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Risserkogel (1826 m) von Wildbad Kreuth

Wandern auf der sonnigen Südseite

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Der Bergtour von Wildbad Kreuth durch die Lange Au hinauf zum Risserkogel steckt voller landschaftlicher Schönheit. Besonders abwechslungsreich ist sie, wenn man den Steig über die Rißalm nimmt. Dieser wurde zwar vom DAV gesperrt, doch das stellt keinen hinreichenden Grund dar, um darauf zu verzichten. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Ableitenalm
    2. Gesperrter Steig zur Rißalm
    3. Risserkogel
    4. Abstieg auf dem regulären Weg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (10 Fotos)
Der Aufstieg von der Rißalm zum Risserkogel erfolgt entlang der Felskante links im Bild.

Der Risserkogel zählt auf jeden Fall zu den beliebtesten Tegernseer Bergen. Als zweithöchster Gipfel nach dem Halserspitz begeistert er mit einem prachtvollen Panorama. Außerdem führen aus allen Himmelsrichtungen reizvolle Wege hinauf. Da probiert man gerne immer wieder mal einen anderen aus.

Sehr idyllisch ist der Steig über die aufgelassene Rißalm. Er wurde allerdings vom DAV Tegernsee offiziell wegen Lebensgefahr gesperrt. Das leuchtet zunächst nicht ganz ein, befindet sich der Steig doch in einem einwandfreien Zustand.
Auf Nachfrage erklärte der DAV Tegernsee, dass es tatsächlich mehrmals zu Bergwacht­einsätzen gekommen sei. Wanderer hätten sich beim Abstieg im Bereich der Rißalm verlaufen und die Abzweigung zur Ableitenalm verpasst. Dadurch seien sie in den gefährlichen Gräben unterhalb der Rißalm gelandet. Das Orientierungs­problem ist nachvollziehbar.
Im Aufstieg ist ein Verhauer dagegen unwahrscheinlich, so dass der Steig bei dieser Tourrichtung guten Gewissens empfohlen werden kann. Die Sperrung scheint ohnehin keine große Wirkung zu entfalten und wird von den meisten einfach ignoriert. Da es sich nicht um eine amtliche Sperrung handelt, muss man mit keinerlei Konsequenzen rechnen.

Noch eine kleine Anmerkung zur Geologie: Die hellen Felsen an Risserkogel und Blankenstein könnte man leicht für Wettersteinkalk aus der Trias halten. Beide Berge sind jedoch aus Oberrhätkalk aufgebaut. Dieser entstand im Übergang von der Trias zum Jura. Oberrhätkalk ist ein sehr fester Riffkalk und eignet sich gut zum Klettern.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1040 m14 km5:10 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Für trittsichere Wanderer sind die Steige am Risserkogel kein Problem. Ausgesetzte Stellen gibt es kaum.
An heißen Tagen kann der südseitige Aufstieg ziemlich schlauchen, besonders das letzte Stück von der Rißalm zum Gipfel.
Bei Tauwetter oder nach starken Regenfällen weicht der mergelige Boden auf den Almweiden schnell auf. Dann macht die Tour keinen Spaß.

Wegbeschreibung

Zur Ableitenalm

Wir starten am großen Wanderparkplatz bei Wildbad Kreuth und schlagen den Weg hinter in die Lange Au ein. Schon nach kurzer Zeit wird die Schwaigeralm1 passiert. Sie ist seit den 60er Jahren keine echte Alm mehr, sondern eine reine Ausflugswirtschaft. Man kann nun entweder auf dem Fahrweg bleiben oder schöner rechts auf dem Fußweg wandern. Nach einem guten Kilometer zweigt der Steig für Risserkogel und Wallberg links ab. Er legt sogleich ordentlich los und schlängelt sich neben dem Hirschlahnergraben in Serpentinen zur Scheuereralm empor, die man durch eine Art kleines Felsentor betritt. Von der Scheuereralm geht es weiter zur Ableitenalm, wobei die Aussicht immer besser wird. Die Ableitenalm2 liegt auf einer großen Lichtung, mit herrlichem Blick nach Süden zu den Blaubergen.

Gesperrter Steig zur Rißalm

Ein überdeutliches Schild weist östlich der Ableitenalm auf die gesperrte Verbindung zur Rißalm hin. Der zunächst breite Weg verjüngt sich recht bald. Einige Stellen sind eventuell von den Kühen zertreten und dadurch morastig. Bis zur Rißalm verläuft der alte Triebsteig hangparallel durch einen lichten Wald. Die Abgeschiedenheit ist beeindruckend. Von der Rißalm3 existiert noch eine große Weidefläche. Sie wird bis dato bestoßen, wächst von oben her aber trotzdem langsam mit Latschen zu. Gebäude stehen keine mehr. Nur eine üppige Lägerflur zeigt deren einstige Lage an.

Risserkogel

Bei der Rißalm verliert sich die Spur vorübergehend. Wir orientieren uns an der Geländekante, die zur Bernaueralm hin abfällt. An dieser wird der Steig wieder deutlicher. Er peilt zielstrebig den Gipfel an. Dabei taucht er schnell in die Latschen ein und wird fast ein wenig gach. Zur Rechten bricht eine beachtliche Felsflanke ab. Dieser verdankt der Berg auch seinen Namen. Denn dadurch sieht er so aus, als wäre ein Stück herausgerissen worden. Ansonsten gibt es wegen der Latschen wenig zu sehen und man steht schließlich recht unvermittelt auf dem geräumigen Gipfel des Risserkogels4.

Abstieg auf dem regulären Weg

Vom Risserkogel zieht sich ein teils etwas holpriger Steig westwärts zum Grubereck. Der Steig folgt dabei direkt dem Grat, so dass man noch länger von der tollen Aussicht profitieren kann. Weniger interessant sind die etwas angestaubten Tafeln des Alpenlehrpfads, der vom Wallberg herüberkommt. Kurz vorm Grubereck5 zweigt links der Steig zur Ableitenalm ab, die wir ja bereits kennen.
Wer nicht nach Wildbad Kreuth zurück muss, könnte die Tour über den Kamm bis zum Wallberg verlängern.