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Isarwinkel

Wandern im Herz der Bayerischen Alpen

Der Isarwinkel erstreckt sich entlang der oberen Isar von Bad Tölz über Lenggries bis Wallgau. Die schöne Landschaft ist ideal zum Wandern und Bergsteigen. Viele beliebte Aussichtsgipfel liegen dort, freundliche Almen laden zur Einkehr ein und mittendurch fließt mit der Isar der letzte Wildfluss der Bayerischen Alpen.
Stand:

Ruhige Wanderungen auf stillen Wegen

Leichte Wanderungen

Kurzbeschreibung zum Gebiet

Geschichtsträchtige Region

Blick vom Grasleitenkopf über den Isarwinkel.

Über kaum eine andere Region der Bayerischen Alpen existieren so viele Anekdoten und Geschichten wie über den Isarwinkel.
Wilde Bärenjagden fanden dort statt. Der letzte wurde 1807 erlegt. Jäger und Wilderer lieferten sich tödliche Schießereien, wie die so genannte Seeschlacht auf der Isar im Jahr 1868.
Der Schriftsteller Ludwig Thoma (1867 - 1921) verbrachte in der Einöde von Vorderriß seine Kindheit. Dort begegnete ihm bisweilen König Ludwig II., der sich gerne in die Einsamkeit seiner abgelegenen Häuser und Berghütten flüchtete. Auf dem Altlacher Hochkopf über dem Walchensee steht die schlichte Hochkopfhütte (DAV Selbstversorger)1, die der menschenscheue König sehr schätzte. Des Weiteren liegt an den malerischen beiden Soiernseen im Karwendel das ehemals königliche Soiernhaus (DAV)2. Es dient den Bergsteigern im Sommer als Einkehr und Unterkunft. Beide Hütten sind empfehlenswerte Wanderziele im Isarwinkel.

Bekannte Gipfel

Wegen ihrer leichten Erreichbarkeit und den überwiegend einfachen Wegen stehen die Berge des Isarwinkels bei den Wanderern hoch im Kurs. Das absolute Top-Ziel ist natürlich die Benediktenwand. Sie gehört ganz oben auf die Liste. Wem die Tour zu lang oder anspruchsvoll erscheint, kann auf den Latschenkopf ausweichen. Ebenfalls gerne besucht wird das Seekarkreuz auf der anderen Talseite. Es eignet sich im Winter sehr gut als Schneeschuhtour für Einsteiger.

Ruhige Berge und Wege

Obwohl die Isarwinkler Berge wie gesagt ziemlich überlaufen sind, findet man auch weniger bekannte Ziele wie beispielsweise die Probstenwand, den Reitstein oder die drei Kampen.
Selbst auf besonders beliebte Gipfel gibt es zum Teil stillere Wege, wie den Aufstieg von Bichl zum Zwieselberg. Meistens sind das natürlich die längeren.
Ein ruhiges, vor allem von Einheimische aufgesuchtes Ziel ist die Hochalm3. Von der Hütte steht schon lange nichts mehr, doch die Almlichte blieb erhalten und erlaubt einen wunderbaren Rundumblick über den Isarwinkel. Man kann die Wanderung bei Hohenwiesen im Isartal, an der Walchenklamm beim Sylvenstein­speicher oder am Achenpass starten.

Talwanderungen

Neben all den spannenden Gipfeltouren gibt es auch unten im Isartal lohnende Wanderungen. Besonders die Wildfluss­landschaft an der Oberen Isar zwischen Vorderriß und Wallgau sollte man gesehen haben.

Oder wie wäre es mit einer Runde durch die einzigartige Lenggrieser Haglandschaft? Die schmalen Flurstücke werden dort seit alters von Gehölz­streifen, den so genannten Hagen, getrennt, was ein reizvolles Landschafts­bild ergibt. Bei dieser Gelegenheit kann man gleich noch an der Ruine Hohenburg4 vorbeischauen, die vom Förderverein mustergültig saniert und auf Schautafeln dokumentiert wurde.

Wer an heißen Sommertagen nicht weit laufen will und vor allem Abkühlung sucht, findet an den Gebirgsbächen schöne Gumpen und Wasserfälle. So etwa in der Jachenau den Glasbachwasserfall an der Lainlalm.

Alpenidylle in der Jachenau

Südlich von Lenggries zweigt nach Westen die Jachenau vom Isartal ab. Ursprünglich gehörte die Jachenau zum Kloster Benediktbeuern. Heute wird sie aber zum Isarwinkel gezählt. Das von der Jachen durchflossene ruhige Seitental gilt als eines der waldreichsten Gebiete Deutschlands und bildet mit seinen schmucken alten Bauernhöfen eine bilderbuch­artige Urlaubsidylle.
Aus der Jachenau kann man zahlreiche Bergwanderungen unternehmen. Ein Klassiker ist die Benediktenwand über die Glaswandscharte. Ebenfalls lohnend ist die Rundtour über den Hirschhörnlkopf und den Jochberg. Auf der Südseite des Tals liegt außerdem der Staffel, einer der einsameren Gipfel.

Alte Grenzsteine entdecken

Zuletzt noch ein Tipp für heimatkundlich interessierte Wanderer. In jahrelanger, mühseliger Recherche­arbeit konnte der Lokalforscher Jost Gudelius eine Vielzahl wertvoller historischer Grenz­markierungen zwischen Bad Tölz und dem Kloster Benediktbeuern ausfindig machen. Die meisten waren längst vergessen oder drohten sogar für immer verloren zu gehen. Sein Büchlein Doppelter Abtstab und Hebscheidt regt zum Nachwandern an und führt zu den unbekannteren Ecken im Isarwinkel und der Jachenau.