Isarwinkel

Wandern im Herzen der Bayerischen Alpen

Der Isarwinkel erstreckt sich entlang der oberen Isar von Bad Tölz über Lenggries bis Wallgau. Die schöne Landschaft ist ideal zum Wandern und Bergsteigen. Viele beliebte Aussichtsgipfel liegen dort, urige Almen laden zur Einkehr ein und mittendurch fließt mit der Isar der letzte Wildfluss der Bayerischen Alpen.

Insidertipps zum Wandern im Isarwinkel

Blick vom Grasleitenkopf über den Isarwinkel.

Über kaum eine andere Region der Bayerischen Alpen existieren so viele Anekdoten und Geschichten wie über den Isarwinkel. Wilde Bärenjagden fanden dort statt. Der letzte wurde 1807 erlegt. Jäger und Wilderer lieferten sich tödliche Schießereien, wie die so genannte Seeschlacht auf der Isar im Jahr 1868. Der Schriftsteller Ludwig Thoma verbrachte in Vorderriß seine Kindheit und König Ludwig II. flüchtete sich regelmäßig in die Einsamkeit seiner Berghütten. Auf dem Altlacher Hochkopf über dem Walchensee steht die schlichte Hochkopfhütte (DAV Selbstversorger)1, die der menschenscheue König sehr schätzte. Eine weitere liegt an den malerischen Soiernseen im Karwendel. Das Soiernhaus (DAV)2 wird im Sommer bewirtschaftet. Beide Hütten sind empfehlenswerte Wanderziele im Isarwinkel.

Die Beliebtheit der Isarwinkler Berge hat leider auch ihre Schatten­seiten. An schönen Wochenenden und Ferientagen fallen die Münchner nicht selten in Scharen ein. Bei den Wanderern hoch im Kurs stehen die Benediktenwand und das Seekarkreuz. Man sollte also auch die weniger bekannte Gipfel wie beispielsweise die Probstenwand, den Staffel oder die Kampen in Betracht ziehen.
Ein ruhiges, vor allem von Einheimischen aufgesuchtes Ziel ist die Hochalm3. Von der Hütte steht schon lange nichts mehr, doch die Almlichte blieb erhalten und erlaubt einen wunderbaren Rundumblick über den Isarwinkel. Man kann die Wanderung bei Hohenwiesen im Isartal, an der Walchenklamm beim Sylvenstein­speicher oder am Achenpass starten.

Neben all den spannenden Gipfeltouren gibt es auch unten im Isartal lohnende Wanderungen. Besonders die Wildfluss­landschaft an der Oberen Isar zwischen Vorderriß und Wallgau sollte man gesehen haben.
Oder wie wäre es mit einer Runde durch die wertvolle Lenggrieser Haglandschaft. Die schmalen Flurstück werden dort seit Alters her von Gehölz­streifen, den so genannten Hagen, getrennt, was ein reizvolles Landschafts­bild ergibt. Bei dieser Gelegenheit kann man gleich noch auf der Ruine Hohenburg4 vorbeischauen, die vom Förderverein mustergültig saniert und auf Schautafeln dokumentiert wurde.
Wer an heißen Sommertagen nicht weit laufen will und vor allem Abkühlung sucht, findet an den Gebirgsbächen schöne Gumpen und Wasserfälle. So etwa am Staffelgraben5, nahe der Stelle wo die Isar in den Sylvenstein­speicher mündet.

Zuletzt noch ein Tipp für heimatkundlich interessierte Wanderer. In jahrelanger, mühseliger Recherche­arbeit konnte der Lokalforscher Jost Gudelius eine Vielzahl historischer Grenzmarkierungen zwischen Bad Tölz und dem Kloster Benediktbeuern ausfindig machen. Sein Büchlein Doppelter Abtstab und Hebscheidt regt zum nachwandern an und führt zu den unbekannteren Ecken im Isarwinkel.