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Roßkopf und Stolzenberg (1609 m)

Almwanderung am Spitzingsee

Die Wanderung über den Roßkopf und Stolzen­berg führt mitten durch die liebens­werte Alm­land­schaft südwestlich des Spitzing­sees. Ein besonders schöner Fleck ist dabei der stille Grünsee, der seinem Namen alle Ehre macht. Abgerundet wird die Tour durch eine wunder­volle Aussicht in die Schlierseer und Tegernseer Berge.
Stand:

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Spitzingsee
Am Westufer des Spitzingsees. Im Hintergrund sind Stolzenberg und Roßkopf zu sehen.

Das Spitzinggebiet ist zu Recht eine der beliebtesten Gegenden der Bayerischen Voralpen. Vor allem Berg­freunde aus dem Raum München kommen gerne und zahl­reich. Man sollte daher zeitig aufbrechen. Dann lassen sich das Westufer des Spitzing­sees und der Roßkopf noch in morgendlicher Ruhe genießen.
Sobald die Sesselliftanlagen am Stümpfling den Betrieb aufnehmen, kann es am Gipfel des Roßbergs schnell recht lebhaft werden. Beim Weiter­weg zum Stolzenberg verteilen sich die Wanderer wieder etwas.
Mein absoluter Lieblingsweg am Stolzenberg ist übrigens derjenige über die Stolzenalm. Er scheint trotz seiner landschaftlichen Schönheit im Dornröschen­schlaf zu liegen und lässt die Tour wunderbar ausklingen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

660 790 hm 11 km3:50 h

Anspruch ■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Während der Roßkopf völlig unschwierig ist, kann am Stolzenberg an einigen Stellen rudimentäre Tritt­sicherheit nicht schaden.
Nach Regentagen weichen die Wege schnell auf und werden unangenehm morastig. Das beeinträchtigt den Wander­genuss doch erheblich. Also besser ein paar trockene Tage abwarten.

Wegbeschreibung

Vom Spitzingsee zur Valeppalm

Valeppalm
Südlich des Spitzingsees liegt die Valeppalm in einem lieblichen Talgrund.

Am besten steigt man bereits am Spitzing­sattel aus, um an dem schönen Westufer des Spitzing­sees entlang­zuwandern. Der Weg ist ausreichend beschildert. Am Südende des Sees dann direkt vor dem Abfluss der Roten Valepp rechts in den Roßkopf­weg einbiegen. Der breite Kiesweg durchquert ein kleines Waldstück und beschreibt anschließend einen weiten Bogen um die Weide­fläche der Valeppalm1, auf der die bekannte Albert-Link-Hütte des DAV steht. Von da hat man einen herrlichen Blick nach Süden zum Hinteren Sonnwendjoch.
Übrigens verläuft auf dieser Strecke auch der Bockerl­bahnweg, der mit Schautafeln über die ehemalige Neuhauser Waldbahn informiert. Dieser abwechslungsreiche Talwanderweg von der Valepp bis Neuhaus ist eine eigene Wanderung wert.

Aufstieg zum Roßkopf

Grünsee
Der Grünsee zu Füßen des Roßkopfs sieht tatsächlich sehr grün aus.

Beim Haushamer Bach oberhalb der zahl­reichen Hütten der Valepp­alm zweigen wir rechts zum Roßkopf ab. Auf einem steinigen, holprigen Wirtschafts­weg geht es zur Unteren Haus­hamer Alm2 hinauf. Von dort folgen wir kurz dem breiten Weg nach Norden Richtung Grünsee­alm und achten darauf, den Steig links zum Grünsee nicht zu über­sehen. Der tief­grüne See liegt versteckt in einem Kessel. Vermutlich geht seine Mulde auf einen kleinen Lokal­gletscher zurück. Eine kreis­runde Vertiefung daneben könnte ein Toteisloch sein.
Vom Grünsee zum Roßkopf gibt es nur noch einen Trampel­pfad. Wenn das Gras hoch steht, ist er schlecht zu erkennen. Im Zweifelsfall direkt auf das Kreuz am Roßkopf3 zulaufen. Am Gipfel öffnet sich dann auch der Blick nach Westen in die Tegernseer Berge mit dem Risserkogel und dem Wallberg, ebenfalls zwei wirklich schöne Wanderziele.

Übergang zum Stolzenberg

Rotkopf und Roßkopf
Blick vom Stolzenberg Richtung Rotkopf und Roßkopf. Links im Hintergrund ist der Wallberg zu sehen.

Das nächste Ziel ist der südlich gelegene Stolzen­berg. Es lohnt sich, die Aussicht noch ausgiebig zu genießen, denn schon bald wechselt der Weg für längere Zeit in den Wald. Hinter dem wenig interessanten Rotkopf, den der markierte Weg unterhalb passiert, wird nach einem kleinen Gegen­anstieg der Stolzenberg4 erreicht. Ein Kreuz steht oben keins. Dafür gibt es auf dem lang­gestreckten Rücken ohne ausgeprägten Gipfel nette Rast­plätze. Beeindruckend ist der Blick nach Süden in das wilde Schinderkar, das man von nirgendwo sonst derart gut einsehen kann.

Rückweg zum Spitzingsee

Wer zurück zum Spitzingsee will, nimmt den viel begangenen Weg über den Ostrücken hinab. Am unteren Ende einer Almweide quert dieser links zur Haushamer Alm und stellt so die Verbindung zum Hinweg her.

Alternativer Abstieg zur Ankerstube

Stolzenalm
Idyllischer Abstieg vom Stolzenberg zur Stolzenalm.

Reizvoller als der Rückweg zum Spitzingsee ist der Abstieg über die Stolzenalm zur Bus­halte­stelle bei der Ankerstube. Der beschilderte Weg zweigt gleich nach dem höchsten Punkt am Stolzenberg rechts ab. Er beginnt etwas steil und man muss sich gelegentlich an Wurzeln oder Felsen fest­halten. Links bricht das Gelände zur Hoferhöll ab. Im weiteren Verlauf dreht der Steig nach Westen zur Stolzen­alm5, bei der es einen idyllischen Rastplatz mitten auf der Almlichte gibt. Anschließend wird der Weg breiter, bleibt jedoch urig und recht verwildert, bis er unten an der Anker­stube auf die Maut­straße von Rottach-Egern trifft.
Verpasst man den Bus, kann man in einer knappen halben Stunde am Suttensee vorbei zum Gasthof Monialm vorlaufen.