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Rosengarten (1425 m) über Schleifmühlklamm

Die Wetzsteinmacher von Unterammergau

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Wo früher die Wetzsteinmacher schufteten, kann man heute auf einsamen Steigen hinauf zum Rosengarten wandern. Der Weg führt durch die wilde Schleifmühlkamm und vorbei an verlassenen Steinbrüchen. Oben am Rosengarten schuf ein Windbruch eine große Freifläche mit toller Aussicht hinüber zum Klammspitzkamm.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Durch die Schleifmühlklamm
    2. Vordere Zeilbrüche
    3. Zum Rosengarten
    4. Rückweg über die Kuhalm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (10 Fotos)
In der Schleifmühlklamm bei Unterammergau gibt es ein paar nette Wasserfälle.

Der Aufstieg zum Rosengarten verläuft durch ein ehemaliges Bergbaugebiet. Vermutlich begannen die Unterammergauer Bürger bereits im 16. Jahrhundert mit der Produktion von Wetzsteinen. Der Anstoß dazu kam wohl aus Ohlstadt, wo ebenfalls Wetzsteinbrüche betrieben wurden. Im Lauf der Zeit entstanden zwischen Unterammergau und Halblech immer neue Steinbrüche.

Die Arbeit in den Steinbrüchen war hart und gefährlich. Um an die kieseligen Aptychen­schichten mit der schärfenden Eigenschaft zu gelangen, musste jede Menge taubes Gestein abgetragen werden. Alles wurde in Handarbeit erledigt. Mühsam war außerdem der Materialtransport aus den oft abgelegenen Steinbrüchen zu den Schleifmühlen an der Schleifmühllaine. Doch der Aufwand lohnte sich. Die Bevölkerung, welche ansonsten mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft lebte, erlangte durch den Verkauf der Wetzsteine einen bescheidenen Wohlstand.

Der jahrhunderte­lange Abbau hinterließ viele Spuren in der Landschaft. Selbst aus der Ferne sind die riesigen Abraumhalden an den Berghängen auszumachen. Nach dem 2. Weltkrieg brach der Absatz ein und die Steinbrüche wurden stillgelegt.
Lebendig geblieben ist bis heute die Erinnerung an diesen lokal bedeutsamen Industriezweig. Unter dem Motto Das Erbe der Wetzsteinmacher plant die Gemeinde Unterammergau zusammen mit mehreren Partnern derzeit einen Themenweg von Ohlstadt nach Hohenschwangau.

Tourcharakter und Schwierigkeit

680 m11 km3:40 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die Steige zu den Wetzsteinbrüchen sind heute vielfach verfallen. Derjenige über die Vorderen Zeilbrüche gehört noch zu den besseren. Doch auch er lässt sich im Halbdunkel des Waldes manchmal schlecht erkennen. Am Rosengarten gibt es später gar keine Pfadspur mehr. Ein guter Orientierungssinn muss also vorhanden sein.
Unproblematischer ist dagegen das Gelände. Beim Betreten der Steinbrüche ist allerdings erhöhte Vorsicht geboten.

Wegbeschreibung

Durch die Schleifmühlklamm

Am Bahnhof von Unterammergau geht es zunächst über die Deutsche Alpenstraße und die Ammer. Die Pürschlingstraße leitet dann direkt hinauf zum Parkplatz Pürschling1 an der Schleifmühllaine.
Neben dem Parkplatz befindet sich die Kapelle der Wetzsteinmacher. Gleich danach weist rechts ein Schild in die Schleifmühlklamm. Auf einigen Tafeln wird über die Wetzstein­herstellung berichtet. An der Schneiderla's Schleifmühle gibt es außerdem einmal im Monat eine Vorführung. Wer eine originale Schleifmühle sehen möchte, besucht aber besser das Freilichtmuseum Glentleiten. Hinter der Schneiderla's Schleifmühle taucht man in die kleine Schleifmühlklamm2 ein, durch die ein gut gesicherter Steig angelegt wurde. Es gibt ein paar nette Wasserfälle und Gumpen zu sehen.

Vordere Zeilbrüche

Am oberen Ende der Schleifmühlklamm trifft man wieder auf die Kiesstraße Richtung Pürschling. Rechts stehen ein paar Hütten, zu denen es eine Brücke gibt. Bei den Hütten startet der Steig zu den Zeilbrüchen. Er quert bis zum Fallgraben durch den Hang und steigt dann auf der anderen Grabenseite im Zickzack höher.
An einer Verzweigung den linken Ast nehmen. Rechts ginge es zu den Hinteren Zeilbrüchen, die durchaus einen Abstecher Wert wären. Zum Rosengarten kommt man jedoch nur über die Vorderen Zeilbrüche.
Schnell sind die ersten Wetzsteinbrüche erreicht. Teilweise sind noch die Reste der so genannten Kaltern zu sehen, in denen das Rohmaterial gelagert wurde. Die Steine mussten bis zur Verarbeitung feucht gehalten und vor Frost geschützt werden.
Insgesamt ist alles ziemlich verwachsen und schwer zu überblicken. Oberhalb der etwa ein Dutzend Abbaustellen steht eine versteckte Jagdhütte.

Zum Rosengarten

Nach der Jagdhütte zieht sich der Steig als dünne Linie durch eine große Abraumhalde. Anschließend wird er zusehends undeutlicher. Der westlichen Richtung treu bleibend, geht es in den unbewaldeten Sattel am Schartenköpfel. Wer mag, könnte beim Schartenköpfel3 vorbeischauen. Das wären nur ein paar Minuten extra.
Doch das eigentliche Ziel ist der Rosengarten im Süden. Der kleine Pfad lässt sich ohne Schwierigkeit finden. Mit der Zeit wird der Wald lockerer und gibt schließlich die Gipfellichtung am Rosengarten4 frei.
Im Frühjahr blühen dort unzählige Alpenblumen. Auch einige silbergraue Baumskelette liegen herum, was einfach zauberhaft aussieht.

Rückweg über die Kuhalm

Vom Rosengarten ist es nicht weit zum westlich gelegenen Bremeneck. Mehr als ein paar Trittspuren gibt es dabei nicht.
Am Bremeneck5 schwenken wir nach Süden zur Kuhalm, wobei wir bald auf einen Weg stoßen, der uns direkt zur Alm bringt. Ab der Kuhalm gibt es zwei Möglichkeiten. Ob man lieber die Kiesstraße oder links den etwas holprigeren Forstweg wählt, ist Geschmacksache. Weiter unten trifft man beim Speicherteich auf den Pürschlingweg, der zurück zum Ausgangspunkt führt.