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Kampenwand und Umgebung

Wanderungen am berühmtesten Berg des Chiemgaus

Es gibt viele schöne Wege, um auf die Kampenwand zu wandern, mehr als man vielleicht vermuten würde. Und nicht alle sind überlaufen, ganz im Gegenteil, einige werden sogar recht wenig begangen. Erst am Schluss treffen natürlich alle zusammen. Man hat also eine reiche Auswahl und findet zudem im Umkreis der Kampenwand weitere lohnende Gipfel.
Stand:

Kurzbeschreibung und Wandertipps zum Kampenwandgebiet

Die Kampenwand von der nördlich vorgelagerten Gedererwand aus betrachtet.

Lage in den Chiemgauer Alpen

Das Kampenwandgebiet liegt inmitten der Chiemgauer Alpen zwischen dem Priental und dem Achental. Es ist umgeben von bekannten Urlaubsorten, wie Aschau, Bernau, Rottau, Grassau, Marquartstein und Schleching. Nach Süden ist die Gebirgsgruppe über den Dalsensattel mit dem Geigelstein verbunden.
Zwei Seilbahnen erschließen das Gebiet, im Westen die Kampenwandbahn von Hohenaschau aus und im Osten bei Marquartstein die Hochplattenbahn. Es gibt zahlreiche bewirtete Almen, ein dichtes Netz aus beschilderten Wanderwegen und auch den ein oder anderen einsamen Steig.

Wanderungen und Aufstiegsrouten zur Kampenwand

Das wichtigste Wanderziel im Kampenwandgebiet ist selbstverständlich die Kampenwand selbst und an dieser wiederum der leicht zugängliche Ostgipfel. Auf diesem steht das weithin sichtbare 12 Meter hohe Gipfelkreuz aus Metall, das größte in den Bayerischen Alpen.

Der Aufstieg über den Normalweg zum Ostgipfel führt mit leichten Kletterstellen von der Steinlingalm durch die Felsfluchten der Kaisersäle. Daneben kann man auch den gesicherten Kampenwandsteig (siehe Topo) von Süden nehmen. Zu diesen beiden Einstiegen gelangt man über verschiedene Wege.

  • Schon seit über hundert Jahren ein Klassiker ist der Reitweg von Hohenaschau zur Steinlingalm. Er punktet vor allem mit seiner reizvollen Streckenführung und der moderaten Steigung.
  • Wer mit dem Zug anreist, wandert am besten direkt von Aschau über die Maisalm und den Roßboden hinauf. Diese Strecke erweist sich im unteren Bereich wegen der Forststraßen zwar als etwas zäh, wird später aber landschaftlich umso schöner. Autofahrer nutzen meistens den günstigeren Ausgangspunkt am Parkplatz Aigen1 bei Hintergschwendt. Das erspart den Hatscher durch den Lochgraben zur Maisalm. Ab da sind die Routen identisch.
  • Der mit Abstand reizvollste Aufstieg verläuft über den Dalsensattel und die Hofalm. Man startet dazu bei Hainbach im mittleren Teil des Prientals oder alternativ in der Mühlau bei Schleching im Achental.
  • Besonders aussichtsreich präsentiert sich die Wanderung von der Hochplattenbahn über die Piesenhausener Hochalm2, eine sonnige Strecke, die nur relative wenige nehmen. Achtung nicht nach Regentagen, weil der Steig durch die Almweiden schnell aufweicht.
  • Zuletzt noch eine ungewöhnliche, teils weglose Route. Sie ist schwer zu finden, dafür aber extrem einsam und führt aus dem Rottauer Tal über die Gedereralm zur Steinglingalm. Sie lohnt sich vor allem wegen der Idylle rings um die Gedereralm.

Weitere Gipfelziele

Wer die Kampenwand bereits kennt, möchte vielleicht noch auf den ein oder anderen schönen Gipfel in ihrer Umgebung wandern.
Direkt im Norden befindet sich der Sulten3. Der gemütliche Grasbuckel bietet die beste Perspektive auf die Kampenwand und bildet das ideale Ausweichziel, wenn man feststellt, dass einem die Kraxelstellen doch zu anspruchsvoll sind.
Die kleinen Geschwister der Kampenwand sind die Sonnenwendwand und die Gedererwand. Obwohl deutlich niedriger, hat man auch von diesen beiden einen tollen Panoramablick. Vor allem die Sonnenwendwand ist bis dato ein Geheimtipp geblieben.
Nördlich vorgelagert gibt es noch ein paar bewaldete Hügel, unter denen der Reifenberg als Aussichtspunkt hervorsticht. Man erreicht ihn von Bernau oder Rottau aus in einer sehr gemütlichen Wanderung mit mehreren Einkehrmöglichkeiten.

Exkurs zur Geologie

Das markanteste Merkmal des Kampenwandgebiets sind die hellen Felswände aus Wettersteinkalk. Sie bauen die Grate und Gipfel auf, also die Kampenwand selbst, außerdem die Gedererwand, die Scheibenwand, die Bauernwand und die Sonnenwendwand. Weit weniger auffällig, jedoch deutlich weiter verbreitet ist der Hauptdolomit. Er entstand in der Trias erst nach dem Wettersteinkalk, liegt auf Grund tektonischer Vorgänge nun aber darunter oder daneben. Hauptdolomit bringt im Umkreis der Kampenwand vor allem kuppige Berge hervor wie den Sulten oder die Hochplatte.
Neben diesen gipfelbildenden Hartgesteinen kommen in den Mulden und Sätteln weichere Gesteine aus Mergel, Sand und Ton vor. Sie stammen aus unterschiedlichen Formationen wie den Raibler Schichten der Trias oder den Allgäuschichten des Juras. Diese Gesteine verwittern zu tiefgründigen, fruchtbaren Böden, die sich hervorragend für die Almwirtschaft eignen.

Häufige Fragen

Wie lange läuft man auf die Kampenwand?

Von Aschau aus benötigt man je nach Kondition bis zu drei Stunden. Von der Bergstation der Kampenwandbahn aus erreicht man die Kampenwand in etwa einer Stunde.

Wann wird das Gipfelkreuz auf der Kampenwand beleuchtet?

Das Gipfelkreuz wird einige Male im Jahr an religiösen Festtagen wie Weihnachten und Ostern sowie zu anderen besonderen Anlässen beleuchtet. Es soll an die Opfer der beiden Weltkriege erinnern und als Zeichen für den Frieden dienen. Die Lampen stammen von alten Armeefahrzeugen. Sie werden seit 2003 mit Solarstrom betrieben, davor gab es ein Stromaggregat. Das Benzin dafür musste mühsam hinaufgetragen werden.

Warum heißt die Kampenwand so?

Der felsige Gipfelgrat der Kampenwand erinnert mit seinen Zacken und Türmen an einen Kamm, im Mittel­hochdeutschen früher Kamp genannt.