1. Chiemgauer Alpen
  2. Alpenvorland

Chiemgau

Wandern rings um das bayerische Meer

Der Chiemgau ist eine liebenswürdige, sehr vielfältige Kulturlandschaft und wie geschaffen zum Wandern. Mit seinen schönen Aussicht­bergen, den gastfreundlichen Almen, seinen zahlreichen Seen und Mooren, den romantischen Schluchten, Wildbächen und Wasserfälle bietet er nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Egal ob man gemütlich am Ufer des Chiemsees spazieren möchte oder die felsigen Gipfel bezwingen will, im Chiemgau ist für jeden etwas dabei.
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Kurzbeschreibung und Wandertipps zum Chiemgau

Der Chiemsee ist so groß, dass man kaum das andere Ufer sieht.

Lage und Ausdehnung

Mit dem Chiemsee im Zentrum umgeben von malerischen Dörfern und den Alpen im Süden präsentiert sich der Chiemgau als Urlaubsregion wie aus dem Bilderbuch. Sein Gebiet reicht grob gesagt vom Inn im Westen bis zur Traun im Osten, wo er an den Rupertiwinkel mit dem Waginger See grenzt. Im Süden beinhaltet der Chiemgau den schmalen Alpenstreifen bis zur Landesgrenze. Damit gliedert er sich in zwei Hauptteile, das von Seen und Mooren dominierte Alpenvorland sowie die Chiemgauer Alpen, eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen.

Kulturwanderungen

Den Charme des Chiemgaus macht seine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft aus mit den stolzen Bauernhäusern, den Barockkirchen, den prächtigen Schlössern und Burgen, aber auch den hochgelegenen Almen mit ihren kleinen Hütten und schlichten Bergkapellen. Eine gute Möglichkeit, Natur, Kultur und Geschichte des Chiemgaus zu erleben, ist der Grenzenlos Wanderweg. Er besteht aus mehreren, relativ entspannten Etappen, die überwiegend durch das Flachland und die Täler verlaufen.
Sowohl kulturell als auch landschaftlich lohnend sind außerdem die Wanderung zur romanischen Kirche am Westerbuchberg bei Übersee, der Prientalweg über Schloss Hohenaschau zur Schoßrinn sowie die Strecke entlang der Traun zur geretteten Wallfahrtskirche Maria Eck.

Stille Seen in den Eiszerfallslandschaften

Das Chiemgauer Alpenvorland wurde stark durch die Eiszeiten geprägt. Nirgendwo sonst ist das auffälliger als in den Eiszerfalls­landschaften. Mit ihrer kleinteiligen Struktur aus buchtenreichen Seen, Mooren, Hügeln und Toteislöchern sind sie besonders reizvoll zum Wandern und gleichzeitig wertvolle Naturschutzgebiete mit seltenen Arten.
Zwei der bedeutendsten bayerischen Eiszerfalls­landschaften liegen im Chiemgau, die Seeoner Seen im Norden und die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte im Nordwesten des Chiemsees.

Einzigartige Moorerlebnisse

Ebenfalls ein Ergebnis der eiszeitlichen Vergletscherung sind die viele Quadratkilometer umfassenden Hochmoore um den Chiemsee, die durch Verlandung des einst etwa dreimal so großen Chiemsees entstanden. Leider wurden sie durch exzessiven Torfabbau stark beeinträchtigt, so dass kaum noch unberührte Flächen existieren. Durch Renaturierungs­maßnahmen konnte immerhin einiges gerettet werden. Sehr schön lässt sich das auf der Rundwanderung durch die Kendlmühlfilzen erleben.

Aussichtsgipfel

Bei Weitem nicht der höchste, jedoch der mit Abstand markanteste Berg des Chiemgaus ist die Kampenwand. Gleich mehrere nette Wege führen hinauf, so dass man den Felskamm eigentlich öfters besteigen muss.
Im Süden der Kampenwand erhebt sich der berühmte Chiemgauer Blumenberg. Doch auch wer sich weniger für Botanik interessiert, sollte einmal auf den Geigelstein wandern, ermöglicht er doch eine einzigartige Perspektive auf das Kaisergebirge.
Weitere lohnende Aussichtgipfel sind der Heuberg im Inntal, der Laubenstein im Priental und der Rauschberg bei Ruhpolding. Alle drei Wanderungen sind allerdings relativ anstrengend. Wer lieber eine gemütliche Tour machen möchte, die trotzdem ein schönes Panorama bietet, könnte den Reifenberg bei Bernau besteigen.