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Vom Reitstein zum Platteneck (1592 m)

Einsame Gipfel westlich der Blauberge

(9)

Reitstein und Platteneck liegen in einer Art Niemandsland. Die meisten Almen ringsum wurden aufgelassen. Markierte Wanderwege sind weit und breit nicht vorhanden. So verschlägt es nur wenige Menschen dorthin. Allenfalls auf das weitläufige Platteneck flüchten sich gelegentlich ein paar Menschen, um dem Rummel am Schildenstein zu entkommen. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Bodigbergalm
    2. Auf den Reitstein
    3. Weiterweg zum Platteneck
    4. Abstieg zur Königsalm
    5. Über das Graseck nach Wildbad Kreuth
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (9 Fotos)
Östlich des Reitsteins liegt das Platteneck. Ganz rechts im Bild ist der Guffert zu sehen.

Die Tegernseer Berge sind eigentlich für ihr dichtes Wander­wegenetz bekannt. Doch es gibt sogar hier weniger erschlossene Gebiete, in denen sich interessante Touren abseits markierter Wege unternehmen lassen.

Natürlich gestaltet sich die Orientierung dann ein wenig aufwändiger. So jedenfalls bei dieser Runde über Reitstein und Platteneck. Teilweise sind die Steige verwachsen und schlecht erkennbar. Ein Abschnitt ist sogar völlig weglos. Es handelt sich also um ein echtes Pfadfinder- und Wildnis­erlebnis! Am besten warten, bis der Schnee weitgehend verschwunden ist, weil die Pfade sowieso schon schwer genug zu finden sind.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, es gibt in dieser Gegend noch viel mehr zu entdecken. Joachim Burkhardt beschäftigte sich für sein Buch Vergessene Pfade in den Bayerischen Hausbergen ausgiebig mit der Gegend westlich der Blauberge. Manch einen vergessenen Almweg und Triftsteig holte er so wieder aus der Versenkung hervor.

Historisches: Im Jahr 1817 erwarb König Maximilian I. umfangreiche Besitzungen bei Wildbad Kreuth. Bis heute gehört beispielsweise Siebenhütten den Wittelsbachern. Die Namen Königshütte und Königsalm erinnern noch an die Zeit, als Maximilian I. in den Blaubergen auf die Jagd ging.

Tourcharakter und Schwierigkeit

980 m1040 m16 km5:40 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zur Bodigbergalm

Der Bus hält in Bayerwald ein Stück westlich der Trifthütte. An dieser startet der Weg zur Bodigbergalm. Am besten läuft man nicht entlang der Straße zur Trifthütte, sondern direkt am Weißachufer, wo es kleine Trampelpfade gibt. Bei der Weißachbrücke nahe der Trifthütte1 schlägt man dann den Wirtschaftsweg zur Bodigbergalm ein. Dieser kreuzt noch einen ausgeschilderten Talwanderweg und hält sich vorerst Richtung Süden. Die großartige Landschaft mit Bächen, Wasserfällen und Schluchten lenkt gut von der monotonen Trasse ab.Besonders beeindruckt der wilde Totengraben, durch den ein alter Triftsteig führt. Aber das ist eine andere Tour.Wenn man an der idyllisch gelegenen Diensthütte mit Stauweiher vorbeikommt, ist die Bodigbergalm2 nicht mehr weit.

Auf den Reitstein

An der Bodigbergalm3 endet die Ausbaustrecke. Eine zunächst deutliche Spur steuert das Stacheleck an und gabelt sich bald an einem Bach auf. Ich versuchte es mit dem rechten, also westlichen Ast. Zwei Wanderer hinter mir entschieden sich für den linken. Sie kamen ebenfalls oben an. Selbst wenn der Pfad zwischenzeitlich schlecht zu erkennen ist, verliert er sich doch niemals völlig. Leicht ansteigend umrundet er das Stacheleck in einem teils steilen Hang bis zu einem alten Jägerstand. Von dort in engen Serpentinen auf die Anhöhe zwischen Stacheleck und Reitstein.
Anschließend über einen buckligen, licht bewaldeten Rücken nach Süden. Dabei passiert man einen historischen Grenzstein – nicht den letzten für heute. Auf dem Reitsteingipfel4 steht ein schlichtes Kreuz. Wenige Meter südöstlich des Gipfels liegen die verwitterten Holzreste einer zusammen­gefallenen Jagdhütte herum. Der Blick zum Guffert ist prachtvoll.

Weiterweg zum Platteneck

Der in regelmäßigen Abständen mit Grenzsteinen markierte Streifen zwischen Bayern und Tirol ist fast baumfrei. Also läuft man durch diese Schneise einfach von Grenzstein zu Grenzstein. Zuerst etwas abwärts – dann gemütlich ansteigend zur Hochfläche des Plattenecks. Einen ausgeprägten Gipfel sucht man dort vergeblich. Die Plattenalm5 duckt sich auf der bayerischen Seite in eine Mulde, während die Grenze in Luftlinie den Blaubergkamm anvisiert.

Abstieg zur Königsalm

Ab der Plattenalm geht es einer dünnen Spur folgend grob Richtung Nordosten. Es ist nicht gleich klar, welches der Steig zur Königsalm ist. Vor allem muss man achtgeben, nicht hinüber zum Schildenstein zu geraten. Der Steig verläuft anfangs hangparallel durch eine Latschengasse und zieht sich danach einen Rücken hinab. Unten über eine Weide und rechts zum herrschaftlichen Gebäude der Königsalm6, welches sich hinter einer Kuppe verbirgt.Wer wieder zum Ausgangspunkt zurück muss oder zur Bushaltestelle Klamm möchte, kann nun nach Klamm absteigen.

Über das Graseck nach Wildbad Kreuth

Schöner als die Kiesstraße nach Klamm ist es, von der Königsalm zum Aussichtsplatz am Graseck7 hinaufzuwandern.
Vom Graseck gibt es einen Schleichweg nach Siebenhütten. Die Schilder oben verraten den versteckten Pfad nicht, der genau hinter der Brotzeitbank beginnt. Er überquert den Gerlosbach oberhalb eines Wasserfalls und mündet später im Gerlosgraben in einen Forstweg. Man erreicht auf diesem romantischen, kaum genutzten Abkürzer den beliebten Wanderweg von Siebenhütten nach Wildbad Kreuth.
Wer noch in Siebenhütten8 einkehren will, wendet sich rechts. Andernfalls gleich talauswärts und an der großen Kreuzung bei der Forellenzucht entweder rechts zur Bushaltestelle Wildbad Kreuth oder geradeaus zur Bushaltestelle Siebenhütten.