nach Hohenschwangau stattdessen talwärts zum Älpele. Ab dem Älpele kommt man auf den breiten, teils etwas letscherten Wegen flott voran.
Kurz vor Neuschwanstein lohnt sich ein Abstecher zur Marienbrücke6, was nachmittags allerdings zur Geduldsprobe werden kann. Manchmal ist die Brücke derart überfüllt, dass man sich anstellen muss.
Auch die Pöllatschlucht7 ist häufig völlig überlaufen, aber dennoch empfehlenswert. Am unteren Ende der Pöllatschlucht steht die verfallene und abgebrannte Gipsmühle, in der früher Gips aus der Bleckenau zerkleinert wurde. Nach Hohenschwangau geht es links.

Hinweis: Der Weg durch die Pöllatschlucht ist seit 2014 wegen Steinschlaggefahr gesperrt und wird seit Jahren aufwändig saniert. Die Wiedereröffnung musste mehrmals verschoben werden. Spätestens im Mai 2019 soll die Pöllatschlucht wieder geöffet werden.