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Wandern am Brauneck

Die schönsten Wege am Lenggrieser Hausberg

Durch seine zentrale Lage bei Lenggries im Isarwinkel bildet das Brauneck ein schnell erreichbares, sehr beliebtes Ziel zum Wandern. Vor allem Genuss­wanderer kommen dort voll auf ihre Kosten, aber natürlich findet man auch anspruchsvolle Touren, Kamm­überschreitungen und die ein oder andere einsame Route. Die beste Jahreszeit ist vom Früh­sommer bis in den Herbst.
Stand:

Kurzbeschreibung zum Gebiet

Lage im Isarwinkel

Das Brauneckgebiet von Südosten betrachtet mit den Achselköpfen, dem Latschenkopf und dem Stangeneck. Das Brauneck befindet sich ganz rechts.

Das Brauneck ist ein 1555 Meter hoher Berg bei Lenggries im Isarwinkel. Nach der Gliederung der Bayerischen Alpen zählt das Gebiet zu den Kocheler Bergen, einer Untergruppe der Bayerischen Voralpen. Hinter dem niederen Zwieselberg steht das Brauneck gleich in der zweiten Reihe und bietet damit eine schöne Perspektive sowohl auf das Alpenvorland als auch auf die Isarwinkler Berge, die von der Silhouette des Karwendels dominiert werden.Wegen der starken touristischen Erschließung sollte man nicht erwarten, am Brauneck Bergeinsamkeit zu finden.Knapp unter dem Gipfel endet die Brauneckbahn. Es gibt ein weitläufiges Netz aus gut beschilderten Wanderwegen und fast auf jeder Alm wird man bewirtet. Ob Wandern, Klettern, Gleitschirm­fliegen, Mountainbiken, Geocaching, Rodeln oder Skifahren, die Möglichkeiten sind wirklich sehr vielfältig und dementsprechend geht es oft zu.

Wege auf das Brauneck

Vom Tal aus gibt es mehrere ausgewiesene Wanderwege zum Brauneck. Bitte beachten, dass diese wegen des Skigebiets sinnvollerweise nur außerhalb der Wintersaison zu begehen sind.

Der kürzeste Aufstieg beginnt an der Talstation der Seilbahn1 und verläuft auf der Kiesstraße entlang der Skipiste. Etwa zwei Stunden sind dafür zu veranschlagen. Auf halber Strecke liegt der umstrittene Speicherteich.
Ein Stück südlich der Talstation bei Wegscheid führt von der Sommer­rodelbahn am Jaudenhang außerdem eine Forststraße über die Kotalm2 zur Bergstation. Beide Wege sind landschaftlich nicht sonderlich lohnend.
Schöner und ruhiger, aber auch deutlich länger ist der Aufstieg von Norden über den Leitenberg und die Loghamalm. Hierbei kommt man westlich des Braunecks am Schrödelstein heraus.

Höhenwege

Direkt an der Bergstation starten zwei aussichtsreiche, einfache Höhenwege. Als Großer Höhenweg wird die Runde über den Latschenkopf und die Stiealm bezeichnet. Groß muss man allerdings relativ sehen, denn es handelt sich um eine sehr gemütliche Halbtages­wanderung. Noch kürzer ist der Kleine Höhenweg, der den Latschenkopf auslässt und vom Brauneck in einer halben Stunde direkt zur bewirteten Tölzer Hütte3 führt, also eher ein Spaziergang.

Anspruchsvolle Touren

Die Top-Tour der Gegend ist ohne Frage die Kamm­wanderung zur Benediktenwand. Man hat dabei von Anfang bis Ende ein fantastisches Panorama, muss jedoch auch über einschlägige Bergerfahrung verfügen.
Wer die Benediktenwand bereits kennt und sich abseits markierter Wege orientieren kann, dem empfehle ich das Zweierpaar von Hennenkopf und Probstenwand mit Aufstieg durch das malerische Längental.

Hütten und Almen

Im Umkreis des Braunecks existiert außerordentlich viel Gastronomie. Das hat natürlich mit dem Skigebiet und der Seilbahn zu tun. Die meisten Hütten und Almen sind von Betriebsferien einmal abgesehen ganzjährig geöffnet.

Erste Wahl für Übernachtungen ist das Brauneck-Gipfelhaus (DAV). Wie der Name vermuten lässt, steht es nur wenige Meter unterhalb des Gipfels. Betten gibt es darüber hinaus auf der Quengeralm, der Stiealm, der Bayernhütte, der Florianshütte und der Kotalm.

Eine Einkehr ohne Nächtigung bieten die Strasseralm, die Reiseralm und noch ein paar weitere Almen.

Familien oder Gruppen, die einmal ungestört unter sich ein paar romantische Tage in den Lenggrieser Bergen verbringen möchten, können die Freisinger Hütte (DAV Selbstversorger) im Längental buchen oder die Probstalm (DAV Selbstversorger) im Probstenkessel.

Exkurs zur Geologie

Das Brauneckgebiet bildet ein kleinteiliges Mosaik aus verschiedenen Sediment­gesteinen, die überwiegend aus der Trias und dem Jura stammen. Teilweise werden sie von würmzeitlichen Moränen des Isar-Gletschers überlagert. Durch die Wechselfolge von harten Kalksteinen mit verwitterungs­anfälligen Mergeln entstand ein vielfältiges Landschaftsbild. Markante Felsköpfen und helle Kalkwände ragen kontrastreich aus den hügeligen Almweiden heraus.

Der Name des Braunecks kommt übrigens nicht von ungefähr, genauso wenig wie derjenige der Kotalm, des Murbachs oder des Blaikenbergs. Die tiefgründigen Mergelböden sowie das lockere Material der Moränen verwandeln sich bei Nässe nämlich schnell in Morast. Besonders auf der Süd- und Ostseite neigen weite Bereiche zu Rutschungen. Sie färben die Hänge braun und bringen Blaiken hervor.
Für Stabilität sorgen umgekehrt die Kalkfelsen, die Namen wie Kirchstein, Schrödelstein oder Waxenstein tragen. Die geologischen Verhältnisse spiegeln sich erstaunlich genau in den Flurnamen wider.

Filmtipp: Der kurze Dokumentarfilm Fossilien in den Alpen: Forscher auf Zeitreise aus der BR-Reihe Gut zu wissen begleitet zwei Paläontologen vom Brauneck zum Latschenkopf. Sie entdecken direkt am Wegrand Fossilien, an denen täglich Hunderte Wanderer, ohne etwas zu ahnen, vorbeilaufen. Die Forscher stoßen unter anderem auf Korallen, Muscheln, Ammoniten und eine bis dato unbekannte Schneckenart. Der Beitrag erläutert außerdem sehr anschaulich die Entstehung der Alpen und erklärt die komplexen geologischen Verhältnisse im Brauneckgebiet.