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Wandern in den Blaubergen

Wo die Tegernseer am schönsten sind

Ihr wildromantischer Charakter macht die Blauberge zu einem Paradies für Wanderungen aller Art. Es locken schöne Aussichtsgipfel, spannende Gratwanderungen und urige Almen. Am meisten jedoch faszinieren die zerklüfteten Schluchten mit ihren Wildbächen, Wasserfällen und Gumpen.
Stand:

Kurzbeschreibung und Wandertipps für die Blauberge

Blick vom Risserkogel auf den Blaubergkamm. Der Halserspitz befindet sich ganz links.

Lage in den Tegernseer Bergen

Die Blauberge sind ein bis zu 1862 Meter hoher Gebirgszug in den südlichen Tegernseer Bergen an der Grenze zu Tirol. Mit ihren abwechslungs­reichen Wegen, mehreren Einkehr- und Übernachtungs­möglichkeiten sowie einer guten Busanbindung vom Tegernsee eignen sie sich hervorragend zum Wandern.Bergfahrten besitzen in den Blaubergen eine lange Tradition.Schon vor 200 Jahren suchten die Kurgäste von Wildbad Kreuth dieselben Orte auf wie wir heute, darunter die Große Wolfsschlucht oder die Einkehr auf der Königsalm1. In den alten Wanderführern findet man aber erstaunlicher­weise auch Partien, die heute kaum mehr einer kennt, wie etwa den Weg über den Hohlenstein zur Hohlensteinalm2.

Wege auf den Halserspitz

Als höchster Gipfel der Blauberge erfreut sich der Halserspitz großer Beliebtheit. Von Wildbad Kreuth führen drei Hauptwege auf den Halserspitz, wobei alle relativ weit sind.
Welcher der längste Aufstieg ist, hört man gleich am Namen. Er führt nämlich durch die Lange Au3. Wegen der schier endlosen Forststraßen wäre Bike & Hike bei der Langen Au eine sinnvolle Option. Im oberen Teil trifft der Weg aus der Langen Au auf denjenigen über die Wenigberghütte4. Das ist die kürzeste Strecke. Sie wird meistens für den Abstieg gewählt.
Die schönste der drei Route und für trittsichere, ausdauernde Wanderer unbedingt zu empfehlen ist die Kamm­überschreitung vom Predigtstuhl zum Halserspitz. Dabei genießt man ein prachtvolles Panorama nach Süden in die Brandenberger Alpen mit dem herausragenden Guffert.

Wege auf den Schildenstein

Der Schildenstein bildet neben dem Halserspitz den meist­besuchten Gipfel der Blauberge. Man erreicht ihn über die Geißalm oder durch die oben erwähnte Große Wolfsschlucht. Am besten kombiniert man die beiden Wege zu einer Rundtour über den Schildenstein.
Als weitere Alternative bietet sich der Aufstieg von Klamm5 aus an. Dieser Weg führt über die Königsalm und trifft am Graseck auf denjenigen von der Geißalm. Im Winter ist das die empfohlene, weil relativ lawinensichere Schneeschuh­route auf den Schildenstein.

Der einsame Westen

Streng genommen gehört das Gebiet westlich des Schildensteins nicht mehr zu den Blaubergen, also denjenigen Bergen, die vom Tegernsee aus betrachtet wegen der Entfernung blau erscheinen. Wie dem auch sei, thematisch passt dieser Bereich gut dazu, weil er zumindest eng mit den Blaubergen verzahnt ist. Gerade für Bergfreunde, die gerne abseits der ausgetrampelten Pfade unterwegs sind, eröffnen sich dort einzigartige Möglichkeiten, wie beispielsweise der nahezu unbekannte Reitstein. Markierte Wege existieren in seinem Umkreis keine, also genau das richtige für Pfadfinder mit Lust auf Entdeckungs­touren.

Übernachten und einkehren

In den Blaubergen gibt es insgesamt drei Übernachtungs­möglichkeiten. Auf der Blaubergalm6 kann nach Voranmeldung eine geringe Anzahl an Personen im Lager nächtigen. An der Südostseite des Halserspitzes stehen außerdem die Bayerische Wildalm (DAV Selbstversorger)7 mit einigen Schlafplätzen und auf Tiroler Boden die geräumige Gufferthütte (DAV)8.
Weitere Gastronomie, aber ohne Betten, gibt es ansonsten vor allem in und um Wildbad Kreuth, darunter Siebenhütten9 sowie die ganzjährig geöffnete Schwaigeralm10. Etwas abgelegener steht die bereits mehrfach erwähnte Königsalm.

Winter in den Blaubergen

Die Route über die Königsalm zum Schildenstein ist wie gesagt auch im Winter machbar, allerdings nur, wenn auf der Rodelbahn bei Klamm nicht gerade trainiert wird.
Von der Wolfsschlucht und dem Halserspitz sollte man dagegen tunlichst Abstand nehmen. Es gab im Winter leider schon tödliche Bergunfälle. Besonders tragisch war ein Fall im Dezember 2008, als ein junger Mann bedingt durch einen Sturz und an Erschöpfung bei der Wenigberghütte verstarb, während sein Begleiter noch versuchte, Hilfe zu holen. Bei Schnee und Eis also besser in der Langen Au wandern, dort kann nichts passieren.

Exkurs zur Geologie

Man muss kein Geologe sein, um zu erkennen, dass Nord- und Südseite der Blauberge einen sehr unterschiedlichen Charakter besitzen. Die stark zerklüftete, in weiten Teilen unzugängliche Nordseite besteht fast ausnahmslos aus Hauptdolomit. Sie verleiht den Blaubergen ihre reizvolle Wildheit. Nach Süden fallen die Blauberge in eher sanften Platten ab, überwiegend bedeckt von großen Latschenfeldern. Praktisch direkt am Kamm geht der Hauptdolomit in den Plattenkalk über. Die Almen im Süden stehen auf fruchtbarem Mergelgestein der Kössener Schichten.
Eine Besonderheit stellt die Bayerische Wildalm dar. Sie liegt am Rande einer Karstwanne, ähnlich dem so genannten Eiskeller am Laubenstein in den Chiemgauer Alpen. Die Karstwanne wurde von einem Gletscher noch vertieft, der nach dem Abschmelzen feine Sedimente hinterließ. Auf dem so abgedichteten Boden konnte sich eines der wertvollsten Hochlagen­moore der Bayerischen Alpen entwickeln.