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Ruchenköpfe (1805 m) via Schnittlauchrinne

Einsame Bergtour am Soinsee

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Auf den ersten Blick scheinen die Ruchenköpfe ein reiner Kletterberg zu sein. Wäre da nicht der kaum bekannte und recht versteckte Normalweg durch die Schnittlauchrinne. Ist dieser einmal gefunden, gelangt man ohne größere Schwierigkeiten auf den meist sehr einsamen Gipfel der Ruchenköpfe. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Von Geitau zum Soinsee
    2. Auf die Ruchenköpfe
    3. Zur Kümpflscharte
    4. Durch den Pfanngraben zur Waitzingeralm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Der Soinsee beim Aufstieg zu den Ruchenköpfen. Im Hintergrund ist der Wendelstein zu sehen.

Die abwechslungsreiche Bergtour von Geitau auf die Ruchenköpfe steckt voller landschaftlicher Schönheit. Vor allem der stille Soinsee zieht jeden Naturliebhaber in seinen Bann. Lange bevor man ihn zu Gesicht bekommt, ist bereits der beachtliche Wasserfall zu sehen, der sich aus dem Soinsee in den Steilenbach ergießt.
Ein kleines Geheimnis um den Wasserfall am Soinsee wurde inzwischen gelüftet. Denn wie Manfred Bromba bei einer Ortsbegehung herausfand, wird der Wasserfall neben dem manchmal trockenen, oberirdischen Abfluss auch unterirdisch vom Seewasser gespeist.

Den besten Blick auf den Soinsee hat man übrigens beim Aufstieg durch die Schnittlauchrinne. Allerdings sollte man sich davon nicht zu sehr ablenken lassen, da das steile, felsige Gelände volle Konzentration erfordert. Oben von den Ruchenköpfen bietet sich dann ein herrliches Panorama. Ringsum sind viele der wohlbekannten Gipfel des Rotwandgebiets versammelt.

Wer nach einem alternativen Rückweg sucht und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, dem empfehle ich den Weg durch den Pfanngraben. Der Name ist beim Pfanngraben Programm. Seine vielen Strudeltöpfe sind eine echte Schau. Im unteren Bereich sind diese gut zugänglich und laden an heißen Tagen zu einem erfrischenden Bad ein.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1160 m990 m16 km5:30 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Von Geitau zum Soinsee

Die kleine Ortschaft Geitau liegt ein Stück südlich des Bahnhofs, drüberhalb der Leitzach und der Deutschen Alpenstraße. Hinter Geitau wandert man entlang des Segelflugplatzes und hält sich an dessen Ende entgegen der Beschilderung besser rechts. An der Heubergalm1 vorbei steuert man auf den Steilenberg zu und überquert wenig später an einer Brücke links den Bach aus dem Krottentaler Graben.
Anschließend von Mieseben dem Fahrweg folgen, der in einem weiten Rechtsbogen um den Steilenberg herumführt. Der Name Steilenberg ist durchaus passend. Bei der Untersteilenalm weicht der Wald zurück. Voraus taucht der Soinsee-Wasserfall auf. Wir passieren noch die bewirtete Schellenbergalm2 und erreichen schließlich den Soinsee.

Auf die Ruchenköpfe

Am Soinsee wird der Fahrweg bei der schmalen Holzbrücke nach links verlassen. Es geht kurz am Ufer entlang und dann den freien Nordhang zur Ruchenkopfhütte3 empor. Dieser Abschnitt ist häufig morastig. Oben trifft man am Wegweiser die Route aus dem Ursprungtal und folgt ihr direkt auf die Ruchenköpfe zu.
Unterhalb der Ruchenköpfe steht eine Bergwachthütte4. Der Pfad zur Schnittlauchrinne beginnt wenige Meter oberhalb davon und ist anfangs sehr undeutlich. Nicht bei der Hütte hindurch! Zwischen den Latschen zieht sich der Pfad an einer schwach ausgeprägten Geländerippe aufwärts. An geeigneter Stelle wechselt er über die Rippe in die steile, schuttgefüllte Schnittlauchrinne. Im oberen Bereich der Rinne gibt es einige einfache Felsstufen. Zuletzt ein kurzes Stück über den ausgesetzten Grat. Den kleinen Gipfel5 ziert ein ansprechendes Metallkreuz.

Zur Kümpflscharte

Auch wer wieder nach Geitau zurück muss, sollte trotz des zusätzlichen Anstiegs von der Bergwachthütte noch zum so genannten Brotzeitstein wandern. Der auffällige Felsblock ist ein beliebter Ort, um die Kletterer an der Südwand zu beobachten. Vom Brotzeitstein ist es nicht weit zur Kümpflscharte6, wo ein Abstecher zum nahen Rotwandhaus möglich wäre. Der Abstieg nach Geitau würde dann von der Kümpflscharte über die Großtiefentalalm erfolgen.

Durch den Pfanngraben zur Waitzingeralm

Am meisten Abwechslung bietet auf jeden Fall der Abstieg durch den Pfanngraben. Dabei geht es zunächst über offenes Weideland an der Kümpflalm7 vorbei, wo 2006 der Braunbär Bruno erlegt wurde.
Jenseits der Kümpflalm gelangt man bald in den Wald. Die Abzweigung zum Elendsattel bleibt links liegen. Danach wird es besonders schön. Immer wieder überquert der Weg kleine Zuflüsse, die hinunter in den Pfanngraben8 plätschern. Dabei nähert er sich mehr und mehr der romantischen Schlucht mit ihrem rauschenden Gebirgsbach und endet schließlich unten bei der Waitzingeralm. Achtung, die Bushaltestelle befindet sich nicht dort, wo der Wanderweg in die Valepper Straße mündet, sondern ein paar Meter weiter südlich.